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Teltow-Fläming Die Sowjet-Präsenz in der DDR
Lokales Teltow-Fläming Die Sowjet-Präsenz in der DDR
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17:54 16.02.2017
Freya Klier im Gespräch mit dem CDU-Abgeordneten Danny Eichelbaum (l.) und Wolfgang Frank, Ex-Landrat des Altkreises Luckenwalde. Quelle: Iris Krüger
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Luckenwalde

Seit dieser Woche ist die Ausstellulng „Verordnete Freundschaft – Die sowjetische Besatzung 1945 bis 1994“ im Foyer des Kreishauses in Luckenwalde zu sehen. Gestaltet wurde sie von der Autorin und Regisseurin Freya Klier im Auftrag der Robert Havemann-Gesellschaft.

Inhalt der Ausstellung ist das Zusammenleben zwischen den sowjetischen Truppen und DDR-Bürgern. Freya Klier stellt in den Fokus, wie sich Ostdeutsche und Sowjetsoldaten zwischen hermetisch abgeriegelten KGB-Vierteln, Kasernengeländen und frei zugänglichen „Russen-Magazinen“ einander wahrnahmen. Die Gefühle der Bewohner schwankten zwischen Furcht vor Übergriffen und Mitleid mit dem harten Leben einfacher Soldaten.

Bilder in Schulbüchern waren anders als die Realität

Die Ausstellung „Verordnete Freundschaft“ spannt auf 20 Schautafeln mit Fotos und Dokumenten einen historischen Bogen über fast fünf Jahrzehnte sowjetischer Besatzungsherrschaft. Stets fließen dabei persönliche Erinnerungen ein. „Vermutlich jeder dritte DDR-Bürger könnte Erinnerungen an die ‚Freunde‘, wie sie im Funktionärsjargon hießen, beitragen“, sagt Freya Klier, „es wird Zeit, sich der Sowjetherrschaft in der DDR mal wieder etwas genauer zuzuwenden.“ Oft stünden persönliche Erlebnisse im Kontrast zur offiziellen Propaganda. „In unseren Schulbüchern sahen wir die Bilder strahlender, am Kommunismus hämmernder Sowjetmenschen“, sagt sie, „und dann gab es noch die ,Russen’ – die aber waren bei uns. Ihre Kasernen wirkten wenig anheimelnd; die Marschblöcke der kahlgeschorenen Soldaten, die nicht zur Seite blicken durften, wirkten bedrohlich.“

Kriminalität und betrunkene Soldaten

Die Sorge war nicht unberechtigt: Immer wieder kam es zu Vergewaltigungen, Verkehrsunfälle durch Trunkenheit am Steuer, Tauschhandel und Kleinkriminalität. „Zwar wuchs das Mitleid mit den oft hungrigen Soldaten, doch ging man ihnen möglichst aus dem Weg“, berichtet Freya Klier.

In einer Gesprächsrunde in der Ausstellung am Montagabend wurde über die Zeit diskutiert. In persönliche Schilderungen berichteten Besucher davon, wie das Geschirr im Schrank klapperte, wenn schwere Armee-Fahrzeuge vor den Häusern entlang fuhren, oder wie laut der Manöverlärm auf den Schießplätzen war.

Die Ausstellung „Verordnete Freundschaft“ ist bis zum 28. Februar wochentags von 9 bis 18 Uhr im Kreishaus zu sehen.

Von Iris Krüger

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