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Teltow-Fläming Die Relikte von Baruth
Lokales Teltow-Fläming Die Relikte von Baruth
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02:17 01.08.2015
Die Archäologen Anne Kellner und Volker Steinberg (r.) vom Büro Wiegmann untersuchen die Fundamente des Hotels Lehmann.
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Baruth

Die Bauarbeiter auf dem Walter-Rathenau-Platz in Baruth staunten nicht schlecht, als sie am letzten Montag erneut auf Fundamente aus der Vergangenheit stießen. Bis zum Kriegsende hat an der Ecke des Platzes, mit der Front zur Hauptstraße, das Hotel Lehmann gestanden. „Eigentlich sollten wir Pflanzlöcher ausheben“, erzählt Martin Wende von der Baufirma RNP aus Schweinitz. Linden sollen hier später Schatten spenden. Dass unter dem Platz noch Fundamente verborgen liegen, war Mende klar. Aber dass er jetzt noch welche freilegen würde, damit hatte er nicht mehr gerechnet, neigt sich die Neugestaltung des Walter-Rathenau-Platzes doch allmählich dem Ende zu.

Nun aber waren doch wieder die Archäologen des Berliner Büros Wiegmann gefragt.

Anne Kellner steht vor dem etwa 1,50 Meter tiefen Schacht, in der Hand alte Baupläne und Fotos, die das Hotel Lehmann zeigen, als es noch stand. „Die Fläche vor der Sebastian-Kirche, auf dem heute der Platz ist, war bis Kriegsende komplett mit vier Häusern bebaut“, erklärt sie. Sie waren etwas zurückgesetzt und reichten bis knapp an die Kirche heran.Sofort ins Auge fallen die Eckfundamente die Außenmauern des Hotels. „Hier auf alten Ansichtskarten lässt sich der Ballsaal erkennen“, sagt sie. Mit einem Blick in die Grube kann man erahnen, wie der Keller des Hotels ausgesehen hat. „Der Fußboden bestand aus Ziegeln und ist abgesackt“, sagt Anne Kellner, während ihr Kollege Volker Steinberg unten auf eine horizontale Linie zeigt, die das eigentliche Niveau des Fußbodens markiert. Der abgebröckelte Estrich liegt noch herum. Auch das Widerlager eines Tonnengewölbes, das die Last des Gebäudes abstützte, ist wiederzuerkennen.

Die Fundstücke aus der Erde. Quelle: von Schell

„Nach den Kriegszerstörungen musste es schnell gehen“, berichtet Anne Kellner. „Die Außenmauern haben sie damals stehen lassen.“ Die breite Ziegelmauer zum Nachbarhaus leuchtet seit langem mal wieder in der Sonne und gibt einen Hinweis darauf, wie breit das Hotel war. Mit dem Schutt wurden die Kellerräume verfüllt. Und der ist überraschend aufschlussreich. Aus ihm können die Archäologen ablesen, welche Baumaterialien verwendet wurden. Neben Ziegeln, Feldsteinen und Holz fanden sie den antiken Bodenbelag Terrazzo. Mehr noch: sie stießen auch auf Relikte des Hotelgewerbes – komplett erhaltene Flaschen, eine grün angelaufene Fleischgabel, das Blatt eines Fischmessers sowie geblümte Scherben von Schüsseln oder Schalen. „Sicher ist daher, dass es im Hotel Lehmann Bier aus der Golßener Brauerei gab“, sagt Anne Kellner.

Ob das Nachbarhaus einen Keller hatte, lässt sich nicht eindeutig sagen. „Verlegte Ziegel haben wir nicht entdeckt.“ Dort hat der Baggerführer etwas tiefer gebuddelt, so dass Brandrückstände aus dem Mittelalter zum Vorschein kamen.

„Wir wussten es schon vorher, aber daran sieht man, dass es vor den neuzeitlichen Gebäuden wie dem Hotel auch im Mittelalter schon eine Bebauung gegeben hat.“

Doch bald schon ist der Blick in die Vergangenheit wieder zugedeckt. „Wir werden die Linden in die Grube setzen“, so Bauarbeiter Mende, „ und dann geht die Arbeit weiter.“

Von Dietrich von Schell

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