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Teltow-Fläming Die Familiengeschichte der Bachs
Lokales Teltow-Fläming Die Familiengeschichte der Bachs
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11:54 03.02.2014
Der Dabendorfer Autor Klaus-Rüdiger Mai. Quelle: Hartmut F. Reck
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Dabendorf

Johann Sebastian Bach kennt jeder. An seinen zweiten Sohn Carl Philipp Emanuel Bach erinnert man sich derzeit wieder in Vorbereitung auf dessen 300.Geburtstag auch in Potsdam. Selbst von den anderen Söhnen Wilhelm Friedemann, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian Bach hat man schon mal gehört. Aber wer wusste schon von der Existenz von Johann Aegidius, Johann Ambrosius, Johann August, Johann Bernhard, Johann Valentin, Johann Friedrich, Johann Ernst, Johann Lorenz, Johann Wilhelm und – hoppla – Tobias Friedrich, Friedrich Adam, Simon Friedrich, Wilhelm Friedrich, Samuel Friedrich, Johann Philipp, Gottlieb Bernhard und wie sie alle hießen? All die genannten und noch viele Personen mehr haben zwei Sachen gemeinsam: Sie heißen alle Bach mit Nachnamen und waren ungeheuer musikalisch.
Insgesamt 172 verschiedene Bachs, teilweise mit der selben Vornamenkombination, sind im Personenregister des neuen Buchs von Klaus-Rüdiger Mai „Die Bachs. Eine deutsche Familie“ aufgezählt. 55 davon behandelt er auf 448 Seiten näher.
Der Autor wird aus dieser bisher einmaligen Familiengeschichte am Sonnabend, dem 8.Februar, um 16 Uhr in der Friedenskirche in Potsdam lesen. Dies sollte eigentlich schon am 5. Dezember passieren, musste aber wegen des Sturms „Xaver“ verschoben werden. Dem Thema des Buches angemessen, wird der emeritierte Kantor Matthias Jacob die Lesung musikalisch begleiten und verschiedene Stücke aus Johann Sebastian Bachs Orgelbüchlein spielen.
Die Familiengeschichte beginnt mit dem musikalischen Müller Veit Bach. Der überzeugte Lutheraner kehrte Ende des 16. Jahrhunderts aus Ungarn, wo er eine Zeit lang gearbeitet hatte, in seinen thüringischen Heimatort Wechmar zurück, wo er eine Mühle betrieb. Er war der älteste Vorfahr, von dem Johann Sebastian Bach wusste. Ihm folgten Spielmänner und Stadtpfeifer, Musikanten und Musiklehrer, Kantoren und Komponisten, Cembalisten und Organisten, Violinisten und Virtuosen, Kirchen-, Hof- und Ratsmusiker.
Ihre Ausbildung erhielten sie bei ihren Vätern oder deren Cousins. Über sieben Generationen und in etwa 300 Jahren entwickelte sich ein weitverzweigter Clan der „Musicalisch-Bachischen“ Familie, die eng zusammenhielt und deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützten. Sie alle prägten die an sich schon reiche Musikgeschichte Mitteldeutschlands und schließlich Mitteleuropas. Der Name Bach entwickelte sich zu einem Gütezeichen, um das sich Kirchengemeinden, Fürstenhöfe und Ratsherren bemühten.
Schriftsteller Klaus-Rüdiger Mai hat diese Familiengeschichte erforscht und zu einem gelungenen erzählerischen Werk zusammengefasst. Es ist keine musikwissenschaftliche Abhandlung, sondern die Schilderung familiärer Bande und Querverbindungen vor dem Hintergrund historischer Ereignisse und religiöser Auseinandersetzungen vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Neuzeit, zu denen die Bachs die musikalische Begleitung komponierten und konzertierten – von der kirchenmusikalischen Begleitung der Reformation bis zur weltlichen Opernkomposition.
Das liest sich durchaus spannend, doch oft bleibt der Lesefluss an einigen Klippen hängen. Denn es ist nicht so ganz leicht, bei 33 Johann Soundsos von insgesamt 55 genannten Musikern, diese alle auseinanderzuhalten. Doch darauf kommt es gar nicht an. Viel interessanter ist es, wie sich diese Musikerfamilie entwickelt von soliden Handwerkern, die als so genannte Stadtpfeifer ihren Dienst tun und ihr Können in der ständisch organisierten Gesellschaft an ihre Kinder weitergeben, es zu einer Kunstfertigkeit weiterentwickeln, die schließlich in den Kompositionen ihres bekanntesten Familiengliedes Johann Sebastian Bach gipfeln.
Ausgerechnet kurz vor Weihnachten war die erste Auflage von Mais neuestem Sachbuch innerhalb von sechs Wochen restlos vergriffen. Inzwischen steht die zweite Auflage in den Buchregalen und verkauft sich weiterhin gut.
Eine musikalisch untermalte Kostprobe ist am 8. Februar in der Friedenskirche zu hören.

Von Hartmut F. Reck

Klaus-Rüdiger Mai: Die Bachs. Eine deutsche Familie. Propyläen, 448Seiten. Lesung und Gespräch am 8. Februar, 16 Uhr, in der Friedenskirche, Am Grünen Gitter 3, Potsdam-Sanssouci.

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