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Die Kandidaten für die TH-Präsidentschaft

Wildau Die Kandidaten für die TH-Präsidentschaft

Am 3. Juni entscheidet der Senat der Technischen Hochschule Wildau, wer in Einrichtung in den kommenden sechs Jahren führen soll. Zwei Kandidaten stehen noch zur Wahl: der bisherige Präsident László Ungvári und die bisherige Vize-Präsidentin Ulrike Tippe. Beide haben ihre Ideen am Montag in der Hochschule vorgestellt.

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Bunt und international, so sieht sich die TH-Wildau.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Dem Senat der TH Wildau steht eine knifflige Entscheidung bevor, das wurde am Montag im großen Hörsaal der Hochschule deutlich. Das Gremium soll in der kommenden Woche einen Präsidenten wählen, der die Hochschule durch die kommenden sechs Jahre führt. Dafür gibt es zwei Kandidaten, die ihre Eignung wohl hinreichend unter Beweis gestellt haben. Beide kennen das Haus bestens, sie arbeiten seit Jahren in Wildau. Der eine ist seit 18 Jahren Präsident der TH, die andere ist seine Vize.

Eine solche Situation ist hauspolitisch oft heikel – und in Wildau hätte es auch nicht auf ein internes Duell hinauslaufen müssen. Die Hochschule hatte den Posten, der turnusmäßig neu zu besetzen ist, zu Jahresbeginn deutschlandweit ausgeschrieben. Die Resonanz sei durchaus erfreulich gewesen, sagt der Vorsitzende des Hochschulsenats, Thomas Biermann. Bewerber im niedrigen zweistelligen Bereich hatten sich gemeldet, darunter laut Biermann auch einige Hochkaräter. Der eine oder andere sprang aber wohl wieder ab, und am Ende entschied sich die Findungskommission dann für die zwei alten Bekannten: László Ungvári und seine Stellvertreterin Ulrike Tippe.

Dass der bisherige Präsident Ungvári noch einmal antreten würde, war keine große Überraschung. Ungvári ist seit fast 18 Jahren das Gesicht der Hochschule, und es gab keinen Grund anzunehmen, dass er freiwillig auf die vierte und aus Altersgründen letzte Amtszeit verzichten würde. Dass mit Ulrike Tippe eine Gegenkandidatin aus dem eigenen Hause kommt, eine Frau, die sich als Vizepräsidentin besonders für das Qualitätsmanagement verdient gemacht hat, überraschte den einen oder anderen in der Hochschule dann aber wohl doch.

Wer von beiden nach dem 30. November im Büro des Präsidenten residiert, entscheidet der elfköpfige Senat am 3. Juli in geheimer Wahl. Am Montag aber durften die beiden Kandidaten schon einmal ihre Schwerpunkte vorstellen, die freilich gar nicht so weit auseinander liegen.

Die größten Herausforderungen der TH sind allerdings auch offenkundig: Das ist die Digitalisierung, die auch vor Hochschulen nicht halt macht. Dann ist da die Personalgewinnung, die sich für die TH ähnlich schwierig gestaltet wie für viele Wirtschaftsunternehmen. Und auch die Gewinnung von Studierenden war schon mal leichter. Deren Zahl ist aktuell leicht rückläufig und zum Wintersemester 2016/17 erstmals seit sechs Jahren wieder unter die Marke von 4000 gerutscht.

Ulrike Tippe will diesen Problemen mit neuen Strategien begegnen. „Wir stehen an einem Punkt, an dem wir uns neu fokussieren und einige Stellschrauben nachjustieren müssen, um uns zukunftsfähig zu machen“, sagte sie. Dafür müsse sich die Hochschule Strategien für digitales Lehren und Lernen entwickeln. Zudem müsse die Verwaltung besser auf die Bedürfnisse der vielen internationalen Studenten ausgerichtet werden. Sie sehe auch Verbesserungsbedarf bei den Rahmenbedingungen der Forschung in Wildau. Außerdem betonte sie, dass sich die Führung der TH weiter professionalisieren müsse. Entscheidungen müssten transparenter getroffen werden – ein kleiner Seitenhieb auf László Ungvári, der anschließend seine Vorstellungen präsentierte.

Die bauten – wenig überraschend – auf dem auf, was die Hochschule in den 18 Jahren unter seiner Führung erreicht hat. Die TH sei bundesweit anerkannt, dennoch müsse die Qualität der Lehre und der Forschung und der Verwaltungsprozesse ständig verbessert werden, sagte Ungvári. „Es gibt viele Dinge, die wir weiterführen sollten.“ Es gebe aber auch fast genauso viele Dinge, für die neue Lösungen gefunden werden müssen.

Ungvári verwies auf die sozialen Fortschritte, die auf dem Campus gemacht werden, sobald das in Planung befindliche Haus 19 steht. Dort soll unter anderem eine Kita eingerichtet werden. Er wolle Sport- und Musikgruppen fördern und bei der Einstellung neuer Lehrkräfte künftig nicht nur auf fachliche, sondern auch auf soziale Kompetenzen achten. „Wenn wir das immer gemacht hätten, dann hätten wir womöglich das eine oder andere Problem weniger“, so Ungvári.

Wenn der Senat in einer Woche entscheidet, dann nicht nur darüber, wer Präsident wird. Er entscheidet auch darüber, wer die Hochschulleitung verlässt. Denn Ulrike Tippe machte bei ihrer Vorstellung deutlich, dass sie unabhängig vom Ausgang der Wahl nach dem 30. November nicht mehr Vizepräsidentin sein wird.

Von Oliver Fischer

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