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Teltow-Fläming „Die Rangsdorfer“ wollen die Politik verändern
Lokales Teltow-Fläming „Die Rangsdorfer“ wollen die Politik verändern
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00:29 17.05.2018
„Die Rangsdorfer" wollen zur Kommunalwahl 2019 antreten. Oliver Scharfenberg, Michael Wygand, Manuel Thormann, Rebecca Thormann (v. l.). Quelle: Foto: Zielke
Rangsdorf

Die Rangsdorfer halten zu ihren Parteien. Bei der vergangenen Kommunalwahl im Jahr 2014 gaben mehr als 80 Prozent der Einwohner ihre Stimme den Vertretern von SPD, CDU, FDP, Linken oder Grünen. Eine neue politische Kraft möchte diese Verhältnisse bei den Wahlen im kommenden Jahr ändern.

„Die Rangsdorfer“ haben sich Anfang April zusammengetan und einen Verein gegründet, der mittlerweile 15 Mitglieder hat. Oliver Scharfenberg ist der Vorsitzende des Vereins. Der 39-Jährige ist kein Unbekannter in der Rangsdorfer Kommunalpolitik. 2014 zog er für die AfD in die Gemeindevertretung ein, trat aber nach wenigen Wochen aus der Partei aus. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nicht meine Partei ist“, sagt er rückblickend.

Als Scharfenberg ein halbes Jahr später sein Mandat niederlegte, wurde ihm vorgeworfen, sich vor der Verantwortung zu drücken. Scharfenberg weist das zurück. Er habe damals in Bonn gearbeitet. Nun sei er beruflich flexibler – und er will zurück in die Politik, weil er überzeugt ist, dass in Rangsdorf so manches im Argen liegt.

Viele Entscheidungen seien „nicht transparent“

Die Diskussion um den Bebauungsplan RA26 sei ein gutes Beispiel dafür. „Formalrechtlich mag da alles in Ordnung sein, aber die Aufregung zeigt, dass die Politik die Bürger nicht mitgenommen hat“, sagt er. „Viele Entscheidungen der Gemeinde sind nicht transparent“, ergänzt Manuel Thormann, stellvertretender Vorsitzender bei den „Rangsdorfern“. Thormann ist politisch ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt. Er war viele Jahre in der CDU und saß zwei Jahre in der Bezirksverordnetenversammlung in Berlin-Neukölln. Auch seine Frau Rebecca ist langgediente Christdemokratin. „Wir sind durch und durch politisch“, sagt sie. In Rangsdorf wollen sich beide nicht über ein Partei-Ticket engagieren. „Es geht uns darum, alle Strömungen aufzunehmen“, sagt Manuel Thormann. „Wir leben gern in Rangsdorf und wollen uns einbringen – ohne Partei-Korsett“, sagt Rebecca Thormann.

Michael Wygand hatte vorher nichts mit Politik am Hut. Erst die Diskussion um den Bebauungsplan RA26 habe ihn „politisiert“. Vor allem die von der Gemeindevertretung abgelehnte Bürgerbefragung hat ihn geärgert. „Ich habe angefangen, die Schaukästen und die Internetseite der Gemeinde zu durchforsten“, sagt er. Dabei entschloss er sich, auch aktiv zu werden. Mittlerweile gehört er zum Vorstand der „Rangsdorfer“.

Baustellen gibt es für die neue Gruppierung viele im Ort: die unendliche Diskussion um den Ausbau der maroden Straßen oder die Straßenbeleuchtung. In Rangsdorf sei eine wachsende Unzufriedenheit zu spüren, sagen die Vereinsmitglieder. Das spüre man bei Gesprächen mit Bürgern, das zeige sich aber auch an der wachsenden Zahl von Petitionen, die an die Gemeindevertretung gerichtet werden. Von Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), so die Kritik, bekäme man immer nur zu hören, was nicht geht und dass gerade kein Geld im Haushalt vorhanden ist.

Basisdemokratie als Markenzeichen

„Viele Menschen fühlen sich nicht vertreten. Wir wollen das Sprachrohr der Bürger sein“, sagt Manuel Thormann. Dazu hofft er, dass möglichst viele Mitglieder der neuen Gruppe in die Gemeindevertretung einziehen. Basisdemokratie soll eins ihrer Markenzeichen sein. Oliver Scharfenberg möchte die Rangsdorfer bei wichtigen Themen per Online-Umfragen an der politischen Entscheidung beteiligen und die zahlreichen Bürgerinitiativen einbeziehen. Neben Basisdemokratie spielt die Transparenz eine wichtige Rolle.

Den „Rangsdorfern“ ist es ein Dorn im Auge, dass viele kommunale Vertreter direkt oder indirekt von politischen Entscheidungen profitieren. Erst kürzlich veröffentlichte die Gemeinde Zahlen, wonach Gemeindevertreter selbst oder über Vereine, denen sie angehören, rund 1,2 Millionen in den vergangenen zwei Jahren aus dem Haushalt erhalten haben. „Wir halten das moralisch für fragwürdig und fordern eine strikte Trennung von politischem Mandat und Aufträgen der Gemeinde“, sagt Scharfenberg. Er wisse, dass die Ziele ambitioniert sind, doch in Gesprächen mit Bürgern habe man viel Zustimmung erfahren. 5000 Flyer sollen in den kommenden Wochen in den Rangsdorfer Briefkästen liegen.

Von Christian Zielke

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