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Der ewige Fall Heinrich Scholl

Anwalt des Nebenklägers im MAZ-Gespräch Der ewige Fall Heinrich Scholl

Noch ist das Urteil gegen Heinrich Scholl nicht rechtskräftig. Das Potsdamer Landgericht hatte den ehemaligen Bürgermeister von Ludwigsfelde wegen Mordes verurteilt. Scholls Anwälte haben dagegen Revision eingelegt. Die MAZ hat mit dem Anwalt des Nebenklägers über den Fall Scholl gesprochen.

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Der Ludwigsfelder Anwalt Sven Rasehorn.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Es können zwei Jahre werden, die der Ludwigsfelder Ex-Bürgermeister Heinrich Scholl in Untersuchungshaft verbringen muss. Noch immer ist das Urteil im Mordfall Brigitte Scholl nicht rechtskräftig. Immer wieder fragen deshalb Ludwigsfelder: „Ist denn unser ehemaliger Bürgermeister nun verurteilt, seine Frau umgebracht zu haben, oder hat er noch eine Chance, als unschuldig zu gelten?“

Wie berichtet lautet das Urteil vom Mai am Landgericht Potsdam „schuldig“, die Verteidigung hatte dagegen Revision eingelegt. Nun ist der Bundesgerichtshof (BGH) am Zuge. Er trifft seine Entscheidung nach den jetzt vorliegenden schriftlichen Begründungen sowohl vom Landgericht als auch der Scholl-Verteidiger Heide Sandkuhl aus Potsdam und Stefan König aus Berlin. Mit dieser BGH-Entscheidung müssen dann alle Beteiligten leben, so lange niemand gravierend Neues auf den Tisch legen kann.

Wie geht es nun weiter und wann ist ein Ende dieses Falles zu erwarten, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte? Das weiß zum Beispiel der Ludwigsfelder Anwalt Sven Rasehorn. Er vertritt in diesem Prozess Nebenkläger Matthias Scholl, den leiblichen Sohn der ermordeten Brigitte Scholl und den adoptierten Sohn des Angeklagten. Mit einer Revision kann zum Beispiel eine nicht eingehaltene Rechtsnorm moniert werden oder dass einem Beweisantrag fehlerhaft nicht stattgegeben oder ein Zeuge fälschlich nicht eingeladen worden war. „Solche Dinge haben ja entscheidenden Einfluss auf das Urteil“, sagt Rasehorn. Dabei gebe es relative oder absolute Fehler. Der Advokat erklärt: „Wenn etwa die Öffentlichkeit fälschlicherweise von bestimmten Prozessabschnitten ausgeschlossen worden ist, muss der BGH das Urteil zwingend aufheben.“ Der BGH prüft allerdings nur Rechtsnormen, Zeugen werden nicht mehr gehört. Derzeit befassen sich die anderen Prozessbeteiligten– Staatsanwaltschaft und Nebenklage– mit der Begründung, die Sandkuhl und König dem BGH vorgelegt hatten, Gegenerklärungen sind möglich. Auf die MAZ-Frage, ob der Sohn davon Gebrauch macht, erklärt Rasehorn: „Im Moment kein Kommentar.“ Eine BGH-Entscheidung erwartet er zwar „zeitnah, aber es kann auch 2014 werden“, sagt Rasehorn.

Heinrich Scholl war nach der Beisetzung seiner Frau Ende Januar 2012 in seinem Holzhaus an der Rathenaustraße in Ludwigsfelde verhaftet worden. Inzwischen verbrachte er seinen 69. und seinen 70.Geburtstag in Untersuchungshaft.

Von Jutta Abromeit

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