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Die Gemeinde lädt zur Ideenschmiede für das Leitbild

Niederer Fläming Die Gemeinde lädt zur Ideenschmiede für das Leitbild

An Kritik an der Gemeinde und Wünschen für die Zukunft mangelt es im Niederen Fläming nicht. Für die Erstellung des Leitbilds ist das zwar fördernd. Um alle Anregungen auch effektiv in das neue Konzept der Gemeinde einarbeiten zu können, müssen sich die Bürger nun allerdings aktiv einbringen. In zwei Wochen lädt die Gemeinde des zur Ideenschmiede nach Werbig ein.

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Auf dem Plakat, das Anja Bruckbauer zeigt, notierten Ortsvorsteher Stärken, Schwächen, Wünsche und Probleme ihres Dorfes.

Quelle: Victoria Barnack

Niederer Fläming. Die Einwohner des Niederen Fläming sind besonders um die Infrastruktur in ihren Ortseilen besorgt. Das ergab eine Leserumfrage der MAZ. Nur 13 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Straßennetz, Radwegen und dem öffentlichen Nahverkehr zufrieden zu sein. Sie wünschen sich Ortsumfahrungen, Straßensanierungen und neue Gehwege.

Bestätigen kann dieses Ergebnis auch Leitbild-Planerin Anja Bruckbauer. Sie wertet derzeit Wünsche, Kritiken und Probleme aller Ortsteile aus. „Die Nebenanlagen, also Gehwege oder die Straßenbeleuchtung, sind öfter ein Thema als der Zustand der Straßen selbst“, berichtet sie von der Bestandsanalyse, dem ersten Schritt zur Erstellung des Leitbildes.

Neues Konzept im Sommer

Das neue Konzept soll im Sommer 2017 fertig gestellt sein. „Damit wird die strategische Planung für die nächsten 10 Jahre festgezurrt“, erklärt Bürgermeister David Kaluza (parteilos). Großen Einfluss wird es auf Beschlüsse also auch finanziell haben. „Das Leitbild wird zur Entscheidungshilfe für die Gemeindevertretung werden“, erklärt Kaluza weiter.

In den ersten Anregungen der Ortsvorsteher spiegeln sich auch die Ergebnisse der MAZ-Leserumfrage wider. Knapp ein Viertel der Abonnenten gab beispielsweise an, dass besonders die direkte Nähe zur Natur die Gemeinde lebenswert mache. Bruckbauer ergänzt, dass vor allem der Bau weiterer Windkraftanlagen in bestimmten Orten ein heißes Pflaster sei, eben weil es diesen Aspekt gefährde. Auch die Pflege der Ortsteile durch die Mitarbeiter der Gemeinde wünschen laut MAZ-Leserumfrage Einwohner aus vielen Dörfern. Auch Bruckbauer schlägt vor, das Thema innerörtliche Freiflächen in die strategischen Ziele des Leitbilds einzuarbeiten.

Anregungen willkommen

Weitere Anregungen, Wünsche und Probleme sollen am 15. November in einer Ideenschmiede, an der sich alle Einwohner der Gemeinde beteiligen können, an Bruckbauer und den zuständigen Gemeindeentwicklungsausschuss weitergegeben werden. „Zunächst einmal wollen wir alle Ideen ungefiltert sammeln, damit die Entwicklung der Gemeinde nicht an den Bürgern vorbei läuft“, erklärt der Bürgermeister. Ähnlich wie schon bei einem Workshop zum Campus der Generationen in Werbig hofft Kaluza auch jetzt auf eine Beteiligung der Einwohner. „Damals haben wir viele Hinweise zu den unterschiedlichen Bedürfnissen erhalten und daraufhin entschieden, eine Arztpraxis im Campus einzurichten“, erklärt er. MAZ-Leser würden die medizinische Versorgung sogar eher nutzen als das Bildungsangebot oder ein Gemeinschaftshaus auf dem Campus.

„Eine hohe Bürgerbeteiligung ist auch deshalb wichtig, weil das Leitbild von allen getragen werden muss“, ergänzt Planerin Anja Bruckbauer. Immerhin werden künftig wohl hauptsächlich Maßnahmen umgesetzt, die im Leitbild festgehalten werden. Die Aktualisierung der Prioritätenliste, die die Gemeinde jährlich durchführt, wird sich dann an den Grundsätzen des neuen Konzeptes orientieren. Sprich: Was im Leitbild steht, hat die besten Chancen, tatsächlich in die Tat umgesetzt zu werden.

Wünsche einbringen

Die Bürger dürfen nun alle Wünsche einbringen. Sei es ein neues Feuerwehrhaus, ein Radweg, ein sanierter Gehweg oder mehr Bauland für junge Familien – erlaubt ist in der Ideenschmiede fast alles. Erst im nächsten Schritt geht es an die Prioritätenbildung. „Heute will jeder Ort alles, aber 20 neue Feuerwehrhäuser wird es nicht geben“, weiß Bruckbauer, die für ein gemeindeweites Verständnis wirbt.

Der Vorsitzende des Gemeindeentwicklungsausschusses Uwe Gottwald sieht im Leitbild noch eine weitere Funktion. „Die Gemeinde muss sich öffentlich präsentieren, um für neue Einwohner attraktiv zu werden“, sagt er. Schon ab 2017 könnten dann alle Maßnahmen auf der Internetseite der Verwaltung einsehbar sein. Treuenbrietzen geht mit positivem Beispiel voran: Dort wird das Leitbild jedes Jahr angepasst und die Entwicklung aller Einzelmaßnahmen protokolliert und veröffentlicht.

Von Victoria Barnack

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