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Teltow-Fläming Der grenzwertige Mauerbau von Dobbrikow
Lokales Teltow-Fläming Der grenzwertige Mauerbau von Dobbrikow
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12:41 02.06.2016
Wegen der 4,45 Meter hohen Mauer in der Beelitzer Straße in Dobbrikow ist vom Nachbarhaus kaum noch etwas zu sehen. Quelle: Margrit Hahn
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Dobbrikow

Eigentlich dachte man, die Zeit der Mauer ist vorbei. Doch in Dobbrikow scheint das anders zu sein. Dort in der Beelitzer Straße steht eine 4,45 Meter hohe Mauer direkt vor dem Haus von René Baar. Als die Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück begannen, wusste er nicht, was ihn erwartet – nur, dass dort ein Einfamilienhaus mit Garage und ein Gartenhaus errichtet werden und dass die Grenzbebauung einen Meter höher als seine Garage werden soll.

Als dann aber die Mauer immer höher und höher wurde, erkundigte er sich bei den Bauleuten und erfuhr, dass es sich um eine 4,45 Meter hohe und zwölf Meter lange Brandschutzmauer handelt, die der Bauherr bräuchte, um sein Wohnmobil dort unterstellen zu können. Der Dobbrikower wandte sich deshalb im April an das Bauamt des Landkreises Teltow-Fläming und bat um schnelle Klärung des Sachverhalts. Es kam jemand von der Bauaufsicht, der sich die Mauer anschaute. Man erklärte dem Familienvater, es gäbe neue Gesetze, der Bau sei genehmigt und deshalb rechtens und man würde auch nichts dagegen unternehmen. Wenn Bedenken bestehen, solle er diese schriftlich mitteilen.

Mauer sorgt für dunkle Zimmer

Das hat René Baar auch getan, denn inzwischen ist die Mauer so hoch, dass von seinem Haus kaum noch etwas zu sehen ist. „Wenn ich aus dem Schlafzimmer- oder Kinderzimmer schaue, dann sehe ich nur noch Wand. Außerdem sind die Zimmer durch die Mauer dunkel“, so der 43-Jährige. Dabei wollte er sich mit seiner Lebensgefährtin und den beiden Kindern mit dem alten Bauernhaus, dass er nach und nach saniert, einen Traum verwirklichen. Inzwischen ist ein Alptraum daraus geworden. Jeden Tag, wenn er den Betonklotz vor seinem Haus sieht, ärgert er sich und hat schlaflose Nächte. Jeder der vorbeikommt, spricht ihn daraufhin an, dass es so etwas doch gar nicht geben darf. „Als ich das Dach meiner Garage vor Jahren nur ein wenig verändern wollte, wurde mir das untersagt. Jetzt habe ich eine Mauer vor der Nase und das mit behördlicher Genehmigung. Dass kann nicht sein“, sagt er. Dabei wünscht er sich eigentlich nichts weiter als gute Nachbarschaft. Deshalb hat er den künftigen Nachbarn auch zum Gespräch gebeten, doch der Berliner hält an seinem Vorhaben fest.

Durch die Brandschutzwand fehlt das Licht in den Räumen. Quelle: Hahn

Bauamt sieht keine Probleme

Die Gemeindeverwaltung Nuthe-Urstromtal teilt auf MAZ-Anfrage mit, dass für dieses Bauvorhaben eine Baugenehmigung vorliegt und dass der Landkreis Teltow-Fläming dafür zuständig sei. Wie Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsichtsbehörde feststellt, gibt es in Dobbrikow etliche große Viertseithöfe und Scheunen, die an der Grenze stehen, daraus folgt, dass Bauen an der Grenze zulässig ist“, so Jurtzik. Für die Garage, die in Dobbrikow gebaut wird, in der ein Wohnmobil untergestellt werden soll, sei eine Brandwand erforderlich. Wie Jurtzik bestätigt, wurde Widerspruchs eingelegt. „Nach derzeitiger Entscheidung muss der Nachbar wohl mit den Gegebenheiten leben müssen“, fügt Jurtzik hinzu und erklärt abschließend: „Das Baurecht ist maßgebend.“

Von Margrit Hahn

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