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Teltow-Fläming Die Geschichte ist Geschichte
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14:44 03.04.2018
Siegfried Wietstruk hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Quelle: Foto: Zielke
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Rangsdorf

Im Arbeitszimmer von Siegfried Wietstruk sieht es aus wie im Museum. Gläserne Vitrinen mit Modellen alter Bücker-Flugzeuge, dazu Regale voller Bücher und Aktenordner. Jahrzehnte hat der promovierte Historiker unterm Dach zugebracht und das zu Papier gebracht, was er in Archiven erforscht und in Gesprächen mit Zeitzeugen erfragt hat.

Wenn der 85-Jährige jetzt in sein Arbeitszimmer geht, dann vor allem, um Kreuzworträtsel zu lösen. Dazu braucht er ein Vergrößerungsgerät. Auf dem rechten Auge sieht er gar nichts mehr, das linke funktioniert auch nur noch so leidlich. „Ich erkenne eigentlich nur noch die Umrisse meines Gegenübers“, sagt Siegfried Wietstruk. In seinem Haus, in dem er seit 1952 lebt, findet er sich trotzdem gut zurecht. Nur vor die Tür geht er nur noch selten. Seit 2008 fährt er nicht mehr Auto – für einen Historiker ein hartes Los. Wie sollte er nun zu den Archiven kommen? Wietstruks Körper mag gebrechlich sein, im Kopf ist er immer noch topfit. Sein letztes Buch war auch ein Kampf gegen das Alter. Es ist ein Überblickswerk seiner Arbeit. „Siedlungsgeschichte am Rangsdorfer See“, heißt es und trägt zusammen, was Siegfried Wietstruk über seinen Heimatort herausgefunden hat – von der ersten Erwähnung 1375 bis heute. Richtig interessant, sagt er, wurde es Ende des 19. Jahrhunderts, als die königlich-preußische Militäreisenbahn durch Rangsdorf fuhr. In den 1920er Jahren entdeckten viele Berliner den Charme des Ortes. Erst entstanden die Wohngebiete nördlich der Seebadallee, dann die Waldsiedlung und Klein Venedig. Das Seebadcasino begründete in dieser Zeit seinen Ruf als Lido von Berlin. 1930 kamen 100 000 Besucher nach Rangsdorf.

Siegfried Wietstruk war da ein Jahr alt und lebte in der Prignitz. Wegen seiner Frau Ingrid zog es den jungen Volksschullehrer nach Rangsdorf. Beide sind seit 60 Jahren verheiratet. Er unterrichtete Geschichte und machte Karriere im Ministerium für Volksbildung. Seine oberste Chefin war Margot Honecker. Auch wenn Siegfried Wietstruk nur wenig mit ihr zu tun hatte, ist sie ihm als sehr zielstrebig und hartnäckig in Erinnerung. „Frau Honecker ist buchstäblich über Leichen gegangen. Beliebt war sie jedenfalls nicht“, sagt er. 1975 hatte er genug vom Ministerium und wechselte an die Akademie der Wissenschaft, wo er bis zum Mauerfall blieb.

„Als die D-Mark kam, wurde ich in Ruhestand geschickt“, sagt er. Er brauchte eine neue Beschäftigung. Er machte seinen Beruf zum Hobby und erforschte die Geschichte seiner Heimat. Die Luftfahrt in Rangsdorf mit Bücker-Werk und Flugplatz wurde sein Thema. 1993 eröffnete er seine erste Ausstellung im damaligen Aero-Club. Sie bestand aus zwölf Styropor-Tafeln und unzähligen Stecknadeln, mit denen er die Fotos und Texte befestigte. „Der Saal war rappelvoll“, erinnert sich. Das wiedervereinte Deutschland hatte eine Sehnsucht nach Vergangenheit. Siegfried Wietstruk bediente diese Sehnsucht in unzähligen Publikationen. Gut möglich, dass man den Flugplatz bald nur in seinen Schriften wiederfindet. Er ließ das Gelände unter Denkmalschutz stellen, retten konnte er es nicht. „Es ist traurig, wie es dort aussieht“, sagt er. Seit Jahren war er nicht mehr dort. Er behält es lieber so in Erinnerung, wie er es aufgeschrieben hat. Mit 85 Jahren möchte er sich nicht mehr ärgern.

Von Christian Zielke

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