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Die Paten für die Akten der Ahnen

Kreisarchiv kann Aktion nicht fortsetzen Die Paten für die Akten der Ahnen

Die vierte Runde der Aktenpatenschaft seit 2011 war wohl auch die letzte. Das Archiv des Kreises Teltow-Fläming kann diese Aktion aus personellen Gründen nicht mehr fortsetzen. Insgesamt 45 Aktenpaten haben durch finanzielle Zuwendungen dafür gesorgt, dass 60 historische Amtsbücher, Akten und Einzeldokumente fachmännisch restauriert und somit erhalten wurden.

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Mit Blumen und Urkunden dankte das Kreisarchiv den Aktenpaten, die das Restaurieren alter Dokumente ermöglichen.

Quelle: Reck

Luckenwalde. Mit einem kleinen Blumenstrauß und einer Urkunde bedankten sich Kreisdezernent Karsten Dornquast und Kreisarchivleiterin Karin Grzegorzewski bei 14 Aktenpaten. Diese hatten insgesamt rund 4000 Euro gespendet, um ganz bestimmte Akten aus dem Archiv vor dem vollständigen Verfall zu retten. Mit ihrer Unterstützung konnten 14 wertvolle Amtsbücher, Akten und Einzeldokumente fachmännisch restauriert werden und somit der Nachwelt erhalten bleiben.

Dazu gehörte beispielsweise die Gemeindesteuerliste der Stadt Trebbin, deren Papier etwa so bröselig war wie die gegenwärtige Haushaltssituation Trebbins. Zumindest die Akte von 1884/1885 konnte gerettet werden und ist wieder ein stabiles Nachschlagewerk.

Auch der Haushalt des Landkreises und seine Personalstruktur könnte eine ordentliche Sanierung und Stabilisierung vertragen. Denn auf die Frage eines Aktenpaten, wann es denn den nächsten Katalog gebe, aus dem man sich eine zu restaurierende Akte heraussuchen könne, antwortete Karin Grzegorzewski: „Ich werde dieses Projekt einstellen.“ Grund dafür sei die kritische Stellenbemessung des Archivs. Mit dem Personalbestand sei die Betreuung dieses Projekts nicht mehr umzusetzen, auch wenn dadurch finanzielle Unterstützung eingeworben werden könnte.

Seit dem Start der Aktion im September 2011 haben insgesamt 45 Aktenpaten rund 17 000 Euro aufgebracht, um 60 Akten und Einzeldokumente restaurieren zu lassen. „Wir werden uns im Rahmen des Personalentwicklungskonzepts weiter damit auseinandersetzen“, sagte Dornquast dazu.

Dem allgemeinen Bedauern über das Ende der Aktion, bei der die meisten Paten wieder gern mitgemacht hätten, gab Wolfgang Henze aus Hamburg Ausdruck. Der gebürtige Jüterboger, der in Luckenwalde das Wohnhaus seines Ururgroßvaters wieder hergerichtet und zum wiederholten Male eine Aktenpatenschaft übernommen hat, zitierte den Schriftsteller Klaus Mann: „Gegenwart und Zukunft würden wesenlos, wenn die Spur des Vergangenen aus unserem Bewusstsein gelöscht wäre.“

Auf den Spuren ihrer Ahnen sind zum Beispiel Angela und Roger Tobien aus Wunstorf in Niedersachsen. Sie stammen aus Dabendorf und Blankenfelde und betreiben Familienforschung. Das führt sie oft ins Kreisarchiv, wo sie Spuren ihrer Vorfahren bis 1799 zurückverfolgen konnten. Dadurch wurden sie auf die Möglichkeit der Aktenpatenschaft aufmerksam und entschieden sich für die Restaurierung eines Konvoluts von Dokumenten der Stadt Luckenwalde von 1789.

Von Hartmut F. Reck

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