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Des Hegemeisters Haus

Ältestes Gebäude in dem fast 300 Jahre alten Museumsdorf ist Denkmal des Monats Juni im Landkreis Teltow-Fläming Des Hegemeisters Haus

Vor fast 300 Jahren wurde damit begonnen, bei Baruth eine Glashütte zu bauen. Das älteste noch erhaltene Gebäude ist das im Auftrag des Landkreises Teltow-Fläming sanierte Hegemeisterhaus. Dort wohnte einst der Aufseher über Forsten und Wild des Grafen Friedrich Sigismund zu Solms-Baruth. Aktuell steht noch nicht fest, wer das denkmalgeschützte Gebäude nutzen wird.

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Georg Goes zeigt farbiges Glas, aus dem Scheiben für das Oberlicht der Eingangstür des Hegemeisterhauses gefertigt wurden.

Quelle: Frank Pechhold

Glashütte. Das Hegemeisterhaus ist das älteste Gebäude im Museumsdorf Glashütte, das 2016 sein 300-jähriges Gründungsjubiläum feiert. Deshalb wurde das Haus zum Denkmal des Monats Juni im Landkreis Teltow-Fläming gekürt.

„Die ersten Balken für das Hegemeisterhaus wurden 1715 und 1716 geschlagen“, weiß Museumsleiter Georg Goes. „Das haben uns wissenschaftliche Untersuchungen der Jahresringe des verbauten Holzes verraten.“ Bauholz war damals jede Menge vorhanden. Im Jahr 1715 riss ein schwerer Sturm große Waldflächen in der Region südlich von Baruth nieder. Auf der Suche nach einer sinnvollen Nutzung des in Massen zur Verfügung stehenden Brenn- und Rohstoffes wurde der Bau einer Glashütte geplant. Waldbesitzer Graf Friedrich Sigismund zu Solms-Baruth berief den Lieberoser Glasmachermeister Gottlob Bernsdorf zu sich und wies ihm dazu ein rund sieben Hektar großes Areal zu. Am 23. März 1716 unterzeichneten der Graf und der Glasmacher einen Vertrag zum Bau der Glashütte.

Weil die Grafenfamilie gern jagte, wurden mehrere Jagd- und Forstaufseher mit ihren Familien in Glashütte untergebracht. Sitz des Hegemeisters – Aufseher über Forsten und Wild – war das im Fachwerkbaustil errichtete, außerordentlich repräsentative Haus am Hüttenweg 16.

Der Landkreis ließ dieses denkmalgeschützte, nicht unterkellerte und mit einem großen Dachboden ausgestattete Gebäude aufwendig restaurieren. „Eine Kostbarkeit ist die barocke Eingangstür“, schwärmt Georg Goes. Das Portal wird von Halbsäulen gerahmt. Flügel und Gesimse symbolisieren von Rauten und Sonnenmotiven geschmückte Felder. Hinter der Tür liegt eine geräumige Diele mit Ziegelfußboden, auf dem vermutlich einst das von den Jägern geschossene Wildbret präsentiert wurde. Was aus dem äußerlich sanierten, innen nach den Wünschen des künftigen Nutzers ausbaufähigen Hegemeisterhaus wird, weiß Goes nicht. „Der Anspruch bei der Vergabe jedes Gebäudes an einen Interessenten ist, dass es kein reiner, anonymer Wohnort wird.“ Wünschenswert wäre ein Holzhandwerker, der wie die bereits ansässigen Kunsthandwerker nach althergebrachter Technik Unikate und Kleinserien in dem Manufaktur-Ort anfertigt. „Wir haben auch Kontakt zu einem Glasperlenmuseum in Berlin, dessen Betreiberin ihre private, international bekannte Sammlung gern nach Glashütte geben möchte“, sagt Goes. „Aber bei der Vergabe des Hegemeisterhauses gibt letztendlich den Ausschlag, was der Landkreis als Eigentümer und die im Dorf bereits ansässigen Bewohner wollen.“

Von Frank Pechhold

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