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Die Angler und ihr austrocknendes Sorgenkind

Rangsdorf Die Angler und ihr austrocknendes Sorgenkind

Mit 160 Mitgliedern ist der Anglerverein Rangsdorfer See einer der größten und ältesten Vereine des Ortes. Fast 90 Jahre liegt die Gründung zurück. Sorgen macht den Vereinsmitgliedern der Zustand des Sees, der immer mehr austrocknet. Sie hoffen auf eine gigantische Kraftanstrengung zu dessen Rettung.

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Die Mitglieder des Anglervereins Rangsdorfer See verbindet die Liebe zur Gemeinschaft. Fischliebhaber muss man hingegen nicht sein.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)

Rangsdorf. Geschichten über Vereine kommen selten ohne die übliche Klage über fehlenden Nachwuchs aus. Beim Anglerverein Rangsdorfer See ist das anders. Mit 160 Mitgliedern steht der Verein im 90. Jahr seines Bestehens bestens da. „Wir haben einen stetigen Zuwachs“, sagt der Vorsitzende Roy Riedel.

Man könne sich sogar den Luxus erlauben, diejenigen, die nur auf einen Bootsplatz schielten, draußen zu lassen. „Uns geht es darum, aktive Mitglieder zu haben“, sagt Riedel. Erst kürzlich haben wieder viele beim Arbeitseinsatz mit angepackt und den Unrat der vergangenen Monate aus dem See und vom Ufer gesammelt. „Man ist immer wieder baff, was man so findet“, sagt Jürgen Enderlein.

Im Sommer 2016 war der See besonders stark ausgetrocknet

Der Müll, den die Menschen in die Natur kippen, ist nicht das einzige, was den Anglern Sorge macht. Es ist auch die Natur selbst. Lässt man ihr freien Lauf, wird der Rangsdorfer See in einigen Jahren verlandet sein. Lothar Ziegler, der stellvertretende Vorsitzende, ist seit mehr als 40 Jahren im Verein. Er kennt den See wie kaum ein Zweiter. „So wenig Wasser wie im vorigen Jahr hatten wir wahrscheinlich noch nie“, sagt er. Im Sommer habe er Mühe gehabt, mit dem Boot vom Ufer weg zu kommen, weil der Wasserstand so niedrig war. Die Sommer der vergangenen Jahre seien immer trockener und heißer gewesen, der Glasowbach als wichtigster Zufluss liefert kaum Wassernachschub. Wenn im Hochsommer die Algen zu wachsen beginnen, verschärfe sich das Problem des fehlenden Sauerstoffs im Wasser zusätzlich. „Für Angler ist das eine Katastrophe“, sagt Roy Riedel. Eigentlich bietet der Rangsdorfer See reichlich Plötze, Blei, Aal, Karpfen und Zander.

Angler wünschen sich, dass der See ausgebaggert wird

Das große Fischsterben 2010 sei ein Segen für den See gewesen, weil seitdem der Amur-Karpfen, der einst von den sowjetischen Streitkräften angesiedelt wurde, aus dem See verschwunden ist. Als Planktonfresser waren die Karpfen für Angler ohnehin kaum zu fangen, außerdem haben sie den anderen Fischen den Sauerstoff weggenommen und allerhand Kleintiere aufgefressen. Ohne die eingeschleppten Fische ist der See noch lange nicht gerettet. Roy Riedel wünscht sich, dass Land und Gemeinde in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den See mehrere Meter tief ausbaggern und den Schlamm absaugen. „Wir wissen, dass es schwierig ist, das Geld locker zu machen“, sagt er. Er spreche nicht nur als Angler, sondern auch als Rangsdorfer. Ort und See seien untrennbar miteinander verbunden.

Im kommenden Jahr feiert der Verein sein 90. Gründungsjubiläum. Um mitzumachen, muss man nicht einmal Fisch mögen. Roy Riedel liebt die Entspannung, den Blick auf das Wasser. „Es geht um den Kick“, sagt Klaus Biermordt. Jürgen Enderlein schätzt die Geselligkeit. Nach dem Angeln sitzen alle bei einem Bier im Vereinshaus, spielen Skat oder grillen. Nur eins tun sie nicht: erzählen, wo sie die größten Fische gefangen haben. „Anglerlatein gehört mal dazu“, sagt Lothar Ziegler, „Riesenfische hält man geheim. Pilzsammler verraten schließlich auch nicht ihre besten Stellen“.

www.anglerverein-rangsdorfersee.de

Von Christian Zielke

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