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Die Bahn kam früh

MAZ-Rekorde: Der älteste Bahnhof Die Bahn kam früh

Im Jahr 1841 ist der erste Bahnhof in der Region in Luckenwalde eröffnet worden. Die Eisenbahnverbindung von Luckenwalde nach Berlin prägte die Entwicklung der Stadt maßgeblich: Industrieunternehmen siedelten sich an, immer mehr Menschen zogen nach Luckenwalde. Heute wirkt der Bahnhof eher unscheinbar – die Bahnverbindung ist dennoch wichtig.

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Um 1915: Blick auf den Bahnsteig am Luckenwalder Bahnhof.

Quelle: Heimatmuseum Luckenwalde

Luckenwalde. Wer zum ersten Mal mit dem Zug nach Luckenwalde fährt, ahnt wohl nicht, wie groß die historische Bedeutung des Bahnhofs für die Stadt ist. Er hat die industrielle und kulturelle Entwicklung der Stadt maßgeblich vorangetrieben. Heute liegen sich beide Bahnsteige auf dem Hochdamm schmucklos gegenüber. Der Fahrstuhl, nach unten in die Stadt, funktioniert nicht. Auf der grauen Treppe pressen sich die Aussteigenden eilig hinunter.

Unten angekommen, können sie sich zwischen einem Weg durch den Tunnel oder einem kleinen hinter der Bibliothek entscheiden. Kein großes Bahnhofsgebäude mit Bäckerei, Servicecenter und Zeitungsladen wie anderswo. Dabei war der Luckenwalder Bahnhof einst ein Vorzeigeobjekt: Er ist der älteste in der Region und hat vieles in der Stadt verändert.

Die Entwicklungen in der Stadt, vor allem im Hinblick auf den Eisenbahn-Anschluss Luckenwaldes, hat Dietrich Maetz lange Zeit untersucht. Der Heimatfreund weiß daher, dass die Berlin-Anhalter-Eisenbahn am 21. Juni 1841 eröffnet wurde. Ab dem 1. Juli 1841 war eine Fahrt von Luckenwalde nach Berlin mit der Eisenbahn in einer Stunde und 15 Minuten möglich – und das dreimal am Tag. Die Postkutschen hatten zuvor die fünffache Zeit benötigt.

Historisches zur Anhalter Bahn

Die Anhalter-Bahn vom Anhalter-Bahnhof in Berlin bis nach Dessau ist insgesamt 152,9 Kilometer lang.

Der Südabschnitt von Köthen nach Dessau ging bereits am 1. September 1840 in Betrieb.

Bis zum 10. September 1841 waren auch die drei mittleren Streckenabschnitte, Coswig–Wittenberg–Jüterbog fertiggestellt.

Bis zum Jahr 1843 kamen die Bahnhöfe Großbeeren und Ludwigsfelde auf der Strecke dazu.

Den Bau des Bahnhofes habe der Unternehmer Heinrich Conrad Carl veranlasst, erzählt Maetz. Carl war der Schwiegersohn eines Fabrikbesitzers aus Luckenwalde und selbst Kaufmann in Berlin. Er selbst hatte seinerzeit im Herrenhaus der großen Fabrik gelebt – dem heutigen Luckenwalder Vierseithof. Von dort konnte er direkt auf den Bahnhof schauen. „Wenn er die Eisenbahn gesehen hat, konnte er losgehen – die Bahn hat ohnehin eine Viertelstunde in Luckenwalde gehalten“, sagt Maetz. Schon in den ersten drei Monaten fuhren 300 Menschen mit der Eisenbahn.

Die Bahnverbindung von Berlin nach Luckenwalde löste einen regelrechten Bauboom aus. Mehrere Straßen wurden angelegt, Menschen zogen in die Stadt: 1841 hatte Luckenwalde noch 5700 Einwohner, 1865 waren es schon mehr als doppelt so viele.

Das erste Bahnhofsgebäude lag noch westlich der Bahnstrecke, das zweite, größere, wurde 1880 auf der Stadtseite errichtet. Es war nötig, weil immer mehr Luckenwalder Industrieprodukte per Bahnpost verschickt wurden. 1917 kam die Bahn auf den Hochdamm und das dritte Bahnhofsgebäude wurde gebaut. Nach der Wende verkam es und wurde von der Bahn nicht mehr saniert. Ein neues Gesicht hat es seit 2008: Seitdem ist dort die städtische Bibliothek beheimatet – und im Bahnhof ist seitdem wieder Leben.

Von Anja Meyer

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