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Teltow-Fläming Die Energiewende von Dahme
Lokales Teltow-Fläming Die Energiewende von Dahme
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19:00 12.02.2014
Beim Energieforum durfte jeder Teilnehmer mit Punkten die vorgestellten Projekte bewerten. Der Werbiger Campus und der Ausbau der Energieberatung kamen auf Platz 1. Quelle: Klemens
Dahme

Die Energiewende ist im Dahmer Land offenbar schon weit vorangeschritten. Das haben die Ingenieure vom Planungsbüro Ernst Basler und Partner festgestellt, das im Auftrag von Dahme und Niederer Fläming eine Energiebilanz erarbeitet und nach Einsparpotenzialen forscht. „Die Dahmer Kommunen und die Gemeinde Niederer Fläming sind in Sachen Energiemanagement schon sehr weit – viel weiter sogar als manch größere Stadt“, sagte Stephan Kathke vom Planungsbüro beim Energieforum in der Dahmer Klosterkirche.

Es war am Montagabend die zweite Runde nach dem ersten Forum am Jahresende in Werbig. Anhand bereits laufender Projekte sollten die etwa 30 Teilnehmer einen Überblick über die Machbarkeit, die Chancen und die Schwierigkeiten bekommen, die sich bei der Planung alternativer Energie-Ansätze ergeben. Dass den Kommunen dabei in Punkto Beispielwirkung eine Schlüsselrolle zukommt, darüber war man sich einig. Auch der Aspekt Daseinsvorsorge spielt eine große Rolle.

Kommentar von Alexander Engels

Aktion und Verständnis

So macht die Energiewende doch Sinn: Biogasanlagen beheizen die angrenzenden Ställe, ein Hof versorgt sich mit Solarstrom vom eigenen Dach, Schüler lernen an Lehrpfaden, wie Energie – nicht nur in der eigenen Schule – produziert wird. Während die hohe Politik über Offshore-Windanlagen, Leitungs-Trassen durch die Republik oder gar Riesen-Solarparks in der Sahara diskutiert, sind Kommunen und Privatleute im Dahmer Land längst in die sinnstiftende Praxis eingestiegen. Die Projekte, die beim Energieforum präsentiert wurden, stoßen auf öffentliche Akzeptanz, weil ihr Nutzen unmittelbar zu spüren ist– anders als etwa bei großen Windparks, von denen die Anwohner in der Regel nichts haben. Stattdessen schließen sich regionale Kreisläufe – zwischen Produktion und Verbrauch sowie zwischen Aktion und Verständnis.

„Früh übt sich – Energieeinsparung an Schulen“ lautete der Titel des ersten Projektes, das an diesem Abend vorgestellt wurde. Und zwar mit Erfolg, wie Werina Neumann, Klimaschutz-Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Teltow-Fläming, erläuterte. Gleich zwei Aspekte konnten durch die Einbeziehung von Schülern, Lehrern und technischen Angestellten bedient werden. Stolze 50.000 Euro konnten allein im Jahr 2012 in den elf Schulen des Kreises bei den Energiekosten gespart werden. In Workshops und Vorträgen, bei Projekten und detektivischen Kontrollgängen durch die Häuser wurden Energiefresser aufgespürt und die richtige Handhabung von Lüftung und Beleuchtung trainiert. Sicher ist sich Neumann, dass die beteiligten Schüler dieses Wissen mit nach Hause nehmen, was dort zu weiteren Energiespareffekten führe und das öffentliche Bewusstsein schule.

Energetisch erfolgreich, wirtschaftlich aber wohl nur dank Fördemitteln zu realisieren, war der Umbau der Heizungsanlage an der Dahmer Grundschule, wie Amtsdirektor Frank Pätzig anhand einer ersten Bilanz erläuterte. 6700 Euro konnten dank des neuen Blockheizkraftwerkes im ersten Jahr eingespart werden. Für Nachahmer dürften die Anschaffungskosten von 170.000 Euro, zumindest ohne Förderung, eine zu große Hürde sein. Auch die laufenden Wartungskosten seien nicht zu unterschätzen, erläuterte Pätzig. Erhöht werden könnte der Einspareffekt, wenn weitere Verbraucher angeschlossen würden, da die Anlage mehr Strom erzeugt, als die Schule selbst benötigt. Doch scheitere dies derzeit an den laufenden Verträgen mit dem Stromanbieter.

Ins Schwärmen gerät der Borgisdorfer Rudolf Horn, der beim Bau seiner Hähnchenmast-Anlage auf erneuerbare Energien gesetzt hat. Die Entscheidung zur Biogas-Anlage und die Installation einer großen Photovoltaikanlage auf den Dächern der Ställe hat der Landwirt nicht bereut. 90 Prozent Heizkostensenkung, Strom für das öffentliche Netz und Dünger für den Landwirtschaftsbetrieb lautete seine stolze Bilanz.

Ganz oben in der Gunst des Publikums stand am Ende des Abends auch das Werbiger Projekt „Campus der Generationen“, das Bürgermeister David Kaluza vorstellte. Energetisches Herzstück ist die geplante Umrüstung der bisherigen Hackschnitzel-Anlage durch eine wesentlich effizientere und besser steuerbare Pellet-Heizung. Sie soll dann mit regional erzeugten Elefantengras-Pellets betrieben werden. Innerhalb des Vorhabens sollen die Schüler über einen Energielehrpfad einbezogen werden. Die erzeugte Wärme reiche aus, sagte Kaluza, um den Campus aus Schule und Kita, Verwaltung und sozialen Diensten zu versorgen.

Von Uwe Klemens

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