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Die großen Dinge der Welt

Kunstbegeisterte Schüler am Blankenfelder Kopernikus-Gymnasium Die großen Dinge der Welt

Zu Kunst gehört heutzutage auch die Präsentation. Am Blankenfelder Kopernikus-Gymnasium lernen Schüler, wie sie ihre Werke für den Betrachter interessant machen und wie man sich wissenschaftlich mit seiner Arbeit auseinandersetzt.

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Kunstlehrer Robert Brückel (l.) mit seinen kreativen Schülern vom Blankenfelder Kopernikus-Gymnasium.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit – diesen Satz des berühmten Humoristen Karl Valentin können die Schüler des Blankenfelder Kopernikus-Gymnasiums unterschreiben. Kunst ist mehr, als ein Stück Papier mit Farbe zu bestreichen oder mit einem Werkzeug auf einen Stein einzuhauen.

Dass es heutzutage auch auf die Präsentation ankommt, haben die Teilnehmer des Kunst-Seminarkurses am Blankenfelder-Kopernikus-Gymnasium sehr früh erfahren. Zum Tag der offenen Tür am vergangenen Sonnabend hatten sie das erste Mal die Möglichkeit, ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Aula wurde zum Museum – mit Stellwänden, schwarzen Tüchern und riesigen Mengen Zeitungspapier. Zuvor haben die Kursteilnehmer in Ausstellungen, Museen und Galerien Ideen gesammelt, wie man das Auge des Betrachters einfängt. „Wir haben auch mit Künstlern gesprochen, wie die ihre Werke präsentieren“, sagt Juliane Blank. Die 18-Jährige hat eine große Erdkugel aus Pappmaché gestaltet, die von zwei Händen gehalten wird und auf der die Katastrophen der vergangen Jahre mit kleinen Schildchen markiert sind. Die Anschläge vom 11. September 2001 in New York sind dort zu sehen, auch die vom November vergangenen Jahres in Paris.

Eine Mitschülerin hat sich mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt und dazu eine Skulptur in Stein gehauen. Dafür ist sie extra ins Ruhrgebiet gefahren und hat sich Hilfe einer befreundeten Künstlerin geholt. Zwei Jungs aus dem Kurs haben Müll und Pflanzenteile gesammelt, um auf die Verschmutzung der Umwelt aufmerksam zu machen. „Es geht um die großen Dinge der Welt“, sagt Juliane Blank. Robert Brückel, der Kunstlehrer, hat bewusst darauf verzichtet, seinen kreativen Schülern allzu viele Vorgaben zu machen. Dreidimensional sollte es sein. Um dafür ein Gefühl zu bekommen, haben sich die Kursteilnehmer von Joseph Beuys, einem der wichtigsten Vertreter der modernen Kunst inspirieren lassen.

„Dass viele sich für Plastik entschieden haben, hat sich so ergeben“, sagt Robert Brückel. „Es hätte auch eine Installation oder ein Happening sein können“, sagt er. Sozialkritische Themen wie Umweltzerstörung, Rassismus bewegen Heranwachsende. Kunst sei ein Ausdruck dessen, aber nicht verpflichtend. „Es hätte auch eine Auseinandersetzung mit einem Künstler oder einem Material sein können“, sagt der Kunstlehrer. Entscheidend sei die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Kunstwerk. So mussten die Schüler den gesamten Entstehungsprozess von der ersten Idee im Kopf bis zur fertigen Präsentation dokumentieren. Selbst die Plakate für die Ausstellung waren Teil der Aufgabe und im Lehrplan vorgegeben. Damit will man die angehenden Abiturienten auf das wissenschaftliche Arbeiten an der Hochschule vorbereiten. Deshalb ist die Seminararbeit mindestens genauso wichtig wie das Werk.

Gelernt hätten die Schüler auch, dass sich nicht jede Idee auch ohne weiteres umsetzen lässt. „Die Schüler haben natürlich eine enorme Vorstellungskraft und unglaublich viele Ideen. Nicht alles lässt sich mit unseren Mitteln umsetzen. Da muss man die Leute schon mal auf den Boden zurückholen“, sagt Robert Brückel über seine kreative Truppe. Dennoch überwiege der Stolz auf das, was man in den vergangenen Monaten geschafft hat. Juliane Blank und ihre Mitschüler würden die Ergebnisse ihrer Arbeit gern einem breiteren Publikum in Blankenfelde-Mahlow zugänglich machen.

Von Christian Zielke

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