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Der ganze Landkreis feiert in Ruhlsdorf

Kreiserntefest 2017 Der ganze Landkreis feiert in Ruhlsdorf

Ein großer Umzug und viel Aufwand liegen hinter den Ruhlsdorfern und der Gemeinde Nuthe-Urstromtal. Das 15. Kreiserntefest am Sonnabend wurde zu einem großen Erfolg. Mit einem Staffelstab sorgt die Bürgermeisterin dafür, dass sich schon jetzt ein Ausrichter für das 16. Kreiserntefest im Jahr 2018 gefunden hat.

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Ein Gemeinschaftstanz von fünf Tanzgruppen aus Nuthe-Urstromtal stand am Beginn des Kreiserntefestes 2017, das am Sonnabend viele Besucher nach Ruhlsdorf in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal lockte.

Quelle: Fotos: Peter Degener (6)

Ruhlsdorf. Zum Auftakt des langen Tages wurde das 15. Kreiserntefest am Sonnabend in Ruhlsdorf gleich in ein Erntedankfest umgetauft, was dem Tag durchaus gerecht wurde. Generalsuperintendent Martin Herche war für die Predigt in der liebevoll mit Blumen und Früchten ausgeschmückten Ruhlsdorfer Kirche aus Görlitz angereist.

„Nicht gemeckert ist doch Lob genug, heißt es in unserem Landstrich oft, aber reicht das auch wirklich?“, fragte er. „Dankbarkeit entspricht dem Wissen, dass nicht alles in unserer Hand liegt“, sagte Herche und dankte prompt Monika Nestler (Linke). Sie hatte als Bürgermeisterin von Nuthe-Urstromtal die Ausrichtung des Festes übernommen, nachdem sich zwei Jahre lang keine Kommune im Kreis dazu bereit fand.

Ein Gottesdienst mit Generalsuperintendent Martin Herche stand am Beginn des Kreiserntefestes

Ein Gottesdienst mit Generalsuperintendent Martin Herche stand am Beginn des Kreiserntefestes.

Quelle: Peter Degener

Viele Dankesworte in ganz unterschiedliche Richtungen folgten dem Auftakt in der Kirche. „Ich danke, allen, die jeden Tag daran wirken, dass unser Nuthe-Urstromtal wächst und gedeiht“, sagte Nestler auf der Bühne bei der offiziellen Eröffnung, denn die Gemeinde nutzte das Fest, um ihr 25-jähriges Bestehen zu feiern. „Die Entwicklung von Nuthe-Urstromtal gibt nur Anlass zu großer Freude“, sagte Kornelia Wehlan (Linke).

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler und Teltow-Fämings Landrätin Kornelia Wehla

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler und Teltow-Fämings Landrätin Kornelia Wehlan (beide Linke) eröffneten das Fest.

Quelle: Peter Degener

Ulrich Benedix vom Landesbauernverband dankte den Landwirten, die wieder eine schwierige Ernte hinter sich gebracht haben, aber auch deren Familien für das Verständnis, dass sie in dieser Zeit abends so lange arbeiten. „Es ist aber auch an der Zeit, all den Nachbarn in all den Dörfern zu danken, die dulden, dass wir abends und nachts durch ihre Orte fahren, um das Getreide zu transportieren oder das Futter in die Ställe zu bringen“, so Benedix.

Signende Senioren auf einem der Wagen beim Festumzug

Signende Senioren auf einem der Wagen beim Festumzug.

Quelle: Peter Degener

Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte der MAZ, dass es nicht nur darum ginge, die Ernte zu feiern, sondern die „große Verbundenheit der Bevölkerung mit der Landwirtschaft zu demonstrieren“ und diese sei „mehr denn je“ gegeben, wie er angesichts der vielen Besucher feststellte.

Die gelbe Postkutsche aus Berkenbrück führte den Umzug an

Die gelbe Postkutsche aus Berkenbrück führte den Umzug an. Hoch oben saßen die die Gastgeber aus Kommunal- und Landespolitik.

Quelle: Peter Degener

Schon zur Mittagszeit war Ruhlsdorf voller Besucher. Kurz vor Beginn des Festumzug stauten sich die Autos fast bis auf die Bundesstraße zurück, wie die Feuerwehr sagte. Der Festumzug war für viele trotz eines langen Programms bis in die Nacht der Höhepunkt des Tages. Durch die gelungene Moderation konnten die Menschen entlang der Strecke die Entwicklung der landwirtschaftlichen Technik nachvollziehen.

Wie vor 100 Jahren geerntet wurde, demonstrierten die Damen der Volkssolidarität Dümde-Schönefeld

Wie vor 100 Jahren geerntet wurde, demonstrierten die Damen der Volkssolidarität Dümde-Schönefeld.

Quelle: Peter Degener

Die Damen der Volkssolidarität Dümde-Schönefeld demonstrierten mit ihren alten Werkzeugen und Gewändern, wie man um 1900 erntete. Den herausgeputzten historischen Traktoren folgten die Riesenmaschinen der Gegenwart, in denen viele Kinder anschließend auch mitfahren durften. Zwischendurch winkten Heimatvereine, sangen Chorgruppen, spielten Blaskapellen und tanzten Karnevalisten aus der Gemeinde und dem Kreis.

Alte und neue Erntemaschinen prozessierten durch Ruhlsdorf

Alte und neue Erntemaschinen prozessierten durch Ruhlsdorf.

Quelle: Peter Degener

Nuthe-Urstromtal hat als erste Kommune von Teltow-Fläming damit schon drei Mal die Ehre und auch Bürde der Ausrichtung des Festes auf sich genommen. Dass sich keine Gemeinde mehr dazu bereitfindet und es wieder zu einer Pause kommt, wollte Bürgermeisterin Nestler verhindern. „Wir haben deshalb einen Staffelstab angefertigt, der heute dem nächsten Ausrichter übergeben wird“, sagte sie.

Der „Staffelstab“ für die Ausrichtung des Kreiserntefestes in Teltow-Fäming ging an Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B)

Der „Staffelstab“ für die Ausrichtung des Kreiserntefestes in Teltow-Fäming ging an Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B).

Quelle: Peter Degener

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) nahm die polierte Metallsäule mit der kleinen Erntekrone als Beginn einer neuen Tradition in Empfang und sagte sogleich, wo das nächste Kreiserntefest stattfinden wird: „Schöneiche ist ein feierfreudiger Ortsteil von Zossen“, sagte sie.

Der Ort hatte bereits 2006 das Kreiserntefest ausgerichtet. Auch das Datum steht schon fest: „Am 5. Oktober 2018, einen Tag vor dem kirchlichen Erntedankfest, wollen wir feiern“, sagte Schreiber.

Beim Festumzug mischten sich Heimat- und Karnevalsgruppen

Beim Festumzug mischten sich Heimat- und Karnevalsgruppen.

Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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