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Die Steppe endet nicht am Rand der Leinwand

Glashütte Die Steppe endet nicht am Rand der Leinwand

Beim Mongolei-Tag im Museumsdorf Glashütte ging es um Kunst und um Entwicklungshilfe für Baruths Partnerstadt Murun in der Mongolei. Während sich zwei Künstler aus beiden Ländern in einer Doppelausstellung mit der Naturbetrachtung hier und dort befassen, bereitet die Stadt ein Bauprojekt für nachhaltigen Wissenstransfer vor.

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Der mongolische Künstler Otgonbayar Ershuu und die Berlinerin Carolina Brack stellen gemeinsam in Glashütte ihre Werke aus.

Quelle: Peter Degener

Glashütte. Hunderte Kilometer weit und dabei höchst gleichförmig ist die mongolische Steppe, die Natur in Deutschland dagegen vielgestaltig auf engstem Raum. Für den aus der Mongolei stammenden Künstler Otgonbayar Ershuu, der sich Otgo nennt, ist dieser Kontrast künstlerische Inspiration. Seine Gemälde sind groß wie die Steppe, die abstrakten Muster darauf könnten wie die Landschaft seiner Heimat am Rand der Leinwand endlos weitergehen. Doch wer herantritt, dem offenbaren sich im Wirrwarr der Muster aus Linien und Punkten plötzlich Tiere und Menschen.

„Nature Transfigured“ heißt die Doppelausstellung von Otgo mit der Berliner Künstlerin Carolina Brack im Museumsdorf Glashütte, die noch bis 18. Juni dort zu sehen ist. Am Sonntag trafen Brack und der Mongole Otgo, der ebenfalls in Berlin lebt, bei einem Künstlergespräch im Rahmen eines Mongolei-Tages im Museumsdorf zusammen. „Die Betrachtung der Natur verbindet unsere Kunst“, sagte Brack. Ershuus Werke zeigen die Weite, bei ihr blättern sich die Tiefen der Wildnis auf. Ihre Werke, die Scherenschnitten ähnlich und als Cut-Outs betitelt sind, lassen wildgewachsene Wälder erahnen. Wurzelwerk, Seenspiegelungen und Berge vermischen sich durch mehrere ausgeschnittene Ebenen zu dichten Geflechten, die je nach dem Stand der Sonne ganz andere Schatten und Wirkung entfalten.

Auch eine Jurte wurde gebaut

Auch eine Jurte wurde gebaut.

Quelle: Peter Degener

Der gesamte Tag im Museumsdorf stand unter dem Eindruck der Städtepartnerschaft von Baruth mit dem mongolischen Murun. Blickfang war eine Jurte, die während der Veranstaltungen zwischen den Industriedenkmalen von Glashütte errichtet wurde. Baruths Bürgermeister Peter Ilk stellte die bisherigen Projekte der sechsjährigen Städtepartnerschaft vor. „Uns geht es um Wissenstransfer und darum, die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen“, sagte Ilk. Murun liegt in der Provinz weitab der Hauptstadt. Mit Feuerwehrautos oder Trinkwasserfiltern für Schulen habe man handfeste Verbesserungen ermöglicht.

In der kommenden Woche wird in Murun ein zweijähriges Bauprojekt in Angriff genommen, wie Karsten Wittke, Moderator des Künstlergesprächs, erzählte. „Dort lebt der größte Teil der Menschen in Jurten. Man bat uns um Know-How für die Errichtung von nachhaltigen Holzbauten“, sagte Wittke. Ein Schulungszentrum in Holzbauweise soll ab nächster Woche mit Baruther Hilfe entstehen. „Am Montag beginnt der Bau eines Brunnens“, kündigte Wittke an. Das stark vom Bund geförderte Projekt soll im kommenden Jahr fertig gestellt werden.

Von Peter Degener

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