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Teltow-Fläming Die Eltern von Pumba, Peter und Chuck Norris
Lokales Teltow-Fläming Die Eltern von Pumba, Peter und Chuck Norris
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19:28 14.02.2014
Philipp Badenhoop (l.) und Felix Spaude mit ihren Robotern. Quelle: Peter Degener
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Wildau/Rangsdorf

Vergangene Woche konnten sie den Robotern zum Abschluss der Akademie endlich „Leben“ einhauchen, nachdem sie mit Unterstützung des Lehrstuhls für Telematik der Technischen Hochschule Wildau einen Grundkurs im Programmieren absolviert hatten. Zuvor war den Schülern des Rangsdorfer Fontane-Gymnasiums und des Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasiums in Berlin-Karlshorst viel Fingerspitzengefühl abverlangt worden.

„Diese Roboter sind Bausätze, die erst zusammengefügt werden müssen“, sagt Mike Boljes. Er ist Ausbilder beim Dabendorfer Autozulieferer Novero, einem Spezialisten für Kommunikationstechnik. „Wir haben den Schülern die Technik des Lötens beigebracht und die sogenannten Nibo-Roboter zusammengesetzt“, berichtet er. Beim Beginn der Akademie im November bestanden die Maschinen nur aus leeren Platinen. Zwei Monate später waren sie mit einem Fahrwerk, LED-Lampen, Phototransistoren zur Abstandsmessung, Bodensensoren zum Erkennen von Hindernissen, einer Antenne, einem simplen Lautsprecher und einem Display bestückt.

In der letzten Phase der SIA hat Janett Mohnke, Professorin für Telematik an der Technischen Hochschule Wildau, den Schülern Grundkenntnisse der Programmierung vermittelt. Die Meinung der Schüler: „Sie ist besser als unsere Informatik-Lehrer und bemüht sich um Spaß an der Sache.“

Aber was können Pumba und Co nach den ersten Tagen? Die 17-jährige Vanessa Rettkowski vom Rangsdorfer Fontane-Gymnasium tüftelt gerade daran, dass ihr auf den Namen Novica getauftes Gefährt „einem Abgrund rückwärts ausweichen kann und es Hindernisse in seiner Umgebung erkennt“.

Ihr Mitschüler Philipp Badenhoop versucht, den selben Effekt mit einer raffinierteren Methode zu erreichen: „Ich will, dass er nicht erst stehen bleibt, sondern beim Erkennen sofort ausweicht“. Sein Roboter Peter hat weit über 1000 Zeilen Programmiercode zur Verfügung. Zum Vergleich: die Erkennung des Abgrunds kann man mit weniger als 100 Zeilen erreichen. Der Nasa-Roboter „Curiosity“, der auf dem Mars arbeitet und laut Mohnke in der selben Sprache (“C“) programmiert ist, hat zweieinhalb Millionen Codezeilen.

Max Heimanns kleiner „Pumba“ spielt auf Knopfdruck die Melodie des Computerspiels Tetris und das Nachbargefährt „Chuck Norris“ hat ein Programm namens „Discobot“, bei dem es sich im Kreis dreht und seine Lichter in wilden Sequenzen aufleuchten. Zusammen ergeben sie ein gutes Team. Bei anderen Robotern wird beim Anschalten eine Grafik und der Batteriestand angezeigt, wie man es sich bei einem Auto-Bordcomputer vorstellen kann. Die Betreuer sind überzeugt, das SIA sehr praxisnah ist und bei Berufsentscheidungen hilft.

Vanessa hat in der Akademie ihr Berufsbild korrigiert. „Man schreibt hier sehr viel, ohne ein direktes Ergebnis zu sehen“, sagt sie. Max will später zwar keine Roboter bauen, sondern interessiert sich für Animationstechnik, aber die gemachten Erfahrungen möchte er trotz des Zeitaufwands nicht missen. Für Philipp, der noch immer am Ausweichmanöver tüftelt, steht die Zukunft schon fest: „Ich will zum Hasso-Plattner-Institut nach Potsdam, um Systemadministration zu studieren.“

Die SIA gibt es in Brandenburg seit sechs Jahren. Das Projekt „Telematik“ ist nur eines von vielen im Bereich der Naturwissenschaften. Neben der TH Wildau und dem Unternehmen Novero ist das Projekt auch der Stiftung „Fachkräfte für Brandenburg“ der IHK Potsdam zu verdanken. Die Schüler dürfen ihre Roboter behalten – mancher tüftelt vielleicht weiter. Ob daraus ein automatischer Staubsauger entsteht oder der Programmcode bei der nächsten Generation von Mars-Rovern an Bord ist, spielt jetzt noch keine Rolle.

Von Peter Degener

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