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Teltow-Fläming Die schöne Heimat
Lokales Teltow-Fläming Die schöne Heimat
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00:17 10.11.2013
Die Gipsbrüche in Mellensee. Quelle: Gudrun Schnekc
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Luckenwalde

Warum denn bloß schon wieder dieser Clauert? Die gusseiserne Hand im Brunnen versenkt, ein diebisches Grinsen im Gesicht. So schaut er von dem Foto, dass in dem neuesten Buch über Brandenburg zu finden ist. Das Prignitzer Autoren-Ehepaar Rike und Tom Wolf hat sich für diesen kompakten Führer auf die Suche gemacht nach den 111 Orten im Land, die man gesehen haben muss und dabei auch einiges an Sehenswertem in der Region Dahmeland-Fläming entdeckt. Die Heeresversuchsanstalt in Kummersdorf, das Museumsdorf Glashütte und eben diesen Schelm Hans Clauert, dessen Namen die Stadt Trebbin gern als offiziellen Zusatz führen würde und der dort als Figur an einem Brunnen zu finden ist.

Dabei gibt es in Trebbin doch noch viel mehr zu sehen als das Offensichtliche. Den Löwendorfer Berg etwa, von dessen Aussichts turm man bei gutem Wetter über Berge und Felder bis zum Berliner Fernsehturm blicken kann. Oder das Dorf Blankensee, ein märchenhaft verschlafenes und dafür preisgekröntes Idyll. Man müsste nur hin und wieder von den ausgetretenen Pfaden abweichen. Rike und Tom Wolf, die neben Reiseführern auch Romane und Kinderbücher schreiben, haben dies eher selten gewagt. Im weiten Sinne macht es nichts. Es ist ein Buch für Reisende und ein gutes Geschenk für Besucher, für Einheimische gibt es bis auf wenige Seiten allerdings nur wenig Neues zu entdecken. Wenn aber doch, bringt das Ehepaar Erstaunliches zu Tage.

Die Gipsbrüche in Mellensee etwa, in denen man zuweilen allein ist mit den Vögeln und dem Wind. In Straupitz bei Vetschau hat das Ehepaar einen alten Eichenwald gefunden. Verknorpelte, verwitterte Gebilde – den so genannten Byttnahain. Ein Wald, um den sich viele Mythen ranken. Und dann diese Keulen an den Jüterboger Stadttoren. Daneben das jeweils selbe Schild mit der Aufschrift: „Wer seinen Kindern gibt das Brodt und leidet nachmals selber Noth, den schlage man mit der Keule todt.“ Wie häufig mag man daran vorbeigelaufen sein, ohne den Blick zu heben, ohne über die Bedeutung dieser kryptischen Inschrift nachzudenken. Das Wolf-Ehepaar klärt über die Legende auf. Ein Tuchmacher hat mit dem Schild seine raffgierigen Kinder überlistet. Statt Gold fanden sie nach dem Tod ihres Vaters diesen Spruch in einer Kiste.

Wenn man das Vorwort dieses Buches liest, erwartet man eigentlich keine Liebeserklärung an Brandenburg. „Ein Land, so übervoll an munitionsverseuchten ehemaligen Sperrgebieten und einst zentralen Schaltstellen des Ostblock“, ist dort zu lesen. Eine Anspielung auf Kummersdorf, auf die Kasernen in Jüterbog und Altes Lager. Am Ende ist es aber doch eine Liebeserklärung. Solide und pragmatisch, wie die Leute im Land.

Rike und Tom Wolf: „111 Orte in Brandenburg, die man gesehen haben muss“, Emons-Verlag, 235 Seiten.

Von Marion Schulz

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