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Teltow-Fläming Die Fichte aus der Waldstraße
Lokales Teltow-Fläming Die Fichte aus der Waldstraße
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00:27 28.11.2015
Die Waldstraße war fast zu schmal für den Baum. Quelle: Gudrun Ott
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Ludwigsfelde

Des Winters kalter Hauch war am Dienstag deutlich zu spüren, als Männer mit schwerem Gerät in der Waldstraße in Ludwigsfelde anrückten. Sven Erxleben hielt auf seinem Grundstück zum Aufwärmen vorsorglich heißen Kaffee für sie bereit. Die Blaufichte in seinem Vorgarten war zum diesjährigen Weihnachtsbaum für den Rathausplatz bestimmt worden. „Ich freue mich“, sagte er, „dass der Baum auf diese Weise noch einen guten Zweck erfüllt.“ Ehefrau Daniela Hirschberger betrachtete einige abgestorbene Äste und meinte, sie werde das Gefühl nicht los, dass der Baum von dem Moment an begann trocken zu werden, als feststand, dass man ihn fällen würde.

Die Fichte ist stattlich und war in 37 Jahren auf eine geschätzten Höhe von 19 Metern gewachsen – und damit längst über das Dach des Hauses hinaus. Eike Böhm vom Kommunalservice der Stadt machte sich nun daran den Stamm, der einen Durchmesser von 1, 30 Meter aufweist, im unteren Bereich etwas zuzuspitzen. Mittels Kran wurde der Baum am sogenannten Schlupf zunächst unter Spannung gehalten. Der Schlupf ist ein festes Seil, das den oberen Bereich des Baumes umschlingt, erklärte Frank Jäkel. Er gehört zur Firma Timptner Rohrreinigung, die seit 14 Jahren die Stadt und ihre Ortsteile mit den großen Weihnachtsbäumen versorgt.

Eike Böhm (l.) hat seinen Helm abgenommen und ist zufrieden. Quelle: Gudrun Ott

Als Eike Böhm den Baumstamm mit einem glatten Schnitt durchtrennte, sprang der Baum kurz. Das ist ein Moment, der nicht ungefährlich ist. Was dann geschah war sehenswert. Die Blaufichte mit einem Gewicht von zirka zwei Tonnen schwebte, wurde vom Kran über die Stromleitungen der Straßenbeleuchtung gehoben und ganz sanft auf dem bereitstehenden überlangen Transporter abgelegt. Anwohner der Waldstraße hatten die Fotoapparate gezückt . Sylvia Brand, die Mutter von Daniela Hirschberger, hielt ihre staunenden Enkelkinder an der Hand.

„Weihnachten ist was Schönes“, sagte Firmenchef Jürgen Timptner und hauchte in seine Hände. Für ihn und seine Männer war es an diesem Tag nicht der letzte zu fällende Weihnachtsbaum. Die Polizei sperrte den Verkehr auf der Potsdamer Straße und die Feuerwehr sicherte den Transport des Giganten.

In der Innenstadt angekommen, schwebte die Blaufichte noch einmal am Kran. Diesmal über dem Rathausplatz. Dort musste Eike Böhm noch einmal zur Motorsäge greifen, denn der Baumstamm war für die vorgesehene Öffnung noch nicht passgerecht.

Daniela Hirschberger kuschelte sich indes an ihren Mann und dachte darüber nach, Weihnachten mit der Familie auf dem Rathausplatz zu feiern. Keine schlechte Idee, denn dank ihnen steht dort nun ein schöner, großer Weihnachtsbaum.

Eike Böhm vom Kommunalservice nahm nach getaner Arbeit seinen Schutzhelm ab, betrachtete den Baum und meinte zufrieden: „Der steht wie eine Eins.“ Die Blaufichte wurde dann noch geschmückt und strahlte noch am selben Abend im Glanz ihrer Lichter – die Adventszeit in Ludwigsfelde kann kommen.

Von Gudrun Ott

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