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Teltow-Fläming Der letzte Schliff fürs Kirchenschiff
Lokales Teltow-Fläming Der letzte Schliff fürs Kirchenschiff
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02:16 25.06.2015
Die Restauratoren untersuchen die Malereien an der Wand zur Empore. Quelle: Martina Burghardt
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Kloster Zinna

Es ist ungewohnt hell und riecht nach frischer Farbe in der Zinnaer Klosterkirche. Die Maler sind mit der Gewölbedecke im Schiff inzwischen fertig, während sich dort die Glaser um die Erneuerung der Fenster kümmern. Bei dem Anblick, wie sie da auf der hölzernen Plattform der 13 Meter hohen Rüstung knien, möchte man sich vorstellen, wie der Bau vor mehr als 800 Jahren vonstatten ging – doch das gelingt kaum.

Restaurator Olaf Schwieger und Kirchenälteste Ingrid Rosenzweig. Quelle: Martina Burghardt

Damals hatten sie vermutlich keine so gut gesicherte Arbeitsfläche, als sie die grauen Mauersteine der Fensterlaibungen mit erhabenen weißen Fugen schmückten. Die Detailverliebtheit der Mönche, der Konversen und Laienbrüder, nötigt bis heute nicht nur Fachleuten Respekt ab. Drei solcher Fenster im oberen Bereich bekommen nun einen Mechanismus, mit dem sie sich per Fernbedienung öffnen lassen. Ingrid Rosenzweig, die als Kirchenälteste und Heimatvereinsvorsitzende jeden Fortschritt der Restaurierung registriert und dokumentiert, seufzt erleichtert: „Endlich eine Querbelüftung für die Kirche!“

Die Rüstung steht noch, das Ende der Arbeiten im Langhaus ist absehbar. Damit steht der Abschluss des vorletzten Bauabschnittes kurz bevor.

Doch auch jetzt, nach so viel akribischer Klein- und Handarbeit, gibt es noch Überraschungen. Vor wenigen Tagen erst wurden in der Sakristei bei Voruntersuchungen für die Restaurierung der Apsis Farbreste von Malereien entdeckt. Ob sie freigelegt werden oder nur ein „Fenster“ von den Zeugnissen früherer Gestaltung bleiben soll, darüber müssen die Fachleute mit der Denkmalbehörde beraten.

Kurz darauf eine weitere Entdeckung: ein Schriftzug hinter dem Balken der Empore neben einem Abbild König Davids. Bei den Untersuchungen tauchte unter anderem die Jahreszahl 1722 auf.

Zur Geschichte der Kirche in Kloster Zinna


Erzbischof Wichmann stiftete dem Zisterzienser-Orden 1171 das Kloster.

Geweiht
wurde die Kirche vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts.

Das 15. Jahrhundert gilt als Blütezeit des Klosters, die meisten Ausstattungsstücke der Kirche stammen aus dieser Zeit. 1553 verließ der letzte Abt das Kloster.

Die Zinnaer Klosterkirche ist derzeit täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Es sind solche Momente, die den Potsdamer Restaurator Olaf Schwieger, Wandmalerei- und Putzspezialist, und seine Mitarbeiterinnen Ulrike Tahl und Jeanette Koletzki, die seit Beginn der Arbeiten 2012 in der Klosterkirche tätig sind, ein wenig für viele Stunden Kälte entschädigen. Farbschichten freilegen, Setzungsrisse kitten, losen Putz abtragen oder konservieren – Spezialwissen und eine geradezu unendliche Geduld sind in ihrem Beruf nötig.

Christus-Bildnis auf einem Abschlussstein in der Kirchendecke. Quelle: Martina Burghardt

Das weiß nun auch Insa Bahnsen, eine der Praktikantinnen, die bis jetzt in der Zinnaer Klosterkirche mitarbeiteten. Kurz vor und nach der Winterpause war es eiskalt in der Kirche. Die bis sieben Grad Celsius Minimum für die Restaurierungsarbeiten verlangen einiges an Enthusiasmus. Voriges Jahr konnten die Restauratoren erst im Mai wieder beginnen, dieses Jahr sehr viel eher, nämlich im März. Wenn die Gerüste im Langhaus abgebaut sind, werden die nächsten Schritte geplant.

Die letzten Renovierungen von 1897/98 und 1900 prägen das Erscheinungsbild des Kircheninneren vor allem im Altarraum. Die Ausmalung mit einer reicheren, farblich differenziert und teilweise figürlichen Malerei in der Apsis war aus Geldmangel nicht auf den Kirchenraum übertragen worden. Das von Fachleuten als kurios betrachtete Provisorium wird nun erhalten. Die verschiedenen Epochen werden in der Gestaltung sichtbar bleiben.

Fast fertig, alt und neu als Kontrast nebeneinander – vor der Kulisse findet im August die erste Hochzeit in der Klosterkirche statt. Ein „Baustellenkonzert“ ist für den 25. August angekündigt.

Von Martina Burghardt

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