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Teltow-Fläming Die Lehrküche bleibt kalt
Lokales Teltow-Fläming Die Lehrküche bleibt kalt
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16:39 22.01.2014
Lehrerin Angela Grundmann und Koch-Azubi Philip Prignitz. Quelle: Marion Schulz
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Angela Grundmann ruft ihre Schüler auf. Philipp, Anna, Andy. Dann Scarlett, zweimal sagt sie den Namen, bis jemand endlich antwortet: „Die kommt nicht mehr.“ Ständig geht das so, es würden immer weniger, sagt die Lehrerin, die am Luckenwalder Oberstufenzentrum (OSZ) die Auszubildenen aus dem Bereich Gastronomie unterrichtet.

Vor fünf Jahren lernten 400 Schüler Koch, Hotel- oder Restaurantfachkraft im Gebäude im Schieferling. Nun sind es nur noch 40 – zu wenige, um deshalb einen eigenen Ausbildungsstandort zu erhalten. Angela Grundmanns Klasse ist die letzte, die dort unterrichtet wird. Das Haus wird zum nächsten Schuljahr geschlossen, die Gastro-Ausbildung eingestellt.

Allein die Kosten für Energie und Wasser belaufen sich auf 40.000 Euro pro Jahr, berichtet Karsten Dornquast, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur im Kreis. Hinzu kämen mehr als 400.000 Euro, die der Kreis in das längst in die Jahre gekommene Gebäude investieren müsste, um marode Elektrik, Isolation und abgetretene Treppenstufen zu erneuern. „Solche Summen konnten wir angesichts der Azubi-Zahlen nicht mehr rechtfertigen“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter.
Das Objekt wird geräumt, das Inventar wie Lehrbänke, Lehrküche, Lehrbücher auf andere Einrichtungen im Kreis verteilt und das Gebäude stillgelegt. Die Schüler müssen in andere Einrichtungen nach Potsdam und Königs Wusterhausen ausweichen.

„Das war ein richtiger Schock, als wir das nach den Herbstferien erfahren haben“, berichtet Angela Grundmann, die nun schon seit 20 Jahren Gastwirtschaft am OSZ unterrichtet und nun umdenken muss. Sie wird sich in die Sozialarbeit einarbeiten und künftig in diesem Bereich unterrichten. „Ich habe Glück gehabt“, sagt sie, „manche Lehrer wissen noch gar nicht, wie es für sie weitergeht.“

Der Trend in der Gastronomie ist allerdings schon lange klar. Nicht nur in Luckenwalde, sondern bundesweit entscheiden sich immer weniger Jugendliche für eine Ausbildung in der Küche. 2013 waren es 10400 Jugendliche, die sich zum Koch ausbilden ließen, 2011 waren es immerhin noch 2000 mehr. Angela Grundmann sagt: „Wir kämpfen hier schon seit drei Jahren ums Überleben.“

Warum das so ist, kann sich keiner so richtig erklären. Die Schüler nicht, die Lehrerin nicht und auch nicht die Leiterin des Fachbereiches, Bettina Mitius. „Das kann an den Arbeitszeiten in der Gastronomie liegen, an der Bezahlung, aber eigentlich hat sich ja da nichts verändert“, sagt sie. Wenn man ihr zuhört, klingt Koch oder Kellnerin nach einem Traumberuf. Es ist zwar ein hartes Pflaster, dafür hat es aber Zukunft. Viele Absolventen seien ins Ausland gegangen, sagt Mitius, in der Gastronomie finde man schließlich weltweit Arbeit.

Philip Prignitz, 16 Jahre alt und als Koch-Azubi einer der letzten seiner Art am OSZ. Er will deshalb am Ball bleiben. Und das, obwohl er künftig ohne Auto von Kummersdorf nach Potsdam pendeln muss. „Toll finde ich das natürlich nicht“, sagt er. Doch nie waren die Chancen größer in seinem Gewerbe, nach der Ausbildung einen Job zu finden. Die Arbeit sei zwar körperlich anstrengend. Man müsse schnell sein, präzise und immer konzentriert. „Es ist oft wirklich hart“, sagt er. Doch Philipp Prignitz findet, dass es Spaß macht, vorausgesetzt, man sei bereit, das alles auszuhalten.

Von Marion Schulz

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