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Teltow-Fläming Die gleichen Sprüche wie heute
Lokales Teltow-Fläming Die gleichen Sprüche wie heute
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13:05 30.07.2016
Filmhistoriker Claus Löser führt in „Die Brücke“ ein. Quelle: Peter Degener
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Lichterfelde

„Was ist das für ein Volk? Die sehen ja aus wie Zigeuner!“ lautet einer der ersten Sätze im Film „Die Brücke“ aus dem Jahr 1949. Hunderte vom Krieg vertriebene Deutsche finden darin eine neue Heimat in einer fremden Stadt. In deren Nähe zumindest, denn sie müssen in einem alten Arbeitslager auf der anderen Flussseite wohnen. Nur eine marode Brücke verbindet sie mit der Stadt.

Dort werden sie beäugt, aufgefordert zu verschwinden und für Diebe und Schmarotzer gehalten. Die Stadtverordneten sind tief gespalten und nur wenige Bürger helfen den Neuankömmlingen beim Start in ein neues Leben.

Filmmuseum zu Gast im Oberlaubenstall

„Es ist deutschlandweit der einzige Film, der sich mit der Vertriebenenproblematik beschäftigt hat“, sagte Filmhistoriker Claus Löser am Donnerstagabend im Oberlaubenstall in Lichterfelde. Bereits zum zweiten Mal war das Filmmuseum Potsdam beim Förderverein des Oberlaubenstalls zu Gast, um in Kooperation mit dem Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur Defa-Filme mit aktuellem Bezug zu diskutieren.

Das Regiedebüt von Artur Pohl wurde in Wusterhausen an der Dosse und Zehdenick gedreht und bot den Anblick einer unzerstörten mittelalterlichen Kleinstadt. Von „Die Brücke“ abgesehen fand das Flüchtlingsthema weder im Osten noch im Westen wieder auf die Kinoleinwand.

Sowjets verboten, von „Vertriebenen“ zu sprechen

Selbst in diesem Fall gab es eine wichtige Einschränkung: Die sowjetische Militäradministration verfügte, stets den Begriff „Umsiedler“ zu verwenden und nicht von Vertriebenen oder Flüchtlingen zu sprechen, so Löser. „Die Flüchtlingsströme damals und die Ablehnung der Menschen, das ist ja fast identisch zu heute“, sagte Ernst Werner vom Förderverein vor dem Film. Am Ende fügte er hinzu: „Es sind sogar die gleichen Sprüche wie heute.“

Von Peter Degener

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