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Die Wirtschaft wählt

Dahmeland-Fläming Die Wirtschaft wählt

Mehr als 30 000 Industrie- und Handelsunternehmen gibt es im Gebiet der IHK Cottbus, weitere 70 000 im Gebiet der IHK Potsdam. Diese Unternehmen sind noch bis Mitte Juni aufgerufen, ein „Parlament“ zu wählen, das die regionale Wirtschaft in den nächsten vier Jahren vertreten soll.

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Im Kammerbezirk der IHK-Cottbus können 34 000 Unternehmen die Mitglieder ihrer Vollversammlung wählen.

Quelle: Helbig

Dahmeland-Fläming. Bei den Industrie- und Handelskammern ist die Stimmung derzeit etwas angespannt. Die Unternehmensverbände stecken mitten in Wahlen, ziemlich bedeutsamen sogar. Die Mitglieder stimmen darüber ab, wer in die so genannten Vollversammlungen gewählt wird, die Parlamente der regionalen Wirtschaft. „Das ist das höchste Gremium, das wir haben. Die Vollversammlung entscheidet nicht nur über Beiträge und Gebühren, sie bestimmt auch, wer IHK-Präsident ist und sie legt die grundlegenden Positionen der IHK fest“, sagt Niels Ohl, Sprecher der IHK-Cottbus. Wenn also die Kammern mit der Forderung nach weiterem Straßenausbau an die Öffentlichkeit gehen, wenn sie auf mehr Breitbandförderung oder lockerere Regelungen bei der Sonntagsöffnung drängen, dann kommen diese Forderungen aus den Vollversammlungen.

Das Interesse an der Wahl ist in diesem Jahr in der Region groß, zumindest bei den Kandidaten. Im Kammerbezirk Cottbus, zu dem Dahme-Spreewald gehört, haben sich 204 Unternehmer zur Wahl gestellt, darunter 54 aus Dahme-Spreewald. Ein Rekord. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Niels Ohl. 45 von ihnen werden am Ende in der Vollversammlung sitzen und die etwa 35 000 regionalen Unternehmen vertreten. Im Kammerbezirk Potsdam, der deutlich größer ist, werden 75 Mitglieder in die Vollversammlung gewählt. Aus Teltow-Fläming kandidieren dafür 28 Unternehmer.

Damit nicht am Ende eine Branche oder eine Region dominiert, werden die Sitze nach einem bestimmten Schlüssel vergeben. So können aus Dahme-Spreewald etwa drei Handelsunternehmen, zwei Industrieunternehmen und ein Unternehmen aus dem Gastgewerbe vertreten sein. Wer es am Ende schafft, ist völlig offen. „Es wird immer ein Teil der Vollversammlung erneuert, Erbhöfe gibt es nicht“, sagt Niels Ohl.

Das macht es für Unternehmer wie Uwe Kaim umso spannender. Der Niedergörsdorfer handelt mit Büchern und Schreibwaren, er ist Chef von acht Filialen, und er vertritt die Handelsunternehmen des Landkreises Teltow-Fläming inzwischen seit vielen Jahren im Parlament der IHK. Drei Mal im Jahr fährt er zu den Treffen der Vollversammlung, debattiert dort über wirtschaftspolitische Themen, stimmt ab. „Ich glaube, dass man als Unternehmer seine Interessen kund tun muss, wenn man will, dass sie nach außen vertreten werden“, sagt er.

Gewöhnen müsse man sich aber daran, dass die Dinge im Gremium nicht so schnell laufen, wie man es von seiner eigenen Firma gewohnt ist. „Es ist ein anderes Arbeiten, weil auch nicht alle Unternehmer die gleichen Interessen haben. Man muss den eigenen Blick weiten und verstehen, dass es Unternehmer gibt, die nicht das wollen, was ich will, sondern das Gegenteil“, sagt Kaim. Der Niedergörsdorfer hat es inzwischen zum zweiten Vizepräsidenten der IHK Potsdam gebracht. Ob er erneut gewählt wird, weiß er trotzdem erst am 14. Juni, wenn dort die Stimmen ausgezählt wurden. „Bisher spricht nichts dagegen, dass es klappt, aber natürlich braucht jeder eine gewisse Anzahl von Stimmen, auch ich“, sagt er.

Während Uwe Kaim inzwischen Routine im Wahlprozedere hat, ist die IHK-Wahl für Oliver Schwarz eine ganz neue Geschichte: Schwarz kandidiert für die Industrie in Dahme-Spreewald. Neben ihm treten noch fünf andere Unternehmer für die zwei LDS-Industrie Sitze an, darunter die Prokuristin des Sohlenherstellers Schelchen, Sabine Timm, und der rührige Airkom-Geschäftsführer Jens Warnken. In dieser Reihe ist Oliver Schwarz der Underdog.

Schwarz ist Geschäftsführer der Firma Vakuplastic, einem kleinen Spritzguss-Unternehmen aus Waßmannsdorf, das vor allem Saugnäpfe herstellt. Die Firma ist eher Insidern bekannt, Schwarz hat sich in der Branche auch noch keinen großen Namen gemacht, und er stellt sich zum ersten Mal zur Wahl. „Es ist ein Versuch“, sagt er. „Für mich wäre es gut, Hintergrundwissen zu bekommen. Ich würde auch gerne neue Themen anregen und zeigen, dass es in der Region junge Unternehmer gibt, die sich engagieren wollen.“ Ob es gelingt, weiß er am 15. Juni, da werden in Cottbus die Stimmen gezählt. Falls nicht, ist er zumindest etwas bekannter geworden. Schließlich ist sein Foto in den Wahlbroschüren abgedruckt, dazu ein schönes Zitat von ihm darüber, dass es in der Wirtschaft der Region noch mehr gibt als den BER.

Von Oliver Fischer

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