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Teltow-Fläming Die Jüterboger Innenstadt in rosa Styrodur
Lokales Teltow-Fläming Die Jüterboger Innenstadt in rosa Styrodur
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12:52 26.03.2018
Egbert Broerken stellte einen ersten Entworf des Blindentastmodells vor. Statt aus rosa Styrodur wird es später in Bronze gegossen auf dem Mönchenkirchplatz stehen. Quelle: FotoS: Degener
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Jüterbog

Nur fingernagelgroß sind die meisten Häuser des Jüterboger Zentrums, wenn man die Stadt durch die Augen des Soester Bildhauers Egbert Broerken betrachtet. „Der erste Eindruck ist toll“, lobt VR-Bank-Vorstand Norbert Schmitz den Entwurf für das Blindentastmodell, an dem der Künstler seit fast einem Jahr arbeitet und das er jetzt im Jüterboger Bauarchiv vorgestellt hat.

Entscheidende Details müssen noch nachgearbeitet werden

Bei aller Liebe der Auftraggeber zur Stadt ist die Farbe des Modells allerdings rein praktisch. „Ich habe rosa Styrodur verwendet, weil sich dieser Kunststoff besonders fein bearbeiten lässt“, erklärt Broerken.

Die Vertreter von VR Bank und Heimatverein begutachten das Modell. Quelle: Peter Degener

Was der Entwurf allerdings noch nicht sichtbar macht, sind die wirklich filigranen Details. „Die Oberflächenstrukturen von Dächern, Straßen und Wiesen werden per Hand in das Wachsmodell eingefügt“, sagt Broerken.

Mit Filzstift und Fähnchen fehlende Details markiert

Doch bei der ersten Besichtigung fallen nicht nur fehlende Details auf – ganze stadtbildprägende Elemente muss der Bildhauer ergänzen. „Es fehlt die Brücke zwischen den Türmen der Nikolaikirche“, sagt Falk Kubitza, der als Vertreter des Heimatvereins zur Präsentation geladen war. Wenn dieses Detail vergessen wird, würden die Einwohner das nicht verzeihen. Broerken steckt ein Fähnchen an einen Turm der Nikolaikirche.

Die Brücke zwischen den Türmen der Nikolaikirche fehlt noch. Quelle: Peter Degener

Auch größere Teile der Stadtmauer und mehrere Türme der Stadtbefestigung sind bislang nicht im Modell berücksichtigt, wie Silke Göritz vom Bauamt feststellt. „Wo ist eigentlich das Dammtor“, fragt sie. Die Vertreter vom Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat der VR-Bank, sowie des Heimatvereins Jüterboger Land malen mit dickem Filzer den Standort mehrerer Türme und den Verlauf der Mauer in den Entwurf.

Ein 20 Meter hohes Objekt schrumpft im Modell auf drei Zentimeter

Weitere Wünsche werden geäußert. Auch die mächtige Luther-Eiche und verschiedene Denkmäler sollen möglichst abgebildet werden. Der Künstler verweist dabei auf den Maßstab von 1:650, der selbst einen 20 Meter hohen Baum auf 3 Zentimeter schrumpfen lässt.

Selbst das Rathaus wirkt in rosa Styrodur und auf wenige Zentimeter geschrumpft plötzlich ganz niedlich. Quelle: Peter Degener

„Man muss ein wachsames Auge darauf haben, dass unsere Erwartungen an das Modell erfüllt werden. Der kritische Blick des Heimatvereins ist dafür nötig“, resümiert Kubitza seinen Eindruck.

Angesichts von Kosten von rund 36 000 Euro, die zum größten Teil von der Stiftung der VR Bank getragen werden, erwarte er ein sorgfältiges Ergebnis. Er will deshalb unbedingt in die Werkstatt des Künstlers nach Westfalen kommen, bevor der eigentliche Guss begonnen wird.

Etwa zwei Meter lang und 80 Zentimeter breit ist das Modell – damit kann man auf einen Blick die Altstadt überblicken oder als Sehbehinderter auch von einem Standpunkt aus erfühlen. Quelle: Peter Degener

Dessen Modelle stehen mittlerweile in mehr als 100 überwiegend deutschen Städten. Sie sollen Sehbehinderten und Sehenden mit Augen oder Händen einen Überblick über den Stadtkern ermöglichen. Wichtige Gebäude werden mit Blindenschrift markiert. „Nächste Woche wird in Aserbaidschan mein Modell der Altstadt von Baku eingeweiht“, erzählt Broerken. Auch für das österreichische Salzburg erarbeitet er gerade ein Modell.

Der Standort und das Datum der Übergabe sind mittlerweile geklärt

Der Standort und der Termin der öffentlichen Präsentation des Jüterboger Modells ist nach einigen Diskussion geklärt: Direkt vor dem Eingang zum Bauamt am Mönchenkirchplatz wird es auf einem Sandsteinsockel aufgestellt. Die Einweihung soll am 8. September im Rahmen der Eröffnung der Tetzel-Sonderausstellung im Kulturquartier erfolgen.

Von Peter Degener

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