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„Die Region steht am Anfang eines Wandels“

Künstmäzen Romli im Fläming „Die Region steht am Anfang eines Wandels“

Der marokkanische Kunstmäzen Mostapha Romli will im Fläming ein internationales Künstlerzentrum eröffnen – als Niederlassung seiner marokkanischen Künstlerresidenz. Dabei ist laut eigener Aussage die gesamte Flämingregion für ihn interessant.

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Mostapha Romli ist berührt von der „idyllischen Landschaft“, die er im Fläming vorgefunden hat.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Mostapha Romli ist ein aus Marokko stammender Künstler und Mäzen. Er will in der Region ein Kunstzentrum eröffnen.

Monsieur Romli, was hat Sie nach Brandenburg und ausgerechnet in den Fläming verschlagen?

Mostapha Romli: Ich hatte das Glück, die Region bereits mehrfach besuchen zu dürfen. Ich habe die Gegend vor etwa eineinhalb Jahren entdeckt, als ich das Atelier von Emily Pütter, einer befreundeten Künstlerin, in Oehna besuchte. Ich erinnere mich, wie überrascht ich damals war, nur knappe 60 Kilometer von Berlin entfernt diese wunderschöne und beruhigende Landschaft vorzufinden, unberührtes Land – so weit das Auge reichte. Rund um Oehna gibt es quasi keine Spur menschlichen Wohnens oder sonstiger menschlicher Aktivitäten. Da musste ich sofort an Ifitry denken.

Sie meinen das Künstlerdorf an der Atlantikküste Marokkos, das Sie 2008 mit Ihrer privaten Stiftung errichtet haben ...

Romli: Genau. Das Zeitgenössische Kunstzentrum von Essaouira liegt wie Oehna mitten im Herzen einer idyllischen Landschaft und ist umgeben von unberührter Natur.

Sie planen, in Brandenburg eine Niederlassung Ihrer marokkanischen Künstlerresidenz zu eröffnen. Derzeit suchen Sie in Oehna nach einer passenden Immobilie. Warum in Oehna?

Romli: Ich suche nicht unbedingt nur in Oehna, sondern in der ganzen Flämingregion.

Was gefällt Ihnen am Fläming so besonders?

Romli: Wer einmal hier ist, merkt sofort, dass es sich um eine Region mit einem sehr speziellen historischen Erbe handelt, die heute vor allem mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat. Zugleich spürt man aber den Willen der Menschen: Sie wollen Dinge tun, ihre Region mitgestalten. Das hat Potenzial. Ich habe das Gefühl, die Region steht am Anfang eines tiefgreifenden Wandels, der sich gerade vollzieht.

Was wollen Sie dazu beitragen?

Romli: Ich habe die Hoffnung, dass Kunst und Kultur diese Veränderung mitgestalten können und ein fester Bestandteil des Wandels werden. Künstlerisches Schaffen ist ein starkes Werkzeug, um die menschliche sowie wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich meinen Teil zum Gelingen dieser Bewegung beitragen könnte.

Was schwebt Ihnen vor?

Romli: Wir haben in Marokko gute Erfahrungen gemacht. Kultur, insbesondere die plastische Kunst, hat in Essaouira von Anfang an dazugehört und maßgeblich zur Entwicklung der Provinz beigetragen. Diese Erfahrung möchten wir gern mit den Menschen im Fläming teilen.

Aber auf welche Weise wollen Sie den Fläming mitgestalten?

Romli: Das Projekt, das ich in der Region entwickeln will, sieht einen sehr lebendigen, offenen Kunstraum vor. Geplant ist eine Begegnungsstätte für Einheimische und Künstler aus der ganzen Welt. Für das erste Jahr habe ich vor, vier Ausstellungen sowie Werkstattkurse für Kinder zu organisieren. Ich möchte ein umfangreiches Programm anbieten, Kolloquien, Themenabende und andere künstlerische Veranstaltungen sind geplant.

Welche Art von Anwesen suchen Sie für Ihr Projekt?

Romli: Ich würde gern ein Zentrum für Zeitgenössische Kunst errichten – nach ähnlichem Vorbild des Künstlerhauses, wie ich es seinerzeit bei Essaouira gegründet habe. Hilfreich wäre dafür ein Objekt, das bewohnbar ist und genügend Platz für Ausstellungen und Ateliers bietet. Ausreichend Platz ist das Wichtigste, deshalb sollte es schon eine Immobilie von ungefähr 1000 bis 1300 Quadratmeter sein. Ziel des Projektes ist es ja, Künstler aus der ganzen Welt einzuladen. Sie brauchen nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern benötigen Werkstätten, in denen sie arbeiten können und einen Raum, der es ermöglicht, die Arbeiten auszustellen.

Wann soll die Künstlerresidenz im Fläming eröffnen?

Romli: Das hängt davon ab, wann wir einen geeigneten Ort für das Kunstzentrum finden und natürlich von den notwendigen Sanierungsarbeiten, die dann möglicherweise anstehen. Starten würden wir gern im Herbst, spätestens aber im Frühjahr 2017.

Das heißt, Sie werden künftig öfter im Fläming weilen?

Romli : Absolut. Ich bin überzeugt, dass man sich einem Projekt zu hundert Prozent widmen muss, damit es gelingt. Dafür muss man vor Ort sein. Ich werde meine Zeit aufteilen und mich zur Hälfte meiner Stiftung in Marokko und zur anderen Hälfte dem Projekt hier widmen. Gleichzeitig wird ein Team permanent im Fläming sein.


Von Josefine Sack

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