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Teltow-Fläming Der neue Meisterbonus ist begehrt
Lokales Teltow-Fläming Der neue Meisterbonus ist begehrt
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00:21 13.08.2018
Der neue Meisterbonus soll die Zusatzqualifikation im Handwerk aufwerten. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Wildau

Wer in Brandenburg eine Meisterausbildung machen will, der muss dafür rund 10 000 Euro investieren. Viel Geld – vor allem für all jene, die erst am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen, so wie Felix Jaspers. Der 27-Jährige ist Elektronikergeselle und steckt mitten in der Meisterschule. Um Nachwuchshandwerker wie ihn zu unterstützen, zahlt das Land den Jungmeistern seit einer Woche einen Meisterbonus. 1500 Euro gibt es für alle Absolventen bis Jahresende. Für viele sei das eine spürbare finanzielle Entlastung, bestätigt Felix Jaspers.

Wegen fehlender Perspektiven auf eine gute Bezahlung und den hohen Kosten für eine Weiterbildung hatten sich zuletzt immer mehr Schulabgänger gegen eine solide Ausbildung entschieden. Die Zahl der Azubis bei der Potsdamer Handwerkskammer ist binnen 20 Jahren auf ein Drittel geschrumpft; die bestandenen Gesellenprüfungen sind auf Rekordtief. Auch an rückläufigen Meisterabschlüssen war der Trend zu sehen.

Felix Jaspers will Elektrotechnikermeister werden. Die Hälfte der Ausbildung hat er bereits bestanden. Quelle: Victoria Barnack

„Von der Qualifizierung her sollen ein Meistertitel und ein Bachelorabschluss gleichgestellt sein“, erklärt Handwerker Felix Jaspers, „mit Kosten von 10 000 Euro ist der Meister im Vergleich zu Studiengebühren aber eine relativ teure Weiterbildungsmaßnahme.“ Für Felix Jaspers war trotzdem immer klar, dass er die Meisterschule zum Elektrotechniker absolvieren will. „Das Studium war mir zu praxisfern und die reine Lehre zum Gesellen war mir nicht genug“, sagt er. Die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik hat er dank guter Leistungen verkürzt und die ersten beiden der vier Teile der Meisterschule bereits bestanden. „Es ist anspruchsvoll, aber machbar“, sagt er.

Ohne Förderung und Zuschüsse kaum bezahlbar

In Absprache mit seinem Chef entschied er sich für die Meisterschule in Vollzeit. „Dafür haben wir meine Arbeitszeit heruntergenommen“, erzählt er. Ohne Förderung von 64 Prozent und Zuschuss zum Lebensunterhalt wäre das nicht machbar. Nur noch ein paar Stunden pro Woche geht er derzeit seinem Beruf nach. Den Rest der Zeit verbringt Felix Jaspers auf der Schulbank. Von Montag bis Freitag lernt er nun, wie man ein Unternehmen führt, die Wettbewerbsfähigkeit beurteilt und einen eigenen Betrieb gründet. „Wenn alles glatt geht, bin ich nach neun bis zehn Monaten reiner Lehrzeit mit dem Meister fertig“, sagt er.

Wer sich in Vollzeit weiterbildet und alle Prüfungen auf Anhieb besteht, ist nach einem Jahr bereits Handwerksmeister. Quelle: Victoria Barnack

Wenn Felix Jaspers alle vier Ausbildungsteile im ersten Versuch besteht, wird ihn der Meister mindestens 8.800 Euro gekostet haben. Hinzu kommen Materialkosten für das Meisterstück und eventuell Vorbereitungskurse oder weitere Prüfungsgebühren. „Weil es derzeit viele und hohe Förderungen im Handwerk gibt, ist das für mich trotzdem finanziell machbar“, sagt er. Gleich am ersten Tage habe ihn ein Mitarbeiter der Handwerkskammer Cottbus auf den neuen Meisterbonus aufmerksam gemacht. „Wer alle Prüfungen besteht, bekommt 1500 Euro“, erzählt Felix Jaspers.

Wie funktioniert der Meisterbonus?

Für den erfolgreichen Abschluss der Meisterschule im Handwerk gewährt das Brandenburgische Ministerium für Wirtschaft und Energie einen Bonus von 1500 Euro.

Antragsberechtigt sind alle Absolventen, die ihre Meisterprüfung zwischen dem 1. April 2018 und dem 15. Dezember 2018 erfolgreich abgeschlossen haben.

Voraussetzung ist neben der bestandenen Prüfung, dass sich der Hauptwohnsitz oder der Beschäftigungsort zum Zeitpunkt des Abschlusses in Brandenburg befand.

Außerdem ist ein Beratungsgespräch zu den Themen Existenzgründung und Unternehmensnachfolge bei einer Handwerkskammer Pflicht.

Die Prämie für Absolventen der Meisterschule soll einen Anreiz zur teuren Zusatzqualifikation schaffen. „Mit dem Meisterbonus wollen wir die Leistungen der jungen Meisterinnen und Meister würdigen“, erklärt Brandenburgs Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer (SPD), „denn neben Familie und Beruf noch den Meister zu machen, ist eine erhebliche Kraftanstrengung, die viel Durchhaltever­mögen voraussetzt."

Deshalb steht es den Jungmeistern frei, was sie mit dem Geld machen. „Mit den 1500 Euro kann ich den Kredit für die Meisterschule abbezahlen“, sagt Felix Jaspers, „ich könnte davon aber auch einfach in den Urlaub fahren.“ Für die Auszahlung gibt es neben dem Bestehen aller Prüfungen und einem zusätzlichen Beratungsgespräch kaum nennenswerte Voraussetzungen. Für Jaspers ist deshalb schon heute klar, dass er den Bonus beantragen wird. „Wer schmeißt schon 1500 Euro einfach aus dem Fenster?“, sagt er.

Handwerkskammern verzeichnen hohes Interesse

Wie der 27-Jährige sehen es auch viele seiner Kollegen. Die Handwerkskammern Potsdam und Cottbus berichten wenige Tage nach dem Beginn der Antragstellung von regem Interesse. „Wir hatten bereits viele telefonische Anfragen zum Meisterbonus“, berichtet Pressesprecherin Veronika Martin über den Landkreis Dahme-Spreewald. Hier werde es allein in diesem Jahr etwa 40 Absolventen geben, für die diese Förderung in Frage kommt. Bereits 70 Meister aus dem ganzen Kammergebiet haben sich zu einem Gespräch angemeldet, bei dem über die Details informiert wird.

Auch im Nachbarkreis Teltow-Fläming ist der Bonus begehrt. Handwerkskammer-Präsident Robert Wüst erklärt: „Ob in Vollzeit oder berufsbegleitend – für die Meisterschüler und ihre Familien stellt eine Meisterausbildung immer einen hohen finanziellen, zeitlichen und persönlichen Aufwand dar.“ Deshalb sei es wichtig, sie zu entlasten und zu würdigen, auch in finanzieller Sicht, so Wüst. Nach ersten Informationen wird das Angebot gut angenommen. Zahlen über die Antragsteller gibt es bisher nicht.

Von Victoria Barnack

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