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Deutsch lernen unter sich

Jüterbog Deutsch lernen unter sich

In einem siebenwöchigen Abendkurs lernen geflüchtete Frauen mit Ehrgeiz die Sprache ihrer neuen Heimat und tauschen sich ganz nebenbei über ganz typische Frauenthemen aus. Die Flüchtlingshelfer hoffen nun auf einen dauerhaften Integrationskurs nach Ende des Projekts.

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Wafa Alibrahim (M.) unterstützt die anderen Frauen bei der deutschen Grammatik.

Quelle: Isabelle Richter

Jüterbog. „Eine Mutter hat uns auf die Idee gebracht. Sie hat gefragt, ob man den Kurs nicht einfach abends machen könne“, berichtet Mechthild Falk über die Entstehung des neuen Deutschunterrichts - speziell für geflüchtete Frauen. Die Leiterin der Jüterboger Flüchtlingshilfe war von dem Vorschlag sofort angetan.

Frauen haben keine Chance an einem normalen Kurs teilzunehmen

Wegen des Mangels an Kitaplätzen mussten die Mütter ihre Kinder bisher noch selbst betreuen und hatten somit keine Chance regelmäßig an den tagsüber stattfindenden Deutschkursen teilzunehmen.

Inzwischen hat sich die Situation mit den Kitaplätzen in Jüterbog zwar stark verbessert, doch „das konnten wir im Frühjahr noch nicht wissen“, erklärt Mechthild Falk.

Projekt „Einstieg Deutsch“

Aus diesem Grund entstand vor einigen Monaten die Idee für das siebenwöchige Projekt „Einstieg Deutsch“, bei dem die Frauen die neue Sprache dann lernen, wenn ihre Männer vom Deutschunterricht oder der Arbeit zurück sind, um die Betreuung der Kinder zu übernehmen.

Zusammen mit der Volkshochschule Teltow-Fläming hatten sich die Jüterboger Flüchtlingshelfer um einen geeigneten Lehrer bemüht. Heyo Frühling paukt mit den Frauen vorerst noch bis 20. September die deutsche Grammatik. Seit August kommen bis zu 16 weibliche Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Ungarn und Kamerun regelmäßig von Montag bis Freitag in die Räumlichkeiten des SPD Ortsvereins in Jüterbog.

Ab 17 Uhr lernen sie an fünf Tagen in der Woche für jeweils drei Stunden nützliche Redewendungen, um sich in der neuen Heimat besser zurechtzufinden.

Die Frauen zeigen eine große Bereitschaft

„Es ist enorm, welcher Wille in ihnen steckt“, lobt Mechthild Falk die Frauen. Ein gutes Beispiel dafür ist Wafa Alibrahim. Die 30-Jährige Syrerin ist seit neun Monaten in Deutschland und kann sich bereits in gut verständlichem Deutsch ausdrücken.

Bei Fragen ist sie für die anderen Flüchtlingsfrauen im Kurs oft der erste Ansprechpartner. Wafa Alibrahim gibt sich jedoch bescheiden und möchte ihre Sprachkenntnisse noch weiter ausbauen.

Syrerin kämpft sich für ihre Kinder durch die deutsche Grammatik

Die Mutter zweier Söhne und einer Tochter hat ein klares Ziel vor Augen. Dabei denkt sie vor allem an ihren jüngsten Sohn. „Irgendwann wird er mich etwas auf deutsch fragen und ich will es ihm dann auch selbst auf deutsch erklären können“, so Wafa Alibrahim.

Die Syrerin sieht den Deutschkurs auch als eine Art Begegnungsort zwischen den verschiedenen Kulturen. „Der Kurs ist gut, um das Eis zu brechen. Wir müssen deutsch lernen, damit wir uns unterhalten können. Es ist eine Chance zusammen zu arbeiten“, erklärt sie.

Hoffnung auf einen dauerhaften Integrationskurs

Auch Mechthild Falk beobachtet wie die Frauen es neben ihrem Alltag aus Kindererziehung und Haushalt genießen, einmal nur unter sich zu sein: „Seit langem erleben die Frauen, dass noch viel mehr in ihnen steckt.“

Die Flüchtlingshelfer hoffen künftig darauf einen dauerhaften Integrationskurs in Jüterbog durchzusetzen.

Von Isabelle Richter

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