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Teltow-Fläming Die Schwimmhalle ist ihr zweites Zuhause
Lokales Teltow-Fläming Die Schwimmhalle ist ihr zweites Zuhause
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02:17 30.08.2015
Gustav Link erklärt den Kindern, was sie im Wasser tun sollen. Quelle: Margrit Hahn (3)
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Luckenwalde

„Du musst das Brett mehr in der Mitte anfassen“, ruft Gustav Link der siebenjährigen Hannah aus Dobbrikow zu. Genau wie die anderen dreht sie sich im Wasser auf den Rücken und schwimmt die Bahn bis zum Ende. „Na bitte“, lobt Gustav Link. Er und seine Frau Rita bringen Kindern in den Sommerferien das Schwimmen bei. Gleich zu Beginn der Ferien startete der erste Kurs, bei dem von 18 Kindern gleich 16 das Seepferdchen geschafft haben. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, stellt Link fest. Heute ist der letzte Tag von Kurs Nummer Zwei. Und für die 14 Mädchen und Jungen heißt es, ihr Können unter Beweis zu stellen. Wobei ein Junge aus Bayern sein Seepferdchen bereits in der Tasche hat. Er war hier bei seinen Großeltern in den Ferien. Sie hatten ihn für den Schwimmkurs angemeldet und sind jetzt ganz stolz, dass sie den Eltern die gute Nachricht überbringen können.

In den vergangenen Jahren wurden Rita und Gustav Link aus Scharfenbrück von einem Reiseveranstalter gebucht, um in Hotelanlagen im Ausland, Kindern das Schwimmen zu lernen. „Warum nicht auch hier?“, überlegte sich das Ehepaar vor zwei Jahren. Sie sprachen die Chefin der Fläming-Therme an, die von der Idee begeistert war.

Um auf jeden individuell eingehen zu können, gibt es nur kleine Gruppen mit bis zu sechs Kindern. Die meisten sind Vorschüler, wobei diese mindestens fünf Jahre alt sein sollten. „Ich frage die Eltern immer, ob ihre Sprösslinge schon allein ohne Stützen Fahrradfahren können, dann können sie auch schwimmen lernen, denn dazu wird eine ähnliche Koordination verlangt“, erklärt Link. Wenn es um Disziplin geht, sagt er von sich, dass er ein wenig altmodisch sei. Doch angesichts der vielen Badeunfälle hält er das für notwendig, denn Sicherheit steht an oberster Stelle und da müssen die kleinen Wasserratten hören, was er sagt. Während Gustav Link eher streng ist, setzt Rita Link auf Geduld und Fürsorglichkeit. Ihre jahrelangen Erfahrungen als Schwimmlehrerin bringt sie in die Kurse mit ein. Zudem sind beide seit Jahren ehrenamtliche Trainer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Luckenwalde und nehmen selbst erfahrenen Rettungsschwimmern die Prüfung ab. Die Arbeit mit den Kindern macht ihnen Spaß, vor allem, wenn Erfolge sichtbar sind. „Es ist schön zu sehen, wenn die Kinder nach zwei Wochen schon die ersten Bahnen schwimmen können“, sagt Rita Link. Anfangs ist einer von Beiden immer mit im Wasser. Denn es gibt Kinder, denen erstmal die Angst vor dem Wasser genommen werden muss.

„Ich hatte zuerst Angst vor allem. Aber jetzt freue ich mich, dass ich es geschafft habe und schwimmen kann“, sagt die siebenjährige Hannah aus Dobbrikow voller Stolz. Drei Wochen lang war sie täglich eine Stunde in der Schwimmhalle. Jetzt springt sie sogar vom Startblock, kann tauchen. Der siebenjährige Max aus Potsdam soll, sobald die Schule wieder beginnt, einen Aufsatz über sein schönsten Ferienerlebnis schreiben. Und er weiß auch schon, was das ist. „Dass ich schwimmen gelernt habe“, so der Siebenjährige, der in die zweite Klasse kommt.

Gustav Link schaut schon bei den Jüngsten, ob jemand mit einer besonders sauberen Wasserlage dabei ist , um ihn vielleicht für die DLRG gewinnen zu können. Der siebenjährige Maximilian aus Luckenwalde hat erstmal nur sein Seepferdchen im Visier. Seine Lieblingsdisziplin ist Brustschwimmen und er springt für sein Leben gern. Am Ende jedes Schwimmkurses standen Spiel und Spaß auf dem Programm. Selbst Kinder, die nicht so gut deutsch sprechen, lernten bei dem Ehepaar schwimmen. Und noch einiges mehr – wie Selbstständigkeit und Rücksichtnahme.

Von Margrit Hahn

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