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Die Finkel feiert Bühnenjubiläum

Kabarettist Alex Kubiak in Luckenwalde Die Finkel feiert Bühnenjubiläum

Seit 30 Jahren ist der Luckenwalder Kabarettist Alex Kubiak als Annemarie Finkel auf vielen Bühnen in Deutschland unterwegs. Die schrille Kunstfigur unterhält das Publikum bei Festen aller Art. Zum Kabarett kam Kubiak in jungen Jahren als Barmann in Berlin.

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Annemarie Finkel (r.) mit Musicaldarsteller Fabian Klatt bei einem Auftritt in Luckenwalde.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. „Comedy ist mehr als nur Apfelsinen im Dekolleté und ein Fiffi auf dem Kopf“, sagt Alex Kubiak. Und er muss es wissen. Seit 30 Jahren steht er auf der Bühne – die Kunstfigur Annemarie Finkel ist seine Schöpfung. „Der Name fiel mir spontan ein“, sagt der gebürtige Luckenwalder.

Vom Landwirt zu den „Two Ladies“

Nach einer Ausbildung als Landwirt und Kellner zog er Mitte der 80er Jahre nach Berlin. Dort stand er hinterm Tresen einer Bar, in der die Kabarett-Gruppe „Makeab“ probte. Mittlerweile konnte er die Texte auswendig und als unmittelbar vor einer Premiere die Hauptdarstellerin ausfiel, sprang er ein. Die Premiere, in der er Frauenkleider tragen musste, war ein Erfolg. Gemeinsam mit dem Regisseur des kleinen Kabaretts tingelte er als Travestie-Duo „Two Ladies“ durch die damalige DDR. „Wir waren grandios als die zwei Weiber vom Hinterhof, die meinten schick zu sein“, erzählt Alex Kubiak.

Als sein Partner mit Fieber im Bett lag, stand ein Auftritt im Erzgebirge an, der keinesfalls abgesagt werden durfte. Also entschied er, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. Er schrieb ein Stundenprogramm auf einen Zettel und überlegte sich unterwegs, dass er unmöglich als „Two Ladies“ auftreten könne. „In der Sekunde kam mir ,Annemarie Finkel’ in den Sinn“, erinnert er sich. Das war 1985, die Geburtsstunde seiner Soloprogramm-Figur.

Schauspiel- und Gesangsausbildung in Berlin-Pankow

Anfang der 90er Jahre absolvierte er in Berlin-Pankow eine Schauspiel- und Gesangsausbildung. Er bekam kleinere Rollen in Fernsehproduktionen und wurde Nachwuchsmoderator für die Fernsehsendung „Außenseiter-Spitzenreiter“. Doch mit dem Probeaufnahmen kam die Wende und damit platze der Traum.

Mit Annemarie Finkel hielt er sich beruflich über Wasser. „Das Programm ist im Laufe der Jahre immer besser geworden. Annemarie ist schon eine schräge Type“, sagt Kubiak, „auch Kinder finden das Programm toll. Sie wünschen sich, dass ihr Papa oder Opa auch so was machen sollte.“ Ein abendfüllendes Programm geht zwei Stunden. Wenn er zum Schluss die Perücke abnimmt, gibt es immer viel Applaus – aber auch Erstaunen, bei denen, die es vorher nicht mitbekommen haben, dass ein Mann dahintersteckt. Das liegt an den Kostümen, aber sicher auch an den schönen Beinen, auf die so manche Frau neidisch ist.

Gesang und Improvisation

30 bis 40 Titel gehören zu einem Repertoire. Jeder Auftritt ist anders. Das Publikum wird ins Programm einbezogen. Alex Kubiak singt gut und kann improvisieren. Aber es geht auch mal etwas schief. Bei einer Silvesterfeier in Torgau saßen die hochbetagten Senioren um 23 Uhr in hohen Sesseln und konnten ihn weder richtig sehen noch hören. Die Stimmung war im Keller und Alex Kubiak nicht glücklich.

Meist fährt er geschminkt zum Auftritt. Als er einmal von einer Gartenkolonie in Oranienburg gebucht wurde und noch kein Navi im Auto hatte, fand er den Auftrittsort nicht, sondern fuhr im Kreis. Die Polizei hatte ihn schon ins Visier genommen. Bei der Kontrolle waren sie angesichts der Verkleidung ziemlich überrascht. Sie dachten, er wollte eine Bank überfallen. Als sich der Irrtum aufklärte und Kubiak berichtete, dass er schon längst in der Gartenkolonie sein müsste, fuhren sie mit Blaulicht vornweg und brachten ihn sicher ans Ziel.

Inzwischen hat der Luckenwalder so viele Projekte, dass die Zeit kaum ausreicht. Das Radioprojekt, die ehrenamtliche Arbeit in der freien Migrationshilfe und sein Job im Luckenwalder Übergangswohnheim in der Grabenstraße halten ihn auf Trab.

Wunsch: Einmal Cindy aus Marzahn treffen

Hinter Annemarie Finkel steht ein kleines Team „Wir sind insgesamt drei, alle gleichberechtigt. Wir sitzen zusammen am Tisch, um die Projekte zu besprechen“, sagt der Künstler. In seinem neuen pinkfarbenen Kostüm, dass vom Schnitt dem der Bundeskanzlerin ähnelt, möchte er unbedingt mal auf Cindy aus Marzahn treffen, sagt er: „Wir sind die beiden schrägen Nummern aus Luckenwalde.“

Von Margrit Hahn

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