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Diagnose Hirntumor: Maurice braucht Hilfe

Spenden für Therapie in den USA Diagnose Hirntumor: Maurice braucht Hilfe

Bis vor wenigen Wochen war der zwölf Jahre alte Maurice Wegner aus Mahlow (Teltow-Fläming) ein ganz normaler Junge. Dann entdeckten Ärzte einen lebensgefährlichen Tumor in seinem Kopf, für den es in Deutschland keine Therapie gibt. Nun sammeln die Eltern Geld, um Maurice in den USA behandeln zu lassen.

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Maurice Wegner (M.) mit seinen Eltern Katrin und Maik.

Quelle: Christian Zielke

Mahlow. Es war ein ganz normaler Morgen. Maurice saß am Frühstückstisch, mit ihm Mutter Katrin und Vater Maik. Ein paar Tage vorher war der Zwölfjährige mit seiner Schulklasse auf der Insel Rügen. Plötzlich spürte Maurice in der linken Körperhälfte nichts mehr. Arme und Beine waren wie gelähmt, die Haut fühlte sich taub an. „Das kam aus völlig heiterem Himmel“, erinnert er sich.

Seine Eltern überlegten nicht lange, fuhren sofort ins Krankenhaus. Eine Magnetresonanztomographie brachte schreckliche Gewissheit: Maurice leidet an einem diffusen intrinsischen Ponsgliom, einem besonders aggressivem Tumor zwischen Stammhirn und Rückenmark. Weil sich die kranken Zellen in das Gewebe fressen, ist eine Operation nicht möglich. Die Ärzte können nur versuchen, das Wachstum des Tumors zu behindern. Bei der Frage, ob so eine Heilung möglich ist, werden die Falten auf der Stirn von Katrin und Maik Wegner noch größer. „Die Ärzte haben uns gesagt, dass die Überlebenschance gleich Null ist“, sagt der 48-Jährige und fügt ein trotziges „Aber wir wollen mehr“ hinzu. Die Hoffnung liegt in den USA. Dort gibt es eine neuartige Chemotherapie mit dem Medikament Nivolumab, das in Europa für Hirntumore noch nicht zugelassen ist. Etwa 100 000 Euro würde die Behandlung kosten. Eine Erfolgsgarantie gebe es nicht, aber zumindest eine Chance.

Eltern wollen ihren Sohn nicht aufgeben

„Wir geben unseren Jungen nicht auf. So lange ich kann, werde ich kämpfen“, sagt Maik Wegner, auch wenn er beinahe umgefallen sei, als er zum ersten Mal von den Kosten gehört hat. Der Kriminalkommissar bei der Berliner Polizei und die Krankenschwester können so viel Geld nicht auf einmal bezahlen. Deshalb haben sie eine Spendenaktion gestartet, die in ganz Deutschland schon mehrere tausend Euro eingebracht hat. Fast im Minutentakt melden sich Menschen, denen Maurices Schicksal nahe geht. „Da merkt man erst, wie sehr die Leute zu einem halten. Wir sind unendlich dankbar“, sagt Katrin Wegner. Selbst die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft im Dienstabschnitt von Maik Wegner haben Geld gesammelt. „Ein Obdachloser hat mir zehn Euro in die Hand gedrückt“, sagt Maik Wegner. Seine Stimme zittert, die Augenlider beben. Auf der ganzen Welt kennen Menschen die Maurices Geschichte. Polizisten aus den USA haben der Familie eine Unterkunft für die Zeit der Therapie angeboten.
Seit Wochen ist die Familie hin- und hergerissen zwischen Ungewissheit und Solidarität. Vor allem die deutsche Bürokratie lässt sie immer wieder verzweifeln. Weil die Krankenkasse erst nach drei Monaten einen Rollstuhl zur Verfügung stellen wollte, hat ein Berliner Radiosender ausgeholfen. Über das Internet berichten Betroffene, die ein ähnliches Schicksal durchgemacht haben, und geben Tipps.

Möglichkeiten zu helfen

Deutschlandweit ruft die Polizei über ihr Intranet derzeit zu Spenden für Familie Wegner auf. Die Gewerkschaft der Polizei und die Berliner Polizei verbreiten die Aktion über das Internet.

Auch die evangelische Kirchengemeinde Blankenfelde-Jühnsdorf hat ihre Mitglieder zur Unterstützung aufgerufen.

Weitere Informationen zum Gesundheitszustand und ein Spendenkonto finden sich auf der Internetseite, die die Familie eingerichtet hat: www.mauricewegner.de

„Ich vermisse die Schule und meine Freunde“

Seit den ersten Ausfallerscheinungen sind fast vier Wochen vergangen, in denen die Familie mehr Zeit beim Arzt und in Krankenhäusern verbracht hat als zu Hause. Seit Montag ist Maurice für sechs Wochen im Klinikum Berlin-Buch untergebracht. Dort bestrahlen die Ärzte den Tumor und verabreichen Medikamente. Katrin und Maik Wegner sind für die Dauer der Behandlung von ihren Arbeitgebern vom Dienst freigestellt und verbringen so viel Zeit wie möglich mit ihrem Sohn. Dem Zwölfjährigen haben die Krankheit und die Therapie stark zugesetzt. Er ist schnell müde, das Sprechen fällt ihm schwer, sein linkes Auge schließt nicht. „Ich vermisse die Schule und meine Freunde“, sagt er. Wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird, möchte er unbedingt zur Premiere des neuen Star-Wars-Films.

Von Christian Zielke

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