Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Die Mulitkulti-Männer-WG

Luckenwalde Die Mulitkulti-Männer-WG

Sechs Männer unterschiedlicher Herkunft haben in Luckenwalde die erste Flüchtlings-Wohngemeinschaft der Stadt gegründet. Bislang läuft das kleine Wohn-Experiment erfolgreich. Entscheidend dabei: Eine gemeinsame Hausordnung mit klaren Regeln zu Lautstärke, Alkohol und Frauen.

Voriger Artikel
Brenzlige Situation bei der Feuerwehr
Nächster Artikel
Endlich eine eigene Eisenbahn!

Makahil Mahamud (l. und Alex Kubiak im Gemeinschaftswohnzimmer

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Makahil Mahamud fühlt sich wohl. Der Somalier wohnt in einer neugegründeten internationalen Wohngemeinschaft (WG) in der Gottower Straße in Luckenwalde. Mit seinen fünf Mitbewohnern aus der Ukraine, Somalia, Eritrea und Deutschland versteht er sich gut. Die Multikulti-Männer-WG ist ein kleines Experiment. Bislang läuft es erfolgreich.

„Ich hatte nicht gedacht, dass es so gut funktionieren würde“, sagt Alex Kubiak. Er engagiert sich seit Jahren in der freien Migrationshilfe und war als Sozialarbeiter im Flüchtlingsheim in der Grabenstraße in Luckenwalde tätig. Viele seiner Schützlinge hatten sich eine eigene Wohnung gewünscht. Die WG ist ein erster Schritt. Anfangs herrschten gewisse Zweifel, als Kubiak, der ebenso in der WG wohnt, die Hausordnung mit ihnen erstellte. „In der WG wird deutsch gesprochen. Englisch nur, wenn es nicht anders geht. Ab 22 Uhr darf keine laute Musik gespielt werden und wir haben entschieden, dass Frauen nicht über Nacht bleiben dürfen“, so Kubiak. Somit sollen Eifersüchteleien von vorherein ausgeschlossen werden. Drogen sind ebenso tabu.

Makahil Mahamud lebte in seiner Heimat in Afrika zwar in der Großstadt, doch einen solchen Standard wie jetzt hatte er nie. Der 21-Jährige steht per Telefon in Kontakt mit seinem Vater und seinen Geschwistern in der Heimat. Er lernt fleißig deutsch und hat dem Jobcenter mitgeteilt, dass er alles daran setzen will, Lokführer zu werden. In der WG hat er alle Möglichkeiten: Wenn er lernen will, zieht er sich in sein Zimmer zurück. Ansonsten stehen ihm Gemeinschaftswohnzimmer, Küche und Bad zur Verfügung.

Die Zimmer sind voll möbliert, dadurch sind die Bewohner flexibel und können nach Belieben ausziehen oder die Zimmer tauschen. Hin und wieder wird zusammen gekocht oder zusammen ein Film angeschaut. Ansonsten geht jeder seiner Wege. „Sicher gibt es auch mal Reibereien, doch das ist normal“, sagt Kubiak. Er will andere dazu animieren ebenfalls eine Flüchtlings-WG zu gründen. „Das ist die beste Möglichkeit, etwas von den Menschen und ihre Heimat zu erfahren“, fügt er hinzu.

Demnächst sollen in der WG noch Verschönerungsmaßnahmen erfolgen. Erst mal ging es darum, die Zimmer soweit fertig zu haben, dass alle einziehen konnten. „Hier wurde fast alles selbst gemacht. Wir haben hier wochenlang richtig rangeklotzt“, berichtet Kubiak. Inzwischen haben sich die Männer gut eingelebt.

Die WG dient nicht als Familienersatz, sie soll den Bewohnern aber einen gewissen Schutz bieten, denn die meisten leben in der Kreisstadt allein ohne Angehörige. „Wer sich bei uns mit integrieren oder einbringen will, egal ob zum Kochen oder Backen ist gern gesehen“, sagt Alex Kubiak.

Von Margrit Hahn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg