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Detlef Polleys abstrakte Bilder im Galerie-Café

Zossen Detlef Polleys abstrakte Bilder im Galerie-Café

Form und Farbe prägen die abstrakten Bilder Detlef Polleys. Aktuell stellt der Dabendorfer Hobby-Künstler einige seiner Werke im Zossener Galerie-Café aus. Kein Bild trägt einen Namen. Das ist so gewollt. Beim Betrachten können Besucher ihrer Fantasie freien Lauf lassen und beispielsweise beim genaueren Hinschauen einen nachdenklichen Mann mit Brille entdecken.

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Mit Form, Farbe und Tiefe beeindruckt dieses Bild den Betrachter.

Zossen. Gelb strahlt die Sonne von links. Rechts ziehen drohend blaue Wolken auf. Mittendrin senkt ein rotorangefarbenes Haupt den Blick. Fragend schauen zwei blaue Augenschlitze den Betrachter durch die eingefassten Brillengläser an. Gift und Galle spuckt eine grüne Zunge. „Nachdenklicher Mann“ könnte das Bild heißen. Heißt es aber nicht. Namenlos sind alle abstrakten, im Zossener Galerie-Café ausgestellten Werke Detlef Polleys.

Kaum zu glauben, dass der passionierte Hobby-Künstler den nachdenklichen Mann so nicht gewollt hat. Schließlich ist die absichtliche Abbildung von Gegenständen und Menschen der abstrakten Malerei fremd. „Meine Bilder fließen und malen sich zunehmend selbst“, sagt Polley. Was rätselhaft klingt, ist einfach erklärt. Wenn der Dabendorfer daheim in seinem Atelier malt, steht das Bild nicht senkrecht in der Staffelei, „wo oben noch oben und unten noch unten sein soll“. Ausgebreitet liegt die Leinwand waagerecht auf dem Fußboden. Mit großen Spachteln aus dem Baumarkt, bei Maurern üblichen Kratzeisen oder feineren Utensilien werden die Farben aufgetragen. „Manche Farben werden auch einfach nur in den Dosen verdünnt und dann verschüttet.“ Auf dem weißen Untergrund fließen sie ineinander. „Alles fließt, wenn man die feuchte Leinwand schräg hält. Da ergeben sich herrliche Strukturen.“ Eher zufällig entstehen so Gegenstände oder Figuren im Auge des jeweiligen Betrachters, wie der nachdenkliche Mann.

Farben werden in willkürliche Formen gespachtelt oder gegossen

„Aber ich kann auch anders malen, realistisch“, sagt der studierte Ingenieur für Verfahrenstechnik. Vor 20 Jahren lag der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit noch in der Landschaftsmalerei. Polley besuchte einige Kurse, unter anderem bei dem Dabendorfer Maler Jürgen Melzer. In der Folgezeit entstanden Pastelle, Ölbilder und Collagen. „Allerdings habe ich den bequemen Weg vermieden und mich nicht auf eine Stilrichtung festgelegt.“ Nach und nach fand Polley zur abstrakten Malerei. Dabei orientierte er sich an den Werken der weltbekannten deutschen Maler Gerhard Richter und Fred Thieler. Aktuell malt Polley vorwiegend großformatige, abstrakte Acryl- und Ölbilder. Ab und an experimentiert er mit artfremden Stoffen wie Asphalt oder Dachlack. „Diese Stoffe trage ich auf die Leinwand auf und lackiere sie über.“

Für gewöhnlich spachtelt oder gießt er die Farbe in willkürliche Formen. Inspiration und die Suche nach der zündenden Idee sind die Grundlage seines Schaffens. Wie bei einem Schriftsteller, der vor einem leeren Blatt Papier sitzt, wartet Polley vor der blütenreinen Leinwand auf die richtige Eingebung. Abhängig von der eigenen Stimmung und dem Wetter wählt er passende Farben für das nächste kontrastreiche, tiefgründige Werk aus.

Abstrakte Bilder sind wie endlose Geschichten

Gut findet es Detlef Polley, dass abstrakte Bilder wie endlose Geschichten sind. „Wenn sie einem nicht mehr gefallen, kann man sie jederzeit neu gestalten“. Manchmal nimmt er sich ein Bild nach wenigen Tagen oder vielen Jahren vor, um entweder Nuancen oder große Flächen farb- und förmlich zu verändern. Einige dieser übermalten Bilder hängen neben ursprünglichen Werken in der aktuellen Ausstellung. Die Bilder sind nicht untertitelt, dem Betrachter wird also keine Hilfestellung gegeben. Damit sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ausstellung „Panta Rhei – Alles fließt“, abstrakte Bilder von Detlef Polley, Galerie-Café, Kirchplatz 7, Zossen. Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag 11.30 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.

Von Frank Pechhold

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