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Der unverstellte Blick

Luckenwalde Der unverstellte Blick

Eine neue Ausstellung im Haus des Ehrenamts in Luckenwalde zeigt Porträts von Menschen mit Behinderung, die aufgenommen wurden von ihren Mitbewohnern in der Betreuten Wohngemeinschaft des DRK in Ludwigsfelde. Die Fotos bieten einen völlig unverstellten Blick auf die porträtierten Menschen und beweisen: „Jeder kann alles“.

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Fotografen und Modelle: Die Bewohner der Betreuten Wohngemeinschaft sind stolz auf ihre Fotos, die jetzt in Luckenwalde zu sehen sind.

Quelle: FOTO: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Man soll die Menschen so nehmen wie sie sind. Das ist die Grundlage jeder Toleranz. Und wenn sich die Menschen auch noch so nehmen, wie sie selbst sind, dann ist man mit sich und den anderen weitgehend im Reinen.

16 großformatige Porträts

Wie das gelingen kann, zeigt sehr eindrucksvoll eine ungewöhnliche Fotoausstellung, die seit Mittwoch im Haus des Ehrenamts in der Neuen Parkstraße in Luckenwalde zu sehen ist. Im Foyer der Zentrale des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald hängen 16 großformatige Porträts von den Bewohnern der Betreuten Wohngemeinschaft des DRK in Ludwigsfelde. Diese Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen haben sich gegenseitig proträtiert unter der professionellen Anleitung und mit der technischen Ausrüstung der Fotografin Ines Glöckner.

Herausgekommen sind ehrliche, unprätentiöse Porträts, aufgenommen ohne technische Vorkenntnisse, aber mit dem unverstellten Blick des Fotografen und dem ungestellten Habitus des Fotografierten.

„Hajo ist lustig und kann schön tanzen“

Unter den großen Schwarz-Weiß-Fotos steht immer eine Charakterisierung des Fotografen über den Porträtierten, wie etwa „Hajo ist lustig und kann schön tanzen“, „Mit Thomas kann ich immer über alles Mögliche quatschen“, „Auf Martina passe ich auf, damit sie nicht verloren geht“ oder ganz einfach „Frank ist so schön“.

Auf den Bildern zeigen sich die Porträtierten eben so, wie sie sind: mal lustig, mal schüchtern, mal albern, mal nachdenklich und immer freundlich, also ganz einfach: menschlich. „Die Porträts sprechen eine ganz eigene Sprache und sie zeigen Freude an der Aktion“, sagte Ines Glöckner bei der Ausstellungseröffnung am Mittwoch, „und sie zeigen, dass Menschen mit Behinderung ihre Mitmenschen ganz besonders in den Fokus nehmen.“

„Jeder kann alles“

Das von der Aktion Mensch unterstützte Fotoprojekt wurde im Rahmen einer Kunstaktion unter dem Motto „Jeder kann alles“ verwirklicht. Das Motto habe sich bewahrheitet, so die Fotografin, „denn die Menschen werden grundsätzlich unterschätzt“.

Seit 25 Jahren betreibt Ines Glöckner Porträtfotografie Die erstaunlichste Erfahrung, die sie bei diesem Projekt gemacht habe, sei, dass die Teilnehmer alle Fotos mochten, nicht nur die von den anderen, sondern auch die von sich.

„Hier war alles anders!“

Das kennt sie aus ihrer sonstigen beruflichen Praxis nicht: „90 Prozent fühlen sich beim Porträtieren unwohl, wollen es schnell hinter sich bringen und hadern mit dem Ergebnis. Hier war alles anders!“

Von Hartmut F. Reck

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