Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Die Auftragsbücher sind voll

Dahmeland-Fläming Die Auftragsbücher sind voll

Auch die Bauunternehmen in Dahmeland-Fläming profitieren vom landesweiten Bauboom.Wer derzeit kurzfristig einen Handwerker sucht, hat es daher nicht leicht. Denn die Betriebe haben alle Hände voll zu tun und sind teilweise mehrere Monate im Voraus ausgebucht. Doch nach wie vor fehlen dringend Fachkräfte.

Voriger Artikel
Kirchen-Förderverein hat viel erreicht
Nächster Artikel
Kunstflieger holen EM-Bronze

Die Bauunternehmen in der Region haben alle Hände voll zu tun.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Wer derzeit kurzfristig einen Handwerker sucht, der hat es nicht leicht. Die Betriebe sind inzwischen teilweise mehrere Monate im Voraus ausgebucht. Denn der anhaltende Bauboom in Brandenburg füllt auch die Auftragsbücher der Bauunternehmen und Handwerksbetriebe in der Region Dahmeland-Fläming.

Seit drei Jahren steigt die Nachfrage

„Nachdem wir 2004 einen starken Einbruch verzeichnen mussten und Jahre mit wenigen Aufträgen folgten, steigt die Nachfrage seit drei Jahren wieder stark an“, erklärt der Obermeister der Baugewerks-Innung Teltow-Fläming, Bernd Dieske. Vor allem im berlinnahen Raum, aber auch in der Fläche werde immer mehr gebaut und saniert. Den Aufschwung erklärt sich Innungs-Obermeister Bernd Dieske so: „Die Menschen bekommen bei der Bank kaum noch Zinsen für ihr Geld und legen es dann vielleicht lieber in materiellen Werten an.“

Neugründungen bei den Ein-Mann-Unternehmen

Sehr zur Freude der Unternehmen. Mittlerweile kann der Bauingenieur auch wieder vereinzelt Firmenneugründungen beobachten. Dabei handelt es sich in erster Linie um Ein-Mann-Unternehmen, so Dieske. Zu seinem Leidwesen werden allerdings nur noch wenige davon Mitglied der Innung.

Viele Gewerke profitieren vom Bauboom

Doch nicht nur der Neubau von Einfamilienhäusern und Gewerbeeinheiten ist ein Grund für den Aufschwung. Einen großen Anteil hat auch die Sanierung von Gebäuden, wozu die Wärmedämmung und Fassadenarbeiten gehören. Davon wiederum profitieren dann auch andere Gewerke, wie etwa das Malerhandwerk.

Zahlen und Fakten

882 Betriebe sind im Landkreis Teltow-Fläming in der Baubranche tätig. Dazu gehören neben den Maurern und Betonbauern (191 eingetragene Firmen) auch Dachdecker, Zimmerer, Tischler, Klempner, Elektrotechniker, Gerüstbauer und etliche zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Berufe.

Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es allein 205 als Baubetrieb eingetragene Unternehmen.

Im Land Brandenburg stieg der baugewerbliche Umsatz in den Betrieben des Bauhauptgewerbes, mit 20 und mehr Beschäftigten, nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg im ersten Halbjahr 2016 um 14,9 Prozent auf 1 148,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Tiefbau verzeichnete ein Umsatzplus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

15 869 Personen waren im Juni im Land Brandenburg in den Baubetrieben beschäftigt. Das sind 1,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Entgelte stiegen allerdings um 1,4 Prozent auf insgesamt 44,6 Millionen Euro.

Der baugewerbliche Umsatz je Beschäftigtem betrug im Juni landesweit 14 946 Euro. Damit lag dieser 2,9 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Insgesamt wurden rund 1,9 Millionen Arbeitsstunden geleistet.

„Während die Leute vor 20 Jahren viel häufiger noch selbst angepackt haben, um Geld zu sparen, investieren sie heute eher in einen guten Fachmann“, sagt Matthias Höppe von der Maler- und Lackiererinnung Königs Wusterhausen. Zwei Monate im voraus ginge bei vielen Malerbetrieben nichts mehr. „Die Zeiten, in denen wir um die Aufträge kämpfen mussten, sind glücklicherweise vorbei“, sagt Höppe.

Es mangelt weiter an Fachkräften

Einige Betriebe würden jedoch versuchen, Freiräume zu lassen, um bei Notfällen noch Termine an Kunden vergeben zu können. Doch auch das sei gar nicht so einfach. „Im Malerbereich gibt es viele Ein-Mann-Unternehmen, die haben gar nicht die Kapazitäten, um mehr oder größere Aufträge anzunehmen“, so Höppe. Doch geeignete Fachkräfte zu finden ist nach wie vor ein Problem.

Nachwuchssuche ist schwierig

Innungsobermeister Matthis Höppe führt selbst einen Malerbetrieb in Bestensee. Gerne würde auch er wieder einen Lehrling ausbilden, allerdings findet er schlichtweg keinen geeigneten Bewerber. Und damit ist er nicht allein.

Altersdurchschnitt in Baubranche sehr hoch

„Das Problem ist ja auch, dass wir in den vergangenen Jahren zu wenig ausgebildet haben“, erläutert Bernd Dieske. Geburtenschwache Jahrgänge und ein weiter sinkendes Interesse am Handwerk ließen die Betriebe bei der Suche nach geeignetem Nachwuchs verzweifeln. Mit den Auswirkungen müssen die Bauunternehmen heute leben. „Das Durchschnittsalter in der Baubranche liegt bei über 50 Jahren. Bei der starken körperlichen Arbeit ist das natürlich für viele ein Problem“, sagt Dieske.

Viele Azubis werden übernommen

Wer sich daher für eine Ausbildung im Baugewerbe entscheidet, hat derzeit gute Chancen, langfristig beschäftigt zu werden. „Von den Auszubildenden die jetzt fertig geworden sind, wurde ein Großteil in den Betrieben übernommen. Das ist sehr positiv“, sagt Heidrun Wachner von der Kreishandwerkerschaft Dahme-Spreewald. Dennoch sei die Situation insgesamt schwierig.

Anforderungen sind gestiegen

Zu viele junge Leute würden laut Heidrun Wachner nach Berlin oder in andere Ecken Deutschlands abwandern. Und bei denen, die sich für eine Ausbildung interessieren, reichen oft die Leistungen nicht aus. „Der Spruch, dass man eben Bauarbeiter wird, wenn man für andere Sachen zu dumm ist, trifft schon lange nicht mehr zu“, sagt Heidrun Wachner. In allen Bereichen seien die Anforderungen inzwischen gestiegen. Gute schulische Leistungen sind da eine Voraussetzung.

Einige Betriebe setzten Leiharbeiter ein

Um den Fachkräftemangel auszugleichen, setzen einige Firmen auch Leiharbeiter ein. „Wenn wir sehr viel zu tun haben, beschäftige ich zwei Leiharbeiter, die dann helfen die Auftragsspitzen abzudecken“, sagt Matthias Höppe. Das sei aber natürlich auch keine langfristige Lösung, um die steigenden Auftragszahlen zu bewältigen.

Von Danilo Hafer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Würden Sie Wasserfähren im alltäglichen Nahverkehr als Alternative zu Bus und Bahn annehmen?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg