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Die Mauer wackelt

Disput um Karl-Marx-Platz in Ludwigsfelde Die Mauer wackelt

Uneins ist der Bauausschuss von Ludwigsfelde, ob und wie der Karl-Marx-Platz erneuert wird. Eine Mauer mit Gedenktafel ist marode, gebaut wurde sie 1988 zu Marx’ 170.Geburtstag. Nun liegen Vorschläge auf dem Tisch, wie auch der darunter liegende Zick-Zack-Bunker aus der Nazizeit einbezogen werden könnte.

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Der Karl-Marx-Platz mit dem Stein überm Bunkereingang (vorn).

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Der Karl-Marx-Platz in Ludwigsfelde ist praktisch eine Verkehrsinsel. Und er ist keine Zierde mehr, das Areal zwischen Polizei und Jahnstraße beziehungsweise zwischen künftigem Zentrum und Saunatherme ist dringend überholungsbedürftig. Das ist allerdings das einzige, worin sich Verwaltung und Stadtverordnete noch einig sind. Nicht einig ist sich der Bauausschuss über die Neugestaltung.

Er votierte auf seiner jüngsten Sitzung gespalten. Mit vier zu vier Stimmen bei einer Enthaltung plädierte das Gremium zwar für eine Neugestaltung. Doch die soll entweder mit verborgenem Bunkereingang, instandgesetzter Treppe und Abdeckung mit integrierter Panzerglasplatte als Oberlicht erfolgen. Oder der intakte, aber verfüllte Bunker soll unsichtbar unter einer Wiese verschwunden bleiben. Damit haben Verwaltung und Stadtverordnete keine eindeutige Meinung aus dem Fachgremium.

Auf dem Tisch liegen insgesamt drei Varianten, erarbeitet vom Baruther Büro Atelier 8. Variante zwei mit freigelegtem Bunkereingang fand keinen Zuspruch. Die Kosten inklusive Spielplatzerneuerung liegen zwischen 220 000 und 238 000 Euro. Zu großen Teilen kann das Geld aus der Zentrumsförderung kommen. Doch vor allem 50 000 Euro für neues Spielgerät hält Ausschussvorsitzender Frank Priefert (SPD) für ungerechtfertigt.

Unter dem Platz liegt ein Zick-Zack-Bunker aus der Nazizeit, er diente im 2.Weltkrieg als Schutzbunker. Die oberirdische Anlage war zum 170. Geburtstag von Marx mit Mauer, Gedenktafel und eingefasstem Beet gestaltet worden und im Mai 1988 fertig. So gebe der Platz „Zeugnis von zwei Geschichtsepochen im 20. Jahrhundert“, stellt das Architekturbüro fest. Torsten Klaehn, der stellvertretende Bürgermeister und Fachbereichsleiter, sagte nach der Sitzung: „Falls man die Neugestaltung gar nicht will, hätte man das auch schon früher sagen können.“ Er erklärt, die Standsicherheit der Mauer sei nicht mehr lange zu gewährleisten, deshalb warte man dringend auf eine Entscheidung. Er favorisiert Variante eins, „damit die Erinnerung an diese schlimme Zeit der Nazis erhalten bleibt“. Klaehn ist nun „gespannt, wie sich die Stadtverordneten entscheiden.“ Am Rande der Sitzung hieß es, vom 200. Geburtstag des deutschen Ökonomen und Philosophen am 5. Mai 2018 lasse man sich nicht unter Druck setzen.

Von Jutta Abromeit

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