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Die Jüterboger Kitas sind voll

Jüterbog Die Jüterboger Kitas sind voll

Die Jüterboger Kindertagesstätten sind bis auf den letzten Platz ausgelastet – im Sozialausschuss erläuterte die Verwaltung ihre Bemühungen nach kurzfristigen Lösungen. Den Vorwurf, dass gerade Kleinkinder aus Flüchtlingsfamilien bei der Platzvergabe benachteiligt würden, wies die Verwaltung zurück.

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Anke Stöckigt ist für Kitas und Schulen in der Jüterboger Verwaltung zuständig.

Jüterbog. Die Stadt Jüterbog hat derzeit keine freien Kitaplätze. „Bis September sind unsere Kitas voll“, sagte Anke Stöckigt von der Stadtverwaltung im Jüterboger Sozialausschuss.

Ausnahmeanträge für höhere Kapazitäten wurden gestellt

Für die Kita „Struppi“ wurde bereits ein Antrag auf Kapazitätserhöhung beim Bildungsministerium genehmigt, bei der Kita „Spiel Mit“ steht die Bestätigung noch aus, sagte Stöckigt. Diese Erhöhungen sind nur mit strengen Auflagen möglich, auch freie Kita-Träger in der Stadt hatten sich um solche Ausnahmen bemüht, laut Stöckigt jedoch erfolglos.

Nach der Einschulung im September werde sich der Engpass zwar vorerst entspannen – doch der anhaltende Zuzug von Familien erhöht den Druck. In den Kitas „Glühwürmchen“ und „Pittiplatsch“ werden deshalb Baumaßnahmen geplant. Auch die Kita Neumarkt, die als Ausweichquartier für Umbauten an anderen Kitas vorgehalten wird, werde wieder geprüft. Zur Bedarfshöhe gab es keine Angaben.

Insbesondere Plätze für Flüchtlingskinder fehlen

Die Verwaltung äußerte sich umfassend zu der Problematik, nachdem Pfarrerin Mechthild Falk als Kopf der Jüterboger Flüchtlingshilfe im Ausschuss beklagte, dass gerade für Kinder aus Flüchtlingsfamilien viele Kita-Plätze fehlen würden. Derzeit leben 13 Familien mit 35 Kindern in Jüterbog, die Asyl beantragt oder gewährt bekommen haben. 20 dieser Kinder sind im Kita-Alter, doch nur sieben haben laut Falk einen entsprechenden Platz.

„Es gibt in diesen Familien ein großes Interesse, dass die Kinder in die Kita gehen, damit sie die deutsche Sprache lernen und die Mütter, die sonst zu Hause bleiben müssten, nicht von den Sprachkursen ausgeschlossen werden“, ergänzte Rosemarie Lüdemann von der Flüchtlingshilfe. Manche Mütter hatten sogar ihre Bereitschaft geäußert, als Hilfskräfte und Mittler in den Kitas mitzuarbeiten.

Stadt: „Keine Unterscheidung nach Herkunft bei Platzvergabe“

Die Mitarbeiter der Verwaltung wiesen den mitschwingenden Vorwurf zurück, dass Flüchtlingsfamilien bei der Platzvergabe benachteiligt würden. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Anträge nicht bearbeitet sein sollen. Die meisten vollständigen Anträge lagen uns im August vor“, so Stöckigt.

Auch Kämmerer René Wolter betonte, dass keine Unterscheidung zwischen Antragstellern nach Herkunft vorgenommen werde. Es gebe ganz einfach keine freien Plätze.

Nicht nur Räume, sondern auch Personal ist knapp. „Der Betreuungsschlüssel wurde verbessert, aber als Kämmerer muss ich sagen, dass das notwendige Personal nicht zu finden ist“, sagte Wolter. Immer mehr Aufgaben würden an die Kommunen abgewälzt und die Stadt müsse beim Brandschutz noch viele Maßnahmen finanzieren. „Jüterbog ist an einem Punkt der Überforderung. Und das liegt nicht an den Flüchtlingskindern“, sagte Wolter.

Zwischenlösung könnte Eltern-Kind-Gruppe sein

Nachdem die Stadt ihre Lage erläutertet hatte, blieb für Falk das Mindestziel, dass zumindest jene Kinder, die kommendes Jahr eingeschult werden, vorher als integrative Starthilfe Kita-Luft schnuppern dürfen.

Eine kleine Lösungsidee kam von Rainer Spangenberg, der Kommunen in Fragen von Kitaplätzen und Integration berät. „Anderswo versucht man als Übergangslösung Eltern-Kind-Gruppen einzurichten. Dort werden teils Erzieher in Ausbildung eingesetzt“, sagte er. Da diese Betreuungsform auch im Integrationskonzept des Kreises vorkommt, könnte es einen Anspruch auf Beteiligung an den Personalkosten geben.

Falk bot sofort Räume im „Treffpunkt Arche“ für eine solche Gruppe an. So endete die Debatte mit etwas Hoffnung. Ausschussvorsitzende Maritta Böttcher (Linke) und Anke Stöckigt waren sich einig, dass man eine Eltern-Kind-Gruppe „als Zwischenlösung schleunigst prüfen“ werde.

Von Peter Degener

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