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Die Kandidatin für das schnelle Internet

Jüterbog – Wahlkreis 60 Die Kandidatin für das schnelle Internet

Im „Jüterboger Gespräch“ war die Kandidatin der Linken, Anke Domscheit-Berg, erstmals in ihrem neuen Bundestagswahlkreis zu erleben, den sie 2017 gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier gewinnen möchte. Ihre Vision einer digitalen Gesellschaft klingen nach Großstadt, sollen aber gerade den ländlichen Raum attraktiver machen.

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Anke Domscheit-Berg n Jüterbog.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Anke Domscheit-Berg verbrachte ihre Kindheit in Müncheberg. Am Pulverturm dieser Stadt im Oderland hängt nicht nur eine Keule, sondern der gleiche, brutale Spruch mit dem Totschlag-Argument, wie an den Jüterboger Stadttoren. Mit dieser Gemeinsamkeit überraschte die Kandidatin der Linken für die Bundestagswahl 2017 am Mittwoch gleich zu Beginn ihr Publikum im Mönchenkloster. Im „Jüterboger Gespräch“ mit Maritta Böttcher (Linke) stellte Domscheit-Berg sich und ihre Ideen erstmals in der Stadt vor.

Digitale Welt und Geschlechtergerechtigkeit

Drei Themen lassen die 48-Jährige, parteilose Frau nicht los: digitale Gesellschaft, Open Government und Geschlechtergerechtigkeit. Sie habe eine „linke Vision“ einer Gesellschaft, in der Wissen und Produkte geteilt und dadurch nachhaltiger genutzt werden. Auch eine Debatte zum bedingungslosen Grundeinkommen will sie in Zeiten unumkehrbarer Unterbeschäftigung führen.

Domscheit-Berg lebt selbst auf dem Land im Norden Brandenburgs. „Gerade das Digitale ist wichtig für den ländlichen Raum, aber hier wird eklatant viel falsch gemacht beim Breitband-Programm der Bundesregierung“, sagt sie. Breitband könne Arbeitsplätze auf das Land ziehen und damit auch die Leute aus den Städten. „Ich kenne schwedische Geschäftsmodelle, wo die Kommunen eigene Glasfaser-Netze wie hier Wasserleitungen unterhalten“, sagt sie. Bei der Internetanbindung gebe es „einen Wettbewerb der Regionen mit großen Potenzialen, die nicht gehoben werden“.

Kritik an Steinmeier: Abgeordneter und Außenminister als Teilzeitjobs

Doch bevor sie sich für den großen Wahlkreis, der von Rathenow bis nach Jüterbog reicht, im Bundestag einsetzen kann, muss sie an Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorbei. „Er hat die Maßstäbe an die Präsenz im Wahlkreis sehr hoch gelegt“, sagt Böttcher. Auf die Frage, wie sie dagegen ankommen will, verurteilt Domscheit-Berg den Außenminister und viele seiner Kabinettskollegen dafür, dass sie gleichzeitig Direktmandate und Ministerposten besetzen: „Nichts davon ist ein Teilzeitjob“, sagte sie, „und wenn er hier wirklich präsent wäre, dann wäre er gleichzeitig ein schlechter Außenminister.“

Nach langem Engagement in der Piratenpartei hatte sie nach der Europawahl 2014 einen Schlussstrich unter die Politik gesetzt und sich fortan als Autorin und Publizistin für ihre Themen eingesetzt. „Vor einem Jahr hätte ich zum Angebot der Linken ,nein’ gesagt, aber Deutschland hat sich in den letzten zwölf Monaten verändert. Es gibt nun keinen Graubereich mehr und man muss sich positionieren und zeigen auf welcher Seite man steht“, begründet Domscheit-Berg ihre Kandidatur.

Von Peter Degener

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