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Teltow-Fläming Die Yassins und Donald Trump
Lokales Teltow-Fläming Die Yassins und Donald Trump
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14:10 12.11.2016
Familienbild mit gebrauchtem Laptop: die Yassins. Quelle: Oliver Fischer
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Ludwigsfelde

Als Rabiha Yassin am Mittwoch die Nachrichten auf Facebook las, musste sie laut lachen. Donald Trump war zum Präsidenten der USA gewählt worden. Der Syrerin Rabiha kam es wie die überraschende Pointe einer eigenartigen Komödie vor. Diese ganze Aufregung im Vorfeld, dieses ganze Theater – und nun das. „Es ist lustig, irgendwie“, sagt sie am Abend. Aber es bedeute ihr nichts und es beunruhige sie auch nicht. Zumindest nicht mehr, als Amerika sie ohnehin beunruhigt.

Trump oder Clinton, dass ist einerlei, sagt Rabiha. Beide seien zwei Seiten einer Medaille, und die dritte Seite, falls es eine Medaille mit drei Seiten geben kann, sei Obama. Alles dasselbe, alles ein Brei. Dann beginnt sie von den Bomben in Syrien zu reden, von der R

Wie die arabische Welt funktioniert

Die Yassins sind nicht allein an diesem Abend. Adel ist wieder da – wie so oft in den letzten Monaten. Der 25-Jährige wohnt nebenan, er ist auch Syrer, stammt auch aus Latakia – und während sich Rabiha in Rage redet, schüttelt er immer wieder den Kopf. Nein, sagt er irgendwann in eine Pause hinein. Das könne man so nicht sagen. Natürlich seien Trump und Clinton nicht dasselbe. Aber später, als Rabiha nicht im Raum ist, sagt Adel auch, dass solche Diskussionen mit seinen Landsleuten oft wenig bewirken. Fast alle denken wie Rabiha. Das hänge damit zusammen, wie die arabische Welt funktioniert.

Amerika und Syrien, diese Beziehung sei immer angespannt gewesen, sagt Adel. Sicher, in den Kinos in Damaskus, Homs und Latakia liefen die gleichen Hollywood-Blockbuster wie in Deutschland. Es gab Levi’s-Jeans zu kaufen – wenn auch oft gefälschte, man aß Hähnchenschenkel von der Fastfood-Kette KFC und hörte Bob Marley und Mariah Carey. Aber politisch hatte man sich nichts zu sagen. Syrien befindet sich seit 1967 offiziell im Krieg mit Israel, die Amerikaner stehen auf der Seite Israels, da bleibt nicht viel zu reden. „Dann kam Obama, der erste schwarze Präsident, und wir hatten große Hoffnungen in ihn gesetzt“, sagt Rabiha. „Aber als die Revolution begann und Assad sein Volk bombardierte, hat er nichts für uns getan, nichts.“

„Ein großartiger Präsident“

Adel sieht das anders. „Obama ist ein großartiger Präsident. Aber er hatte seine eigenen Probleme. Der Krieg in Syrien ist unser Problem, wir haben es uns eingebrockt und lösen müssen wir es auch selbst. Nicht Obama und auch kein anderer.“ Es gibt keinen Konsens an diesem Abend zu dieser Frage.

Rabiha redet deshalb lieber über andere Dinge. Das gebrochene Bein ihres Sohnes Rabi zum Beispiel, von dem die Ärzte am Vormittag den Gips abgenommen haben. Die Hundekälte draußen, wegen der ihr Mann Mohammed nach seinen abendlichen Fahrradtouren die Hände mit warmem Wasser wieder auftauen muss. Und den Laptop, den sie jetzt gebraucht gekauft haben, damit Mohammed seine Word- und Excel-Kenntnisse verbessern kann. Rabi benutzt das Gerät derzeit oft zum Spielen und zum Surfen im Internet. Er schaut sich Videos an. Allerdings keine über Donald Trump.

Info: Die Familie Yassin ist vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und lebt jetzt in Ludwigsfelde. Die MAZ berichtet wöchentlich über ihr Leben in Deutschland. Alle Folgen: www.maz-online.de/ Brandenburg/Eine-syrische-Familie-hofft-auf-einen-Neustart

Von Oliver Fischer

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