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Teltow-Fläming Die Lebensader
Lokales Teltow-Fläming Die Lebensader
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09:54 22.10.2013
Zwei kleine Nadeln hat Elke Pätzold aus Königs Wusterhausen bereits als fleißige Spenderin erhalten. Quelle: Anne Stephanie Wildermann
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Königs Wusterhausen/Luckenwalde

Elke Pätzold ist es wichtig zu helfen. Dafür lässt sich die 60-Jährige aus Königs Wusterhausen auch gerne mit einer dicken Nadel in den Arm stechen und sich einen halben Liter Blut abzapfen. Seit ihrem 18.Lebensjahr spendet die gebürtige Thüringerin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Blut und wird am Sonnabend zusammen mit drei weiteren Personen aus Königs Wusterhausen für ihre 100.Blutspende in der Schinkelhalle in Potsdam geehrt. Aus dem Bereich Luckenwalde sind 24Spender dabei. Insgesamt werden aus Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming 30Personen ausgezeichnet.

„Zur Erstspenderin wurde ich über mein ehemaliges Gymnasium“, erinnert sich Elke Pätzold. Damals wurde das DRK an der Schule vorstellig und suchte dringend Freiwillige, die ein wenig Lebenssaft entbehren konnten. Seit dem ist die bereits dreifache Großmutter kontinuierlich beim DRK-Spendenzentrum in der Erich-Weinert-Straße in Königs Wusterhausen anzutreffen. „Mittlerweile hat man eine gewisse Beziehung zu den Mitarbeitern aufgebaut. Ich vertraue ihnen voll und ganz“, sagt die bebrillte Frau mit einem entspannten Lächeln. Ihren Mann Armin (61) konnte sie auch schon dazu bewegen, Blut zu spenden, allerdings hat er erst seine 30.Spende hinter sich. „Unsere drei Kinder spenden, soweit ich weiß, kein Blut. Aber es wäre mal eine gute Idee, sie dafür zu animieren“, findet Elke Pätzold.

Sie selbst spendet nicht nur das rote Überlebenselixier, weil Transfusionen immer dringend benötigt werden, sondern weil sie auch eine sehr seltene Blutgruppe hat. „Ich habe Null negativ“, erklärt Elke Pätzold. Das bedeutet sie ist Universalspenderin und kann viele Menschenleben retten. Allerdings kann sie im Gegenzug nur Null negativ bekommen. „Und sollte ich selbst mal krank werden und Transfusionen benötigen, dann kann ich auf die Unterstützung anderer Spender zugreifen, die sich genauso engagieren wie ich“, sagt Elke Pätzold erleichtert.

Ihr selbst sind Präsente, die es vom DRK als Dankeschön für jede Spende gibt, nicht so wichtig. „Die kleinen Geschenke machen für mich nicht den Anreiz aus. „Ich genieße jede Spende mit einer gewissen Stille und denke dabei an die Menschen, die mein Blut dringend benötigen.“ Des Weiteren freut sich die studierte Ingenieurin, die als Buchhalterin in Berlin arbeitet, auch über den zusätzlichen Gesundheitscheck, der alle Viertel Jahre zusätzlich vor der Spende gemacht wird.
Postkarten erinnern Elke Pätzold und ihren Mann an die nächsten Spendetermine. Da sie mit dem Zug pendelt und erst abends ihre Wohnung in Königs Wusterhausen erreicht, sind Termine, die nachmittags stattfinden nicht ideal für die Vollzeit beschäftigte Frau. „Ich komme dann immer zum letzten Termin und kann noch in Ruhe bis 19Uhr mein Blut abgeben“, sagt sie. Die Postkarten bieten nicht nur die unterschiedlichsten Spendetermine inklusiv Orte an, sondern erinnern auch daran, dass die Freiwilligen wieder kommen können. „Das ist recht praktisch. So vergisst man nicht, dass es wieder losgeht.“

9000 Liter Blut

Einige Zahlen zum Thema Blutspenden in Dahmeland-Fläming aus dem Jahr 2012:

Bundesweit werden täglich rund 15.000 Blutspenden benötigt.

Zum Kreisverband Fläming-Spreewald gehören die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Dort gab es insgesamt 344 Blutspendetermine, an denen Freiwillige teilnehmen konnten.

Insgesamt wurden 18114 Transfusionen abgenommen. Ein halber Literbeutel entspricht einer Transfusion.

9057 Liter Blut sind den Freiwilligen insgesamt abgezapft worden.

1328 Erstspender konnte der Kreisverband Fläming-Spreewald im Jahr 2012 registrieren.

Nur sechs Prozent der Deutschen haben die Blutgruppe Null negativ. Die Blutgruppe A positiv haben hingehen 37Prozent und Null positiv 35Prozent. Die seltenste Blutgruppe ist AB negativ mit einem Prozent.

Die nächsten Spendetermine in Königs Wusterhausen sind am 30.Oktober, 15 bis 19 Uhr, 4. November, 14.30 bis 18.30 Uhr, 20.November, 15 bis 19Uhr, 2. Dezember, 14.30 bis 18.30Uhr und schließlich am 26. Dezember, 9 bis 12 Uhr.
Termine in Luckenwalde sind am 28.Oktober, 15 bis 19.30Uhr, 11.November, 15. bis 19.30Uhr und schließlich am 25.November, 15 bis 19.30Uhr.

Weitere Informationen unter Tel. 03371/625735.

Elke Pätzold hofft, dass sie noch „einige Jahre“ Spenderin sein kann. „Ich fühle mich immer noch fit genug. Und so lange es mir gut geht und mir kein Arzt ein Nein erteilt, bin ich dabei.“ Ihr Mann sieht das genauso. Zumal Elke Pätzold mittlerweile der Ehrgeiz gepackt hat. „Das ist wie beim Bergsteigen. Du hast verschiedene Etappen vor dir und versuchst, die nächste auch noch zu meistern“, sagt die passionierte Wanderin. Nur durch ihr Durchhaltevermögen konnte Elke Pätzold auch 100 Spenden auf ihrem Ausweis sammeln, die sich jetzt auszahlen.

In Deutschland gibt es strenge Regeln, wer sein Blut spenden darf und wer nicht. Homosexuelle gehören zu einer von mehreren Gruppen, die nicht spenden dürfen. Elke Pätzold war dieser Fakt bis vor einiger Zeit gar nicht bewusst. „Ich hatte einen Arbeitskollegen, der schwul ist. Und irgendwie kamen wir mal übers Blutspenden ins Gespräch und er sagte mir, dass es ihm verboten sei“, erzählt sie. Wirklich nachvollziehen kann sie diese Entscheidung nicht und findet es „unfair, solche Menschen auszugrenzen“. Sie hofft sehr, dass sich künftig an dieser Spendenpolitik etwas ändern wird.

Interview

Eva Lehmann, Mitarbeiterin beim DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald in Luckenwalde, über die Notwendigkeit, Blut zu spenden.

Eva Lehmann Quelle: Nadine Pensold

Warum ist Blutspenden überhaupt so wichtig?
Eva Lehmann: Blut ist bisher nicht künstlich herstellbar. Blutspender sind anonyme „Lebensretter“. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.
Wie ist die Resonanz aus der Bevölkerung?
Lehmann: Den vielen Spenderinnen und Spendern ist es zu verdanken, dass die kontinuierliche Versorgung der regionalen Krankenhäuser mit Blutkonserven und Blutpräparaten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr gewährleistet ist.
Wer darf eigentlich Blut spenden?
Lehmann: Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 71.Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt der Gesundheitszustand lässt dies zu.

Von Anne Stephanie Wildermann

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