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Teltow-Fläming Des Soldatenkönigs Hühnerhaufen
Lokales Teltow-Fläming Des Soldatenkönigs Hühnerhaufen
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17:35 10.10.2017
Stefan Rothen forscht seit fast 40 Jahren zur Geschichte von Rangsdorf und Umgebung. Wie kaum ein anderer kennt er die Historie des Eissegelns in Europa.
Rangsdorf

Alles begann mit einer Karte aus dem 18. Jahrhundert. Stefan Rothen stutzte über das, was dort in Groß Machnow zu sehen war. Entlang der heutigen Straße nach Mittenwalde standen riesige Gebäude. Wie Stefan Rothen heute weiß, handelte es sich um Remisen, in denen rund 3000 Rebhühner lebten. Unweit der Remisen fielen dem Privathistoriker aus Rangsdorf seltsame Linien im Gelände auf. „Ich vermute, dass es sich um einen kleinen Stern handelt“, sagt der 66-Jährige Als Sterne bezeichnete man damals Jagdwege, die strahlenförmig auf einen Punkt zuliefen. Der Große Stern in Potsdam mit dem dazugehörigen Jagdschloss ist eines der wichtigsten Zeugnisse der Leidenschaft des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Ein Bild im Schloss Königs Wusterhausen zeigt die Jagdgesellschaft

Legendär waren seine Parforcejagden in den Wäldern rund um Potsdam. Einmal im Jahr verschlug es den Monarchen nach Groß Machnow. Zwischen August und September traf sich der gesamte Hofstaat jeweils für acht Tage auf den Feldern und Wäldern. Ein Bild im Schloss von Königs Wusterhausen, wo der König in dieser Zeit übernachtete, zeigt die royale Gesellschaft. Aus diesem Bild, der historischen Karte und Materialien vom Förderverein des Jagdschlosses Stern hat Stefan Rothen die Geschichte des Soldatenkönigs in Groß Machnow rekonstruiert. Historische Dokumente sollen belegen, dass der König bis zu 600 Schuss an einem Tag abgab – aus Sicht von Stefan Rothen pures Jägerlatein. „Bei dem Rückstoß des Gewehrs wäre sein Arm nicht mehr zu gebrauchen gewesen“, sagt er. Rechnet man die Zeit fürs Nachladen noch dazu, erscheint die Zahl von 600 Schuss noch unrealistischer. Rothens Theorie hätten sogar das Deutsche Historische Museum in Berlin überzeugt, das die Quelle von damals herausgenommen hat.

Bier und Wein flossen bei der Jagd in Strömen

Stefan Rothen hat auch eine Theorie, wie es zu der Übertreibung kam: „Wenn der König zur Jagd ging, flossen das Bier und der Wein in Strömen.“ Mit steigendem Alkoholpegel wuchsen auch die Heldentaten. Dem Soldatenkönig werden zudem ein aufbrausendes Temperament und eine Vorliebe für derbe Späße nachgesagt. Realistisch, auch das kann der Privathistoriker mit Dokumenten belegen, gab der König rund 120 Schuss am Tag ab, von denen rund 80 Prozent trafen. Mehrere Tausend Rebhühner hat Friedrich Wilhelm I. zwischen 1717 und 1738 bei Groß Machnow erlegt, dazu zahlreiche Hasen, Wildschweine, Rehe und Fasane.

Seine Erkenntnisse trägt Stefan Rothen regelmäßig einem interessierten Publikum vor – nicht nur über den Soldatenkönig und seinen Hühnerhaufen bei Groß Machnow. Rothen ist zwar kein studierter Geschichtsforscher, sondern von Hause aus Ingenieur, weshalb er sich als Privathistoriker bezeichnet. Die Liebe zur Geschichte ist bei ihm genetisch bedingt. Sein Vater Hanns hat das Leben von Zarin Katharina der Großen erforscht und in Thüringen ein Flößereimuseum aufgebaut. Seine Mutter war Bibliothekarin in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar.

Alles begann Ende der 1970er Jahre mit alten Bildern aus Rangsdorf

Geboren in der Stadt der Klassik hat es Stefan Rothen 1972 nach Rangsdorf verschlagen. Ende der 70er Jahre fielen ihm zufällig Bilder von Eisseglern auf dem Rangsdorfer See in die Hände. Zu den olympischen Winterspielen 1936 war Rangsdorf sogar als Austragungsort für das Eissegeln im Gespräch. „Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen“, sagt Rothen. Heute gilt er als einer der wichtigsten Experten Europas zur Geschichte des Eissegelns. Aktuell forscht er zu zehn verschiedenen historischen Persönlichkeiten und Orten.

Von Christian Zielke

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