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Die Truppe übt den Ernstfall

Kloster Zinna Die Truppe übt den Ernstfall

Von der Reaktion der Feuerwehr bei Verkehrsunfällen können Menschenleben abhängen. Die Wehren üben deshalb regelmäßig den Ernstfall. Die MAZ war bei einer solchen Übung in Kloster Zinna dabei. Geprobt wurde der Einsatz bei Unfällen mit Bussen und schweren Lkws.

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Thomas Püttner hat die Feuerwehrübung mitorganisiert.

Quelle: Isabelle Richter

Kloster Zinna. Lockere Stimmung herrschte am Sonnabendmittag bei der Feuerwehr in Kloster Zinna. Doch das kann sich schnell ändern. Denn wenn der nächste Verkehrsunfall geschieht, dann muss schnell und richtig reagiert werden. Oft hängen Menschenleben von der technischen Hilfeleistung der Feuerwehr ab. Solche Einsätze müssen natürlich trainiert werden. Deshalb trafen sich die aktiven Einsatzkräfte schon am frühen Morgen auf dem Gelände der Feuerwehr in Kloster Zinna. Das Thema: Die Hilfeleistung bei Lkw- und Busunfällen.

Anders als bei Pkws sind dort bestimmte spezielle Regeln zu beachten. Außerdem gestaltet sich die Rettung von Personen etwas schwieriger, weil die Fahrzeuge viel mehr Masse besitzen, zum Teil größere Gruppen von Menschen befördern oder Gefahrengut beinhalten.

„Das Ganze gehört zur Grundlagenfestigung. Ab um Acht hatten wir hier schon eine Schulung zum theoretischen Teil“, sagt Einsatzmitglied Thomas Püttner. Gemeinsam mit seinem Kameraden Olaf Peukert hat er die Übung an diesem Tag organisiert.

Übungs-Lkw kam vom Verkehrsunternehmen

Den Übungs-Lkw und den Bus zum Einsatztraining bekam die Feuerwehr vom Jüterboger Verkehrsunternehmen „A. Reich“ und der Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming zur Verfügung gestellt. „Wir sind froh, dass wir die Fahrzeuge zu Übungszwecken nutzen können“, sagt Püttner.

Die beiden Fahrer der Fahrzeuge klärten die Einsatztruppe zunächst über technische Besonderheiten auf. Der Linienbus hat seinen Motor samt Technik hinten. „Man muss genau wissen, wie sieht es aus, wo ist was und wo könnte man rangehen. Bei einem Brand müsste man zum Beispiel erst die Batterien vom Rest trennen, um weitere Gefahren auszuschließen“, erklärt Thomas Püttner die Schwierigkeit bei großen Fahrzeugen.

Die Gurte halten bis zu zehn Tonnen

Bei einem Lkw ist vor allem wichtig, wie schwer er ist und was er geladen hat. Kann von dort aus keine zusätzliche Gefahr ausgehen, muss das Fahrerhaus gesichert werden. Dazu legen die Einsatzkräfte einen Spanngurt um das Gehäuse, „um es gegen ungewolltes Bewegen zu sichern“, sagt Thomas Püttner. Diese Gurte können ein Gewicht von bis zu zehn Tonnen halten. Diese Sicherung ist lebensrettend, denn „wenn jemand mit Schäden an der Wirbelsäle dort feststeckt, kann die kleinste Bewegung sehr gefährlich oder sogar tödlich sein“, so Püttner.

Eine weitere technische Hilfeleistung ist die nicht ganz unkomplizierte Öffnung des Fahrerhauses. Nach einem Unfall ist das Gehäuse oft extrem verschoben, für die Feuerwehrleute ist es dann schwierig, in den Innenraum zu gelangen. Dafür gibt es spezielles Werkzeug wie die „Schere“ oder den „Spreizer“. Diese dienen dazu, Blech zu schneiden oder auseinanderzudrücken. Doch der Umgang damit ist nicht leicht, denn die Hilfsmittel wiegen mitunter bis zu zwanzig Kilogramm. Um die Werkzeuge richtig bedienen zu können, bedarf es einer Extra-Ausbildung, zumal man sich bei falscher Handhabung auch schnell einmal selbst verletzen kann.

Seelsoger stehen bereit

Neben den technischen Hürden steht am Ende die Frage: Wie gehen Feuerwehrmänner und -frauen emotional damit um, wenn es einmal zu einem drastischen Unfall kommt? „Es gibt auch Leute, die kein Blut sehen können. Die bekommen dann andere Aufgaben und agieren im Umfeld“, erklärt Mitorganisator Olaf Peukert.

Nach emotional belastenden Einsätzen gibt es für die beteiligten Feuerwehrleute außerdem die Möglichkeit, sich von Seelsorgern betreuen zu lassen. Thomas Püttner ist selbst jedes Mal aufgeregt, wenn er zu einem Einsatz gerufen wird und findet es persönlich gut, dass man nicht mehr mitbekommt, wie es dem Verletzten im Nachhinein ergangen ist. „Dadurch kann man besser damit abschließen“, findet er.

Von Isabelle Richter

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