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Teltow-Fläming „Die Gemeinde ist sehr rührig"
Lokales Teltow-Fläming „Die Gemeinde ist sehr rührig"
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03:31 20.08.2014
Pater Anselm Schadow vor der 100-jährigen katholischen Kirche in Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Sind Sie und die Gemeinde auf das Fest vorbereitet?
Pater Anselm: Vorbereitet sind wir allemal. Wir haben für die Jubiläumsfeier drei Tage eingeplant.

Wann geht es los?
Pater Anselm: Wir beginnen am Freitag, dem 5.September, um 19 Uhr mit einem klassischen Kirchenkonzert. Zu Gast ist ein namhafter Kantor, der sonst im Berliner Dom spielt. Ich schätze Peter-Michael Seifried sehr; er ist ein bedeutender Künstler. Aber nicht nur das, er kann die Menschen mit seiner Musik wirklich mitreißen. So werden wir ein furioses Orgel-Konzert von ihm und weiteren Künstlern erleben.

Was erwartet die Besucher am Sonnabend, dem 6. September?
Pater Anselm: Wir feiern ja nicht das 100-jährige Bestehen der Kirchengemeinde, sondern des Bauwerks. Allerdings gäbe es ohne Gemeinde auch keine Kirche. Deshalb veranstalten wir am Sonnabend einen Gemeindetag, der mit einer Andacht beginnt. Zudem wird es verschiedene Projekte geben. Die Jugendlichen haben ein Stück einstudiert und halten sich dabei genau an den Bericht in der Pfarrchronik.

Worum geht es?
Pater Anselm: Pfarrer Josef Hillebrandt kam als Hilfsgeistlicher nach Luckenwalde, um den hier tätigen, alten und kranken Pfarrer zu unterstützen. Er war der Ansicht, dass die Jakobikirche die katholische Kirche sei. Als er erfuhr, dass die katholische Kirche nur klein und unscheinbar war, setzte er es sich in den Kopf, eine neue, stattliche zu bauen.

Wie endete die Geschichte?
Pater Anselm: Als die Luckenwalder Kirche in der Lindenallee 1914 fertig gestellt war, reichte das Geld weder für eine Kanzel, noch für eine Orgel. Die kamen erst später dazu.

Bauarbeiten sollen bis zum Jubiläum abgeschlossen sein

Seit wann laufen die Vorbereitungen für das Fest?
Pater Anselm: Seit Monaten. Wir lassen Hefte drucken, in denen die Geschichte der Kirche abgedruckt ist und wir haben Kerzen anfertigen lassen, auf denen unsere Kirche abgebildet ist. Die Gemeinde ist sehr rührig. Die Frauen backen Kuchen für die Kaffeetafel. Jeder bringt sich mit ein. Ich werde mit Heinz Brzonkalik ein Gespräch führen. Er ist über 80 Jahre alt und mit der Kirche seit Jahrzehnte eng verbunden. Er hat früher direkt neben der Kirche gewohnt und kann einige Episoden erzählen.

Wie sieht es mit den Bauarbeiten aus, die extra zum Jubiläum durchgeführt wurden?
Pater Anselm: Wir hoffen, dass die Renovierungsarbeiten in der noch zur Verfügung stehenden Zeit abgeschlossen sind. Die Heizungsanlage im Gemeindetrakt musste erneuert werden. Noch fehlt der Heizkessel und es sind allerhand Löcher in den Wänden des Pfarrsaals und anderen Gemeinderäumen von der alten Heizung. Aber ich denke, dass schaffen wir. Und sollten noch Kleinigkeiten fehlen, ist es auch egal.

Eigentlich wäre das Jubiläum bereits am 17. Mai gewesen. Warum haben Sie die Feier auf September verschoben?
Pater Anselm: Im Mai standen bereits die Gerüste, der Bau lief voll an. Außerdem gibt es in dieser Zeit sehr viele andere Kirchenjahresfeste, sodass das Kirchweihjubiläum untergegangen wäre. Allerdings haben wir am 17. Mai trotz des Baulärms, einen wunderschönen festlichen Erinnerungs- und Dankgottesdienst gefeiert.
Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, ist dann erst mal Schluss mit Sanierungsmaßnahmen?
Pater Anselm: Leider nicht. Die Innenrenovierung fehlt noch, die müssen wir selbst stemmen. Das wird wohl erst in einigen Jahren etwas werden, denn uns fehlen die nötigen Finanzen. Und die großen runden Fenster sollen endlich gestaltet werden. Dafür sammeln wir seit drei Jahren.

Kardinal Woelki kommt als Gast nach Luckenwalde

Worauf freuen Sie sich bei der Jubiläumsfeier am meisten?
Pater Anselm: Dass Kardinal Woelki nach Luckenwalde kommen wird. Er war Erzbischof von Berlin und ist nun von Papst Franziskus ernannter Erzbischof von Köln. Am 7. September, wird er um 15Uhr in der Berliner St. Hedwigskathedrale verabschiedet, sicherlich in Anwesenheit des regierenden Bürgermeisters, Vertretern der Bundesregierung, allerhand Prominenz aus Kirche, Staat und Gesellschaft und vielen, vielen Gläubigen. Und am Vormittag ist er bei uns in Luckenwalde und hat versprochen, sich sogar etwas Zeit zu nehmen und nach dem Pontifikalamt noch bei uns zu bleiben, um möglichst vielen Gästen persönlich zu begegnen.
War nicht auch zur Weihe der Kirche vor 100 Jahren ein Fürstbischof eingeladen?
Pater Anselm: Ja, der Fürstbischof von Breslau, Kardinal von Kopp, war angekündigt. Doch der war wenige Wochen zuvor gestorben. Und ein Nachfolger war noch nicht gewählt. Dafür kam ein ziemlich unbekannter, gerade geweihter und von Kaiser Wilhelm ernannter, heute würden wir Militärbischof sagen, nach Luckenwalde.

Dann ist es nur gerecht, dass 100 Jahre später der Erzbischof von Köln ins kleine Luckenwalde kommt. Oder wie sehen sie das?
Pater Anselm: Das ist ein sehr bewegendes Ereignis und ich schätze mich mehr sehr glücklich, dass der Herr Kardinal dem Gottesdienst vorstehen wird und das meine Vorgänger, Pfarrer Hausenbiegl sowie Pfarrer Scesinski, der vor vielen Jahren hier Kaplan war und den Gemeindetrakt gebaut hat, und ich diesen Gottesdienst gemeinsam konzelebrieren werden. Das ist wohl eine seiner letzen großen Amtshandlungen in unserem Erzbistum, bevor Kardinal Woelki am 20. September in Köln in sein Amt eingeführt wird.

Was wünschen Sie der Kirche für die kommenden 100 Jahre?
Pater Anselm: 100 Jahre sind ja in der Kirchengeschichte nicht viel. Ich hoffe, dass die Kirche auch in 100 Jahren noch an dieser Stelle steht und viele Generationen hier ein- und ausgehen.

Interview: Margrit Hahn

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