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Teltow-Fläming Diamantenes Abitur in Luckenwalde
Lokales Teltow-Fläming Diamantenes Abitur in Luckenwalde
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04:35 27.05.2016
Schulleiter Michael Kohl (stehend) verteilte zur Einsicht die 60 Jahre alten Abiturarbeiten an die diamantenen Gäste. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Die Schulzeit ist ja angeblich die schönste Zeit. Das glaubt zwar niemand, der noch zur Schule geht, aber mit wachsendem zeitlichen Abstand werden die Erinnerungen daran scheinbar immer verklärter. So jedenfalls erging es am Donnerstagvormittag sieben Ex-Abiturienten und ihren vier Begleitern, als sie im Direktorenzimmer des Luckenwalder Friedrich-Gymnasiums die Sektkorken knallen ließen. Immerhin hatten sie vor 60 Jahren ihr Abitur gemacht und wollten das nun mit einem Besuch in ihrer ehemaligen Penne feiern und begießen.

Lebensmittelkarten statt Feuerzangenbowle

„Aber jeder nor einen wönzigen Schlock“, wurde Heinz Rühmann aus dem Kultfilm „Die Feuerzangenbowle“ beim Eingießen des Schaumweins zitiert – wie wohl immer, wenn Alkohol in einer Schule ausgeschenkt wird. Denn exakt solch eine Erinnerung hatten die älteren Herrschaften an ihre Jugendzeit nicht – da ging es eher darum, wie man welche Lebensmittelkarten bekam und wo man die gegen etwas anderes Essbares als das, was darauf gedruckt war, eintauschen konnte. Dennoch erinnerte sich die lustige Truppe an so manchen Schulstreich und so einige originelle Lehrer.

Das Hauptportal mit Schnee zugeschippt

So erzählten sie Schulleiter Michael Kohl, wie sie im Winter nach einem heftigen Schneefall abends das Hauptportal der Schule mit der weißen Masse zuschippten. „Leider wurden wir dabei von einem Lehrer erwischt, der gerade aus der Kneipe kam.“ Die Folge: Am nächsten Tag mussten sie rund um die Schule alles sauber fegen.

Sieben von einstmals 14 Abiturienten trafen sich nach 60 Jahren wieder in ihrer alten Schule. Dort wurden sie von Schulleiter Michael Kohl (hinten rechts) empfangen. Quelle: Hartmut F. Reck

14 Schüler waren sie damals in der Abiturklasse, fünf davon gingen später in den Westen. Elf der damaligen Schüler leben noch, sieben davon kamen zum Klassentreffen, zwei davon aus Luckenwalde. Manfred Wolter ist der einzige aus seiner ehemaligen Klasse, der Lehrer geworden ist und als solcher wohl die meiste Zeit an dieser Schule zugebracht hat. So hat er mit nur vier Jahren Unterbrechung während des Studiums von 1952 bis 1996 in dem Schulgebäude zunächst als Schüler und dann als Mathematik- und Physiklehrer verbracht. Fächer also, für die es heute schwer ist, Lehrer zu finden. Am liebsten hätte Michael Kohl ihn gleich für Vertretungsstunden wieder angeheuert, aber Manfred Wolter winkte ab. Aus den anderen Abiturienten von 1956 ist auch alles etwas geworden: ein Richter, ein Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, ein Verfahrenstechniker, ein Elektrotechniker und zwei Bauingenieure.

Und bei Siegfried Sperling, dem zweiten in Luckenwalde gebliebenen Mitschüler, wurde Donnerstagabend im Garten der Grill angeschmissen. Wahrscheinlich gab es dazu für jeden etwas mehr als „nor einen wönzigen Schlock“.

Von Hartmut F. Reck

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