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Der versteckte Döner

Jüterbog Der versteckte Döner

Ein Döner-Imbiss in Jüterbog wird seit mehreren Monaten von einem riesigen Baustellen-Container verdeckt – für den Besitzer eine unerträgliche und geschäftsschädigende Situation. Hilfe von der Verwaltung und Baufirma gab es bis jetzt nicht.

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Der Imbiss von Chanbala Gassanow in der Großen Straße ist für die wichtige Laufkundschaft nahezu unsichtbar geworden.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. Es ist wie bei einem Suchbild. Nur wer sehr aufmerksam ist, wird den Döner-Imbiss von Chanbala Gassanow in der Großen Straße in Jüterbog finden.

So gerade eben ragt der Schriftzug „Ana & Bala Imbiss“ hinter einem großen, weißen Baucontainer hervor, der direkt vor seiner Gaststätte abgestellt worden ist und somit Eingang und Schaufenster verdeckt.

Eigentlich profitiert der Laden von seiner guten Lage

Seit zwölf Wochen muss Imbissbesitzer Chanbala Gassanow schon mit diesem Zustand leben – für ihn eine unerträgliche und geschäftsschädigende Situation. Gassanow ist auf Laufkundschaft angewiesen.

Normalerweise liegt der Imbiss günstig gegenüber dem Rewe-Parkplatz. Der Ladenbesitzer: „Eine Zeit lang war hier alles besetzt.“ Seine Frau nickt. Auch Karin Gassanow macht den Container für das Ausbleiben der Kunden verantwortlich.

Nicht mal zehn Prozent

Die Eheleute stehen seit Wochen oft allein am Dönerspieß und fürchten nun um ihre Existenz. Chanbala Gassanow erklärt deutlich, wie es um sie steht.

„Vorher hatte ich so viel Einnahmen“, sagt er und zeigt alle zehn Finger, „und jetzt ist es nur noch das“ – er krümmt neun Finger. Ein kleiner Finger – nicht mal zehn Prozent – reiche nicht aus, um seine laufenden Kosten zu decken.

Der Imbissbesitzer habe auch schon mit ehemaligen Kunden über das Problem gesprochen: „Viele sagen zu mir: ,Dich sieht man nicht.’“ Stammkunden werden weniger. Einige Jüterboger hätten vermutet, das Geschäft sei geschlossen, so Gassanow.

Leere Versprechen von Seiten der Stadt

Bei den Gassanows herrscht Frust. Vor allem weil ihnen die Stadt im Vorfeld etwas anderes versprochen hatte. Beim Besuch einer Bürgerversammlung im Mai sicherte ihm der Bürgermeister noch zu, die Container würden nur auf der Parkbucht für Busse in Höhe der Sparkasse abgestellt werden.

Aus seiner Sicht gebe es dort auch aktuell noch Platz für einen Container. Als dann trotzdem einer vor seinem Laden landete, bemühte er sich um „eine friedliche Lösung“, sagt er.

Im Rathaus abgewimmelt

Auf seine Anfrage für die Umsetzung des Containers reagierte die Stadt zunächst entgegenkommend und versprach, sich um eine Lösung zu kümmern. Doch es passierte nichts.

Gassanow hatte bei weiteren Besuchen im Rathaus sogar das Gefühl, abgewimmelt zu werden. „Er redet viel, tut aber nichts“, sagt der 52-Jährige über Bürgermeister Arne Raue (parteilos).

Dieser erklärte auf MAZ-Nachfrage: „Persönlich habe ich Herrn Gassanow beratend geholfen, als er bei Baustellenbeginn auf der Suche nach einem Ersatzstandort war. Auch persönlich habe ich mit dem Vorarbeiter der Baustelle gesprochen. Er verwies auf Probleme, die ein Versetzen technisch verhindern, ohne Details zu benennen.“

Die Umsetzung kostet mehrere hundert Euro

Polier Andreas Preetz kennt Chanbala Gassanows Problem mit dem Container. Er hat dazu eine klare Meinung: „Wir machen das nicht, um ihn zu ärgern. Es ist eben schwer das ganze Baumaterial unterzubekommen. Wir können den Container vorerst nicht mehr umsetzen. Der Kran dafür kostet 500 Euro.“

Infos zum Ausbau der B102 in Jüterbog

Der erste Abschnitt zur Sanierung der innerstädtischen B102 wurde im Juni von der Baufirma Eurovia begonnen.

Die 400 Meter lange Strecke reicht vom Planeberg bis zur Ein- und Ausfahrt ins Nahversorgungszentrum.

Polier Andreas Preetz kündigte den zweiten Bauabschnitt zwischen Pferdestraße und Heilig-Geist-Platz für Juli 2018 an. Ob der Plan eingehalten wird, hänge von den Archäologenfunden ab. Im Juni wurde in der Großen Straße beispielsweise ein Knüppeldamm entdeckt.

Preetz hatte Kontakt mit dem Imbissbesitzer und empfand ihn als unfreundlich. Er ist der Meinung, das Ausbleiben seiner Kunden liege wohl eher an ihm selbst und der starken Konkurrenz in unmittelbarer Nähe. „Wer diesen Dönerladen kennt, geht doch trotzdem dorthin“, so der Polier.

Mit Beginn des zweiten Bauabschnitts im Juli 2018 könne der Container, laut Preetz, aber eventuell auf einen fertigen Parkplatz versetzt werden.

Von Isabelle Richter

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