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Die Neue im Stiftungsvorstand

Genshagen Die Neue im Stiftungsvorstand

Angelika Eder ist multikulturell in Europa unterwegs. Bisher leitete sie Goethe-Institute in Mittel- und Osteuropa, jetzt leitet sie geschäftsführend den Bereich Kunst- und Kulturvermittlung in der Stiftung Genshagen.

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Angelika Eder - die promovierte Historikerin ist seit Anfang November geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Genshagen.

Quelle: Foto: Abromeit

Genshagen. Langsam gewöhnt sie sich an ihren noblen neuen Arbeitsplatz im Schloss: Die promovierte Historikerin Angelika Eder ist seit Anfang November neben Martin Koopmann geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Genshagen und leitet den Stiftungsbereich Kunst- und Kulturvermittlung in Europa. Am Dienstagnachmittag erlebt Eder ihre erste Kuratoriumssitzung, zurzeit moderiert vom Vorsitzenden, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Er vertritt das Land, einen der zwei Stifter, und wechselt sich dabei mit seiner Stellvertreterin Monika Grütters ab. Die Staatsministerin vertritt den Bund als den anderen Stifter.

Doch ihr allerschönster Blick sei das Schloss nicht ganz, gesteht die 53-Jährige. In St. Petersburg, ihrem vorherigen Arbeitsort, hatte sie in exponierter Wohnlage freie Sicht über die Newa. Die aus München Stammende arbeitete in Hamburg an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, schrieb ihre Doktorarbeit über Jewish displaced persons – KZ-Überlebende, Zwangsarbeiter und Verschleppte. Und sie leitete in zurückliegenden Jahren Goethe-Institute in Mittel- und Osteuropa, arbeitete in Krakau, Prag und Russland.

Die Ausrichtung der Stiftung Genshagen auf Frankreich und Polen interessiert sie, deshalb hatte sie sich beworben. Sie versteht Polnisch, frischt nun ihr Französisch auf und kann sich auf Russisch und Englisch verständigen. „Auch wenn das alles im Kopf manchmal ein mächtiges Knäuel ist“, wie sie lachend sagt. Vorgenommen hat sie sich, mit dem Stiftungsteam von 25 Leuten die spannende europäische Idee umzusetzen. „Das ist ja nicht selbstverständlich. Darum muss man sich immer wieder sehr bemühen“, erläutert sie. Und schaut dabei intensiv nach Frankreich: „Was passiert dort gerade in der kulturellen Bildung und der Kulturpolitik unter Präsident Macron?“

Um Vielfalt zu fördern, will sie Akteure auf verschiedenen Ebenen zusammenbringen. Als sie von ihren Zielen für die Stiftung spricht, blättert sie in einem druckfrischen Büchlein: „Sara und Josef im verfluchten Land“; ein Märchen, aufgeschrieben von Schülern einer Willkommensklasse der Daimler-Oberschule Ludwigsfelde bei einer Schreibwerkstatt der Stiftung. Die jungen Autoren kommen aus Syrien, Afghanistan, Italien, Polen und Russland. Angelika Eder sagt: „Wir haben hier auch Verantwortung für die Region. Die Anbindung an die Orte und den Landkreis sind uns wichtig, es lebt ja niemand im luftleeren Raum.“ Nächste Woche erlebt sie erstmals den „Generationsübergreifenden musikalischen Salon“, wie die Weihnachtsstunden mit singenden Gästen für die Senioren von Genshagen heißen.

Innerhalb der Stiftung ist ihr der Austausch zwischen beiden Arbeitsbereichen wichtig, ihrem kulturellen und dem politischen, geleitet vom Doppelspitzenpartner Koopmann. Ob sich eine ihrer Lebensmaximen mit der neuen Arbeit ändert, das weiß sie noch nicht. Alle fünf Jahre suchte sie eine neue Aufgabe in einem neuen Land. Dabei wollte sie nie Wissenschaftlerin sein, immer Menschen zusammenbringen. Und nie wissen, wo sie in 20 Jahren ist. „Das will ich auch heute noch nicht“, sagt die Berlinerin.

Von Jutta Abromeit

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