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Die Problemzone wird ein Filetstück

Baugrund ist in Ludwigsfelde begehrt Die Problemzone wird ein Filetstück

Jeder Zipfel Grund und Boden, auf dem private Häuslebauer ein Eigenheim setzen könnten, wird in Ludwigsfelde zurzeit unter die Lupe genommen. Riesengroß ist die Nachfrage nach Baugrund im Speckgürtel Berlins. Deshalb könnte jetzt sogar ein ehemaliges Militärgebiet bebaut werden.

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Jozsef Jagoschitz an einem der Abrisshäuser auf dem Ex-Militärgelände.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Das beflügelt auch ein Projekt, mit dem Jozsef Jagoschitz, Betreiber der Tierpension an der Oderstraße, bisher nicht wie gewünscht zum Zuge kam.

Doch nun stehen die Sterne günstig, dieses ehemalige Militärareal neu zu beleben. Dort, wo bis zum Mauerfall das modernste Nachrichtenbataillon der DDR-Armee NVA agierte, sollen 50 bis 60 Baugrundstücke für Eigenheime oder Doppelhäuser entstehen. Potentielle Interessenten nutzten am Dienstagabend die Informationsveranstaltung im Rathaus, ihre Chancen auf ein Häuschen im Grünen im verkehrsgünstigen Hauptstadt-Umland auszuloten.

Das reichlich zehn Hektar große Gelände gehörte nach der Wende wieder dem Berliner Senat, es wurde von den Stadtgütern bewirtschaftet. 2005 hatte es die eigens gegründete Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Ludwigsdorfer Park GmbH gekauft. Gesellschafter war das Dreiergespann aus Tierpension, Wünsdorfer Werkstätten und Objektschutz Fix. Auf Kreisebene hatte es damals wegen politischer Interessen erheblichen Widerstand gegen das Vorhaben gegeben. Und das, obwohl es Millionen kostet, das kontaminierte Gelände „sauber“ zu bekommen. Doch die Vorteile als Wohngegend liegen auf der Hand: Am Ende der Neckarstraße wird es in absehbarer Zeit keinen Durchgangsverkehr geben, und den Wald haben künftige Bewohner vor der Haustür.

Hinzu kommt, dass dieser Wald den nahen Autobahnlärm ideal abschirmt. Bebaut ist das versiegelte Gelände derzeit noch mit verfallenen „Platten“ – einem Kulturhaus und zwei Wohn- beziehungsweise Büroblocks – sowie 90 Lkw-Garagen. Letztere sind zum großen Teil vermietet, sie dienen den Lebensrettern als Garagen und anderen Nutzern als Lagerhallen. „Diese Verträge bleiben auch bestehen. Ebenso wie die Wünsdorfer Behindertenwerkstatt“, erklärt Hundefachmann Jagoschitz. Er selbst hat in der Zeit des langen Behördenkriegs und des Wartens die Geschäftspartner gewechselt, statt der bisherigen zwei hat er jetzt einen anderen; „auch einen von hier. Einen aus Ludwigsfelde, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann“, wie er sagt.

Doch nicht nur der Unternehmer ist „froh und zufrieden, dass es endlich losgeht“. Auch im Rathaus freut man sich, dass diese Problemzone der Stadt verschwindet. Bürgermeister Frank Gerhard (SPD) erklärt: „Diese Initiative mit so langem Atem zur Nutzung dieses Filetgrundstücks können wir nur begrüßen. Sie passt zeitlich, qualitativ und quantitativ bestens in unser Konzept, dem Ansturm auf Baugrund zu begegnen.“

Am Dienstagabend hatten sich neben Einheimischen auch Zehlendorfer für das Gelände interessiert. Die zuständige Sachgebietsleiterin Annegret Bocksch stand nicht nur für Verfahrensfragen Rede und Antwort, „die Leute wollten vieles wissen, auch wie die Verkehrsanbindung ist.“ Läuft das Planungsverfahren problemlos, dann kann auf dem Gelände des ehemaligen Richtfunkbataillons „Konrad Wolf“ ab Mitte nächsten Jahres gebaut werden.

Von Jutta Abromeit

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