Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Die Firma der riesigen Faserplatten-Fächer
Lokales Teltow-Fläming Die Firma der riesigen Faserplatten-Fächer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:25 30.09.2016
Wie ein riesengroßer Fächer wedeln sich die im sogenannten Sternwender rotierenden Faserplatten scheinbar selbst Luft zu. Quelle: Frank Pechhold
Anzeige
Baruth

Gewaltige Berge voller Holzhackschnitzel und Baumstämme lagern auf dem Gelände des Baruther Werkes der Pfleiderer-Gruppe. Aus diesen Rohstoffen werden Faserplatten hergestellt. Wie das vonstatten geht, darüber informierten die Geschäftsführer Björn König und Torsten Beck während einer Betriebsführung.

Einziger Standort für mitteldichte Faserplatten

„Bei Pfleiderer sind wir der einzige von acht Standorten in Deutschland und Polen, an dem mitteldichte Faserplatten produziert werden“, sagt Werkleiter Björn König. Von der technischen Ausstattung her blieb das ursprünglich von der Holzverarbeitungsfirma Kunz erbaute und bis 2005 betriebene Werk weitgehend so wie bei der Einweihung vor 15 Jahren. Vereinfacht gesagt kommen vorn Holzhackschnitzel rein und Faserplatten hinten raus. Auf ihrem Weg zu Pressen, Säge und Schleifmaschine fliegen die gewaschenen, feuchten Holzfasern durch ein großes Rohr, in dem sie mit heißer Luft getrocknet werden.

Die beiden Pfliederer-Geschäftsführer Björn König (l.) und Torsten Beck. Quelle: Pechhold

Stündlich werden 600 000 bis 700 000 Kubikmeter Luft durch den Rohrstromtrockner geblasen. Dieser gigantische Luftstrom reißt die beleimten Fasern förmlich mit bis zur Fertigungshalle. Dort werden die Fasern zu einer Endlosplatte gepresst und auf das gewünschte Maß zersägt. Dann drehen sich die fertigen Platten in einem wie ein großer, stählerner Strahlenkranz anmutenden Sternwender so lange im Kreis, bis sie abgekühlt sind. Anschließend werden Unebenheiten von einem überdimensionalen Bandschleifer mit Schleifpapier glatt gerieben. Nun erst kommen die Platten in eine große Lagerhalle, wo sie stapelweise auf ihren Abtransport zu den Kunden oder in die Schwesterwerke zur Weiterverarbeitung warten.

Järhlich 360 000 Kubikmeter Faserplatten

Jährlich verlassen rund 360 000 Kubikmeter Faserplatten, die aus 260 000 Tonnen getrocknetem Holz und 70 000 Tonnen Leim hergestellt wurden, das Baruther Werk. Täglich werden 700 bis 800 Tonnen Holz verarbeitet. Um zu wissen, woher das Holz kommt, braucht man nur einen Zirkel zu nehmen und einen Kreis mit einem Radius von 200 Kilometern um den Standort zu ziehen. Bäume und Hackschnitzel werden aus Brandenburg, mehreren benachbarten Bundesländern und Polen größtenteils mit Transportern, aber auch auf dem Schienenweg in Zügen angeliefert. Entsprechend dem großen Produktionsvolumen fallen auch viele Holzabfälle an, die im firmeneigenen Biomassekraftwerk mit einer jährlichen Gesamtleistung von 990 Gigawattstunden in Wärme und Strom umgewandelt werden.

In einer von drei Schaltzentralen überwachen die Anlagenfahrer Tino Ortloff (l.) und Carsten Treder die Produktion. Quelle: Pechhold

„Was die von unseren Kunden gewünschten Plattenmaße betrifft, da sind wir sehr variabel“, sagt Torsten Beck. Die produzierten Platten sind drei bis 40 Millimeter dick und gut zwei bis 2,65 Meter breit. „Wobei unser Produkt keine Spanplatte ist, wie man sie aus dem Baumarkt kennt“, räumt Werkleiter König mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Faserplatten haben eine viele feinere und homogenere Struktur als Spanplatten. Beide finden bekanntlich unter anderem beim Küchenbau Verwendung. „Der klassische Corpus einer Küche besteht aus Spanplatten“, erläutert König. Aus Faserplatten werden vor allem Küchenfrontelemente gefertigt, weil man aus ihnen auch Verzierungen herausarbeiten und der Platte so eine Struktur geben kann. Weiter ist es möglich, in Wand- oder Fußleisten aus Faserplatten Kabelkanäle zu fräsen. „Das geht bei Spanplatten nicht. Wenn man da mit einem Werkzeug in die Tiefe arbeiten würde, kämen einem die Späne entgegen“, sagt König.

Arbeitsplätze gesichert

„Was wir im Werk nicht haben, ist eine Veredelungsstufe“, sagt Björn König. Also werden die Rohfaserplatten entweder unbehandelt verkauft und beispielsweise zu Trägern für Fußböden, Wand- und Deckenpaneelen, Leisten oder Laminat weiter verarbeitet oder in den Pfleiderer-Werken Gütersloh, Neumarkt und Leutkirch veredelt.

Erweiterungspläne für den 24 Hektar großen Standort gibt es nicht. „Vielleicht brauchen wir irgendwann Platz für eine neue Lagerhalle“, sagt König. Aktuell gehe es darum, die Produktion mit den vorhandenen Anlagen zu steigern. Das sichert einerseits die Arbeitsplätze der 135 Mitarbeiter. Andererseits erhalten die acht Azubis so die Chance, nach erfolgreich abgeschlossener Lehre zum Elektroniker, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Industriekaufmann und Produktionstechnologe übernommen zu werden.

Von Frank Pechhold

Mit der Jugendberufsagentur haben der Landkreis Teltow-Fläming, das Jobcenter, die Arbeitsagentur und das Schulamt eine Anlaufstelle für Jugendliche gefunden, die auf ihrem Weg ins Berufsleben beraten werden. Die Jugendberufsagentur besteht erst seit einem halben Jahr, hat aber schon 7700 Beratungsgespräche geführt.

29.09.2016

Ihren Wandertag nutzte die Klasse 2a der Trebbiner Grundschule am Donnerstag zu einem Besuch des Maislabyrinths in Klein Schulzendorf. Auf 1500 Metern Irrwegen und einer Fläche von 24 000 Quadratmetern kämpften sich die Schüler durch den XXL-Irrgarten.

29.09.2016
Polizei Teltow-Fläming: Polizeibericht vom 29. September - Radfahrerin bei Unfall verletzt

An der Einmündung der Theodor-Fontane-Straße in die Potsdamer Straße in Ludwigsfelde ist am Donnerstagmorgen eine Radfahrerin von einem Auto erfasst worden. Die 64-Jährige wurde am Knöchel verletzt und kam ins Krankenhaus.

29.09.2016
Anzeige