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Teltow-Fläming Die ersten Windräder in Schlenzer
Lokales Teltow-Fläming Die ersten Windräder in Schlenzer
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00:17 21.03.2016
48 Windräder drehen sich bereits in Niederer Fläming. Quelle: Uwe Klemens
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Schlenzer

Weit über 300 Windräder kann man vom Mühlberg in Schlenzer am Horizont entdecken, solange die Bäume noch kein Laub tragen. Reinhard Siebert, Ortsvorsteher der 200 Einwohner von Schlenzer, hat sie gezählt. Allein in den umliegenden Dörfern der Gemeinde Niederer Fläming drehen sich derzeit 48 Windkraftanlagen.

Jetzt haben die Arbeiten für die ersten zwei Windräder begonnen, die direkt auf der Gemarkung Schlenzer nordöstlich des Dorfes errichtet werden sollen. Bis in 200 Meter Höhe reichen die Flügelspitzen, wenn sie sich im ersten Quartal 2017 erstmals drehen.

Aktueller Plan: neun neue Anlagen in Schlenzer

Nach derzeitiger Planung werden laut der Gemeindeverwaltung Niederer Fläming neun Anlagen in Schlenzer errichtet. Erst am Montag stimmte der Hauptausschuss der Gemeinde über die Errichtung von drei Windrädern auf der Gemarkung und einen Grundstücksnutzungsvertrag mit der Betreibergesellschaft Steag New Energies aus Saarbrücken ab. Die Beschlüsse fielen einstimmig, auch Siebert votierte als Gemeindevertreter im Sinne der Vorlage.

„Wir haben keine Möglichkeit, die beantragten Anlagen zu verhindern“, sagt Siebert. Die Entscheidungen für sein eigenes Dorf waren bereits mit der Ausweisung als Windeignungsgebiet im Flächennutzungsplan gefallen. „Durch unser Dorf geht ein Riss wegen der Windkraftanlagen, zum Teil sogar durch Familien hindurch. Ich will, dass wieder Ruhe einkehrt und diesen Streit für unser Dorf abschließen“, sagt Siebert zu den Beschlüssen.

Bürgerinitiative kämpft gegen Windräder im Wald

Für andere Dörfer und Kommunen hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Siebert ist nicht nur Ortsvorsteher, sondern auch Mitglied der Bürgerinitiative Horizont. „Seit Ende Februar sammeln wir Stimmen für das Volksbegehren gegen Windkraftanlagen im Wald und in der Nähe von Wohnbebauung“, sagt Siebert. Er betont, dass er nicht gegen erneuerbare Energien sei, doch er kritisiert, dass für die Anlagen große Waldflächen abgeholzt werden müssen. „Außerdem wird alles ohne die Einwohner geplant, es wird gar nicht versucht, mit uns zu reden“, sagt Siebert.

Mit Plakaten und Aushängen informiert er nun die Ortsvorsteher und Einwohner der übrigen Dörfer von Niederer Fläming über die Teilnahme am Volksbegehren. Noch bis zum 6.Juli kann man per Brief, in der Gemeindeverwaltung und online seine Stimme abgeben.

Von Peter Degener

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