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Die Bierstube war ein Nebenerwerb

Neue Ausstellung Die Bierstube war ein Nebenerwerb

Schankgenehmigungen waren im 19. Jahrhundert umkämpft und wurden meist nur an Leute vergeben, die im Nebenerwerb eine Bierstube betrieben. Darüber informiert jetzt eine neue Ausstellung in der Heimatstube in Sperenberg.

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Elke Träger und Klaus Wendt im Ausstellungsraum

Quelle: Gudrun Ott

Sperenberg. Eine neue Ausstellung in der Heimatstube erzählt die Geschichte der Sperenberger Schankrechte. Schankgenehmigungen mussten zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts beantragt werden und wurden in seltenen Fällen an Gastwirte gegeben. Vielmehr erhielten diese Rechte Handwerker, wie Töpfer, Bauern, Fleischer, die ihre Bierstuben im Nebenerwerb betrieben. „Mit dem Gasthof Alter Krug als Hauptgewerbe, fanden wir 15 Gaststätten, die als Nebengewerbe betrieben wurden“, erzählt Klaus Wendt, Mitglied des Fördervereins Heimatstube und verantwortlich für Ausstellungen.

Einen Ausschank betrieb etwa der Büdner Julius Zuchantke, der 1906 die Genehmigung für eine Bierstube auf seinem Grundstück in der Gipsstraße 6 erhielt. Nach dessen Tod führte sein Sohn Herman den Ausschank nur an den Wochenenden weiter. Eine Nachbarin berichtete von lauten und lustigen Skatrunden, ist in der Ausstellung zu lesen. Der Kaufmann Kurt Hill, der mit seiner Frau einen Kolonialwarenhandel und ein Restaurant betrieb, erhielt im November 1919 die Schankgenehmigung und durfte das damals bekannte „Schulltheiss Patzenhofer“ Bier verkaufen.

Elke Träger vom Förderverein Heimatstube und ihre Tante Regina Fiedler waren vor eineinhalb Jahren im Archiv der Heimatstube auf einen Aktenordner mit der Aufschrift „Schankgenehmigungen“ gestoßen. „Das hat uns neugierig gemacht und wir wollten mehr darüber erfahren“, sagt Elke Träger. Sie ist die Enkelin von Karl Fiedler, dem Hobby-Archäologen und Historiker, der 1957 die Heimatstube gründete. Und von ihrem Großvater hat sie wohl auch die Eigenschaft geerbt, den Dingen auf den Grund zu gehen.

In der neuen Ausstellung bekommen die Besucher Auskunft über ein Stück Sperenberger Geschichte. Die Macher sprachen mit Zeitzeugen, fanden Original-Dokumente, die belegen, wie sehr Gastwirte im Nebenerwerb um die Schankrechte kämpfen mussten. Die Genehmigungen wurden nämlich nur für einen begrenzten Zeitraum erteilt, der nicht länger war, als ein oder zwei Jahre. Leihgaben, wie einhundert Jahre alte Gläser, ein Bowle-Gefäß aus jener Zeit, oder der Zapfhahn von 1907 aus den Bierstuben von Charlotte und Otto Blassmann, runden das Bild dieser sehr sehenswerten Ausstellung ab.

Info: Die Heimatstube in Sperenberg ist jeweils samstags und sonntags an den Nachmittagen geöffnet. Die Ausstellung zu den Schankgenehmigungen ist noch bis Anfang Dezember zu sehen.

Von Gudrun Ott

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